Verbinden eines Kletterseils mit dem Gurt - Petzl Schweiz
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Verbinden eines Kletterseils mit dem Gurt

Das Einbinden mittels Anseilknoten oder mittels Karabiner(n) bietet nicht das gleiche Maß an Sicherheit. Je nach Situation ist das eine oder andere von Vorteil.

Warnhinweis

  • Lesen Sie die Gebrauchsanweisungen der Produkte, um die es in diesem Tech Tipp geht, aufmerksam durch, bevor Sie diesen zu Rate ziehen. Um diese Zusatzinformationen verstehen zu können, müssen Sie zuerst die in der Gebrauchsanweisung enthaltenen Informationen richtig verstanden haben.
  • Die Beherrschung dieser Techniken setzt eine entsprechende Ausbildung und ein spezielles Training voraus. Prüfen Sie zusammen mit einem Profi, ob Sie in der Lage sind, den Vorgang alleine sicher zu wiederholen, bevor Sie ihn eigenständig durchführen.
  • Wir geben Beispiele für die mit Ihrer Aktivität verbundenen Techniken. Möglicherweise gibt es noch andere Techniken, die hier nicht beschrieben werden.

Der Knoten stellt die beste Lösung zum Einbinden oder zum Verbinden eines Seils mit dem Gurt dar.

Er ist eine bewährte, in alle Zugrichtungen belastbare Lösung. Selbst wenn der Anwender bei einem Sturz nach hinten kippt oder bei Schlägen und Stößen von außen. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein korrekt ausgeführter Knoten unbeabsichtigt öffnet, nahezu Null.

Ein Knoten ist in allen Situationen ratsam, in denen ein Sturzrisiko besteht und ein Redundanzsystem (z.B. mit zweitem Seil oder Karabiner als Back-Up) nicht möglich ist: Klettern, schwer zugängliche Bereiche usw.

1. Risiken des Anseilens mit nur einem Karabiner

Risiko, dass sich der Karabiner öffnet, weil der Schnapper nicht richtig geschlossen oder die Verriegelungshülse nicht richtig verriegelt wurde (manuelles oder automatisches Verriegelungssystem).

Risiko, dass sich der Karabiner durch Reibung an der Verriegelungshülse und daraus resultierender Öffnung des Schnappers öffnet.

Risiko, dass der Karabiner aufgrund falscher Positionierungen oder Belastungen der Verriegelungshülse beschädigt wird.

2. Lösungen zur Reduzierung der Risiken beim Einbinden mit nur einem Karabiner

Es ist ratsam, folgende Vorsichtsmaßnahmen zu beachten/zu kombinieren:

Lösungen per Wahl der Ausrüstung:

- Verwendung eines zweiten Systems (Redundanz).

- Verwendung eines Systems, das den Karabiner in der richtigen Position hält, um die Risiken einer Falschpositionierung zu reduzieren.

- Verwendung eines Karabiners, der sich nur mit einem Werkzeug entriegeln lässt, um das Risiko eines unbeabsichtigten Öffnens zu reduzieren.

Der Anwender muss trotz materieller Lösung unbedingt wachsam sein:

- Beim Einhängen prüfen, ob der Karabiner richtig geschlossen ist und richtig positioniert wurde.

- Während des Gebrauchs regelmäßig kontrollieren, ob der Karabiner richtig positioniert und verriegelt ist.

- Das Seil straff halten, um das Risiko eines Sturzes und einer unkontrollierten Bewegung des Karabiners zu reduzieren.

2.1. Prinzip der Redundanz (Verwendung von zwei unabhängigen Systemen)

Die Redundanz reduziert nicht das Risiko des Versagens eines Systems, sondern dessen Folgen (vorausgesetzt, es handelt sich dabei um zwei unabhängig voneinander funktionierende Systeme).

Zwei parallel und gegenläufig eingehängte Verschlusskarabiner

(Siehe Erklärung unten auf der Seite)


Kein spezielles Material.

Redundanz bezogen auf die Karabiner als Verbindungsglied.

Keine Möglichkeit, die Karabiner in Position zu halten.

Zwei getrennte Seile mit jeweils einem Verschlusskarabiner


Komplette Redundanz.

Möglichkeit, die Karabiner in Position zu halten.

Beide Seile müssen gleichzeitig straff gehalten werden.

