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Mit Jose Luis auf dem Dach eines Fußballstadions

Jose Luis ist Seilzugangstechniker und er liebt seinen Beruf. Er erzählt von seiner Arbeit, von einem Einsatz auf dem Dach eines spanischen Fußballstadions und einer netten Zufallsbekanntschaft hoch über dem Boden!

23 November 2020

Zugang mit Seil und Beengte Räume


Ihr Name?

Jose Luis ORTEGA EGEA 
 

Ihre Nationalität?

Spanier

Erzählen Sie uns etwas über Ihren Beruf und Ihre Berufserfahrung, Ihre Leidenschaft und Ihre Hobbys.

Ich bin Seilzugangstechniker und arbeite im Baugewerbe und in der Industrie. Ich bewege mich seit 23 Jahren in vertikalen Arbeitsumgebungen. Neben meinem Beruf begeistere ich mich ebenfalls für die Wettkämpfe des Petzl RopeTrip®. 

Können Sie uns Ihr Unternehmen kurz vorstellen?

Unsere Firma ist in Spanien ansässig und trägt den Namen „Vertraver Trabajos Verticales“.

 

Erzählen Sie uns etwas über einen Ihrer Einsätze.

Was war das Ziel?

Das letzte Projekt, an dem wir gearbeitet haben, war der Aufbau eines Stahlgerüstes für die Installation einer Seilkamera im Fußballstadion Reale Arena in San Sebastián.

Welche Mittel wurden dabei eingesetzt? 

Für dieses Projekt wurde ein komplettes Team bestehend aus Schweißern, Ingenieuren, Spezialisten für Kameratechnik sowie ein Höhenrettungsteam eingesetzt. Es mussten große Mengen an Arbeitsgeräten und Material transportiert werden. Dazu gehörte auch die erforderliche Ausrüstung für seilunterstützte Zugangs- und Arbeitsverfahren, Rettungssituationen und Telekommunikation.

Welche Besonderheiten, Vorgaben, Schwierigkeiten waren dabei zu beachten?

Der Kunde hat uns mit der Installation des gesamten Sicherheitssystems für die Arbeitskräfte beauftragt. Wir haben Systeme zum Hochziehen von Lasten eingerichtet, um die zu installierenden schweren Teile nach oben zu befördern und sie am vorgesehenen Platz zu positionieren. Das war viel Arbeit für uns. Wir mussten uns im unteren Teil des Stadiondaches fortbewegen und zahlreiche Anschlagpunkte sowohl für die Arbeits- und Sicherheitsseile als auch zum Hochziehen der Stahlträger einrichten, die für die Ton- und Bildtechniker erreichbar sein mussten.

Für das Seil der Kamera mussten wir 14 m über dem Dach des Stadions in einem Rohr von 90 cm Durchmesser mehrere Seilrollen platzieren. Wir waren gezwungen lösbare Seilsysteme zu installieren und hierfür vom Dach des Stadions aus eine Art „Steinschleuder“ zu verwenden, da es keine andere Zugangsmöglichkeit zu den Rohren gab. Dadurch wurde dieses spektakuläre Projekt zu einem echten Abenteuer!

Was ist das Wichtigste bei einem solchen Arbeitseinsatz?

Das Wichtigste ist die Beaufsichtigung der vor Ort arbeitenden Personen, denn Tätigkeiten an hochgelegenen Arbeitsplätzen und der Umgang mit mechanischen Arbeitsgeräten wie z.B. Schleifmaschinen, Schweißgeräte usw. sind mit erheblichen Risiken verbunden. Auch das Heben von Lasten und die Montage der Teile in der Höhe erfordern maximale Konzentration und eine gute Kommunikation innerhalb des Teams.

 

Wie sieht Ihr Berufsalltag aus?

Bei diesem Projekt war ich für die Installation der Systeme zur Absturzsicherung und für die Beaufsichtigung der anderen Seilzugangstechniker zuständig. Zusammen mit einem Kollegen habe ich zudem das Rettungsteam eingewiesen. Es musste in der Lage sein, bei einem Unfall die Erstversorgung und Evakuierung aus dem Arbeitsbereich zu gewährleisten. Ansonsten besteht mein Arbeitsalltag aus ganz unterschiedlichen Dingen: Kostenvoranschläge ausarbeiten, Anschlagpunkte einrichten und Seile installieren, verschiedene Arbeiten ausführen, mit dem Team für den RopeTrip® trainieren und andere Unternehmen bezüglich der Ausführung von Höhenarbeiten beraten.

Können Sie uns eine lustige, persönliche oder unglaubliche Anekdote erzählen?

In den ganzen Jahren, die ich bereits in diesem Beruf arbeite, ist mir so einiges widerfahren. Ich kann Ihnen eine nette Geschichte erzählen, die ich bei der Reparatur eines Lichtschachtes erlebt habe. Eine Bewohnerin des Hauses stellte jeden Morgen für uns alle Kaffee, Milch und Gebäck auf den Fenstersims. Das Besondere dabei war, dass wir 30 Meter über dem Boden hingen. Ein wahrer Geschmack des Ruhmes!

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