Petzl Nachrichten Jorg Verhoeven: Der Helm war meine Rettung - Petzl Other
Suchen
Gemeinschaft Neuigkeiten Jorg Verhoeven: Der Helm war meine Rettung

Jorg Verhoeven: Der Helm war meine Rettung

Es war ein spektakulärer Sturz, der schlimm hätte enden können. Jorg Verhoeven ist ein erfahrener Trad Climber und kennt die damit verbundenen Risiken. Aber auf einen so schweren Sturz in dieser Route des Dream Canyon (USA), bei dem ihm letztendlich nichts passiert ist, war er nicht vorbereitet. Er beschreibt seinen Sturz – und die Vorteile eines Petzl-Helms mit TOP AND SIDE PROTECTION.

14 April 2020

Klettern

©2020 PETZL Distribution -Jon Glassberg of Louder Than Eleven (www.lt11.com)

Es dürfte für niemanden etwas Neues sein: Beim Klettern schützt der Helm nicht nur vor herabfallenden Gegenständen (Steine oder Smartphones), sondern er schützt den Kletterer auch bei einem Sturz. Der passionierte Extremkletterer Jorg Verhoeven begeistert sich auch für das Tradclimbing. Er gehört zur Generation der Kletterer, die die Bigwalls in Yosemite bezwungen haben. Vor etwas mehr als einem Jahr hat er - nicht ganz freiwillig - die Schutzeigenschaften seines Helms bei einem spektakulären Sturz auf die Probe gestellt. „China Doll ist eine fantastische Trad-Route im Dream Canyon, in der Nähe von Boulder, Colorado. Ich war wegen des Wettkampfs in Vail vor Ort und wollte ein paar interessante Routen in der Gegend klettern. Als ich China Doll sah, wollte ich sie auf der Stelle versuchen. Es ist eine ziemlich lange Route, die einem Riss in einer Verschneidung folgt. Zwar ist der erste Teil mit Bohrhaken abgesichert, aber ich beschloss, sie nur mit Klemmkeilen zu klettern.“ 

©2020 PETZL Distribution -Jon Glassberg of Louder Than Eleven (www.lt11.com)

Stürzen ist immer ein Risiko

Als ehemaliger Wettkampfkletterer und Sieger des Weltcups 2008 im Schwierigkeitsklettern hat Jorg Verhoeven reichlich Erfahrung im Fels: er schaffte 2014 die 4. freie Begehung der legendären Nose (900 m, 8b+) am El Capitan und 2016, ebenfalls am El Capitan, die erste Wiederholung von Dihedral Wall (900 m, 8b+). „Die Absicherungen in der China Doll sind in Ordnung und nicht zu weit voneinander entfernt. Ich hatte am Vortag ein paar Versuche gemacht und fühlte mich für die Begehung bereit. Der obere Abschnitt besteht aus Felsblöcken mit einigen komplexen Kletterzügen und schlechten Tritten im Riss oder direkt daneben. Man muss sich fest mit den Füßen abstützen und mir wurde klar, dass das Seil bei einem Sturz hinter mein Bein geraten konnte. Ich hatte bei meinem Versuch alles daran gesetzt und beschloss, diese Kletterzüge entsprechend anzugehen.“ Aber es läuft nicht alles wie geplant und Jorg stürzt. „Als mein Fuß abrutschte, geschah, was ich befürchtet hatte. Das Seil hatte sich hinter meinem Bein verfangen und ich stürzte kopfüber nach unten. Dank der dynamischen Sicherung war der Aufprall nicht zu stark. Aber ohne Helm hätte ich mich mit Sicherheit verletzt. 

©2020 PETZL Distribution -Jon Glassberg of Louder Than Eleven (www.lt11.com)
©2020 PETZL Distribution -Jon Glassberg of Louder Than Eleven (www.lt11.com)

Ich danke dem Petz-Helm!

Jorg Verhoeven ist hier widerfahren, was alle Kletterer bei einem Sturz befürchten: dass sich das Seil beim Sturz nicht vor, sondern hinter dem Fuß befindet, so dass der Kletterer kopfüber nach unten stürzt. „Beim Tradclimbing sind merkwürdige Stürze wie dieser keine Seltenheit. Deshalb habe ich mich schon vor langem dafür entschieden, bei dieser Kletterart einen Helm zu tragen.“ Zumal man nicht weit über einen Klemmkeil hinaus klettern muss, um einen solchen Sturz zu riskieren: Im Fels kann jeder Tritt quer zur Wand dazu führen, dass das Seil im Eifer des Gefechts hinter das Bein gerät. „Meines Erachtens kann schon der geringste Sturz, bei dem der Kletterer die Kontrolle über seinen Körper verliert, gefährlich werden. Deshalb muss der Kopf von einem Helm geschützt werden.“ Und nicht nur die Oberseite des Kopfes: Mit der TOP AND SIDE PROTECTION sind die Petzl-Helme darauf ausgelegt, den Aufprallschutz auch im vorderen, seitlichen und hinteren Kopfbereich zu gewährleisten: Genau das ist geschehen, als Jorg mit voller Wucht mit dem Hinterkopf an die Wand geprallt ist. Ein Petzl-Helm mit dem TOP AND SIDE PROTECTION Label schützt nicht nur vor von oben herabfallenden Gegenständen, er schützt auch den Kletterer selbst im Falle eines Sturzes. Daher bieten diese Helme zusätzliche Sicherheit für das kostbarste Gut eines Menschen: sein Kopf! „Beim Klettern und Bergsteigen ist die Wahrscheinlichkeit, beim Klippen von Bohrhaken oder beim Setzen von Klemmkeilen einen solchen Sturz zu erleben und mit einer Seite des Kopfes an die Wand zu prallen, nicht zu unterschätzen“, so Jorg. Er liebt die mentale Herausforderung beim Tradclimbing: „Es ist die ganze Vorgehensweise, d.h. den Weg zu suchen und die eigenen Sicherungen zu platzieren, die diese Variante des Kletterns so reizvoll macht. Es ist etwas ganz anderes als bei anderen Spielarten des Klettersports, die ich auch betreibe. Bei jeder Klettertour frage ich mich, ob ich einen Helm tragen soll. Beim Tradclimbing habe ich ihn immer auf dem Kopf. Beim klassischen Felsklettern in einem Überhang verzichte ich darauf. Es ist Sache jedes Einzelnen für sich zu prüfen, ob er für seinen Klettersport und in Abwägung der Situation einen Helm benötigt. Sich darüber Gedanken zu machen, ist oftmals der erste und wichtigste Schritt.“ Um einen kühlen Kopf zu behalten.

Verwandte Meldungen