Vorsichtsmaßnahmen

• Beim Einhängen prüfen, ob der Karabiner richtig geschlossen ist und richtig positioniert wurde.

• Während des Gebrauchs regelmäßig kontrollieren, ob der Karabiner richtig positioniert und verriegelt ist.

• Das Seil straff halten, um das Risiko eines Sturzes und einer unkontrollierten Bewegung des Karabiners zu reduzieren.

2.2. Lösungen, um den Karabiner am Seil in Position zu halten

Das System zum Positionieren des Karabiners reduziert mögliche Falschpositionierungen. Kombiniert mit einem 3-Wege-Verriegelungssystem wird so das Risiko einer unbeabsichtigten Öffnung während des Gebrauchs reduziert (wenn der Karabiner beim Einhängen richtig geschlossen und verriegelt wurde).

TRIACT-LOCK- oder BALL-LOCK-Karabiner mit Kunststoffhülle am Seilende


Schnelle Verbindung.

Guter Halt des Karabiners in der richtigen Position.

Keine Redundanz.

Risiko, dass der Karabiner beim Einhängen nicht richtig verriegelt wird, besteht weiterhin.

TRIACT-LOCK- oder BALL-LOCK-Karabiner mit CAPTIV und festem Knoten


Schnelle Verbindung.

Mit jedem Seil durchführbar.

Keine Redundanz.

Risiko, dass der Karabiner beim Einhängen nicht richtig verriegelt wird, besteht weiterhin.

Bei einem Knoten mit großer Schlaufe besteht das Risiko einer falschen Positionierung am CAPTIV: siehe Gebrauchsanweisung des CAPTIV.

Vorsichtsmaßnahmen

• Beim Einhängen prüfen, ob der Karabiner richtig geschlossen ist und richtig positioniert wurde.

• Während des Gebrauchs regelmäßig kontrollieren, ob der Karabiner richtig positioniert und verriegelt ist.

• Das Seil straff halten, um das Risiko eines Sturzes und einer unkontrollierten Bewegung des Karabiners zu reduzieren.

2.3. Lösungen für eine langfristige Verbindung mit Karabinern, die mit einem Werkzeug geöffnet werden

Verwenden Sie nach Möglichkeit einen mit einem Werkzeug verriegelten Karabiner, bei dem die Wahrscheinlichkeit einer unbeabsichtigten Öffnung sehr gering ist.

RING OPEN

(oder Schließring bzw. Maillon rapide)


Einzige Lösung, die mit der Verwendung eines Knotens gleichzusetzen ist.

Runde Verbindungsöse, gleiche Bruchlast in allen Richtungen (außer beim Aufliegen auf einer Kante).

Kein Schwachpunkt wie die Verriegelungshülse der Karabiner.

Nicht schneller anzuwenden als ein Knoten.

Am’D PIN-LOCK mit Kunststoffhülle am Seilende


Kann mit diversen Werkzeugen, die eine Spitze aufweisen, geöffnet werden. Kein Spezialschlüssel erforderlich.

Nahezu unempfindlich gegen Reibung an der Verriegelungshülse.

Keine Redundanz.

Risiko, dass der Karabiner beim Einhängen nicht richtig verriegelt wird, besteht weiterhin.

Vorsichtsmaßnahmen

• Beim Einhängen prüfen, ob der Karabiner richtig geschlossen ist und richtig positioniert wurde.

Vorsichtsmaßnahmen

• Beim Einhängen prüfen, ob der Karabiner richtig geschlossen ist und richtig positioniert wurde.

• Während des Gebrauchs regelmäßig kontrollieren, ob der Karabiner richtig positioniert und verriegelt ist.

• Das Seil straff halten, um das Risiko eines Sturzes und einer unkontrollierten Bewegung des Karabiners zu reduzieren.

3. Anhang

Redundanz mit zwei Verschlusskarabinern: Erklärung der Positionierung der Karabiner.

Die Karabiner müssen parallel und gegenläufig eingehängt werden.

Ziel ist es, dass die beiden Schnapperöffnungen niemals genau gleich ausgerichtet sind, auch wenn sich einer der Karabiner während des Gebrauchs dreht.

Richtige Positionierung der beiden Karabiner beim Einhängen:

Positionierung, wenn sich der Karabiner während des Gebrauchs bewegt.

Falsche Positionierung der beiden Karabiner beim Einhängen:

Positionierung, wenn sich der Karabiner während des Gebrauchs bewegt.