Verbindungsknoten an der RAD LINE - Petzl Other
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Verbindungsknoten an der RAD LINE

Tests der beim Abseilen und bei der Fortbewegung auf einem Gletscher mit der RAD LINE-Reepschnur verwendeten Verbindungsknoten.

Warnhinweis

  • Lesen Sie aufmerksam die Gebrauchsanleitung vor dem Betrachten der folgenden Techniken.
  • Sie müssen die Gebrauchsanweisung verstanden haben, um diese zusätzlichen Informationen zu verstehen.
  • Das Beherrschen dieser Techniken erfordert eine Ausbildung und spezifisches Training
  • Üben Sie die Bedienung zunächst mit einer fachkundigen Person und in völliger Sicherheit, bevor Sie das Gerät selbstständig einsetzen.

1. Abseilen mit der RAD LINE: empfohlener Knoten zum Verbinden von zwei Strängen

Abseilen mit der RAD LINE: empfohlener Knoten zum Verbinden von zwei Strängen

Die Tests zeigen, dass alle sorgfältig ausgeführten und vor Verwendung festgezogenen Knoten eine ausreichende Festigkeit für normale Belastungen bei einem Abseilvorgang aufweisen. Die eigentliche Frage ist nicht die Festigkeit des Knotens, sondern seine Eignung, das Umschlagen zu verhindern. Das Umschlagen des Knotens kürzt die überstehenden Seilenden und damit die Sicherheitsreserve. Die beste Vorsichtsmaßnahme ist daher, freie Seilenden von mindestens 30cm überstehen zu lassen.

Sackstich

Der Sackstich bietet, wenn das freie Seilende lang genug ist, eine ausreichende Festigkeit. Er lässt sich ziemlich einfach lösen nach Gebrauch und scheint sich weniger als andere Knoten beim Abziehen des Seils zu verklemmen: Er wird somit für die Verbindung von zwei RAD LINE-Strängen zum Abseilen empfohlen.



Für weitere Informationen verweisen wir auf die Testergebnisse

Hinweis:

- Der Knoten wurde nicht anstehend an den Abseilring getestet.

- Der Knoten wurde nicht bei der Verbindung von zwei Seilen unterschiedlicher Durchmesser getestet.

- Die Tests wurden ausschließlich mit der RAD LINE-Reepschnur durchgeführt.

Achtung

Achtung: Der Achterknoten kann sich sehr unterschiedlich verhalten, je nachdem, ob er richtig oder falsch geknüpft und ob er richtig festgezogen wurde oder nicht. Außerdem ist er nach der Belastung oft schwer zu lösen. Aus diesem Grund scheint der Sackstich für diese Verwendung sicherer zu sein.

Der zuverlässige und feste, aber ebenfalls schwer zu lösende Spierenstich ist dafür bekannt, dass er sich beim Abziehen des Seils leicht verklemmt.

2. Anseilen in der Gletscherseilschaft mit der RAD LINE: empfohlener Knoten zum Verbinden von zwei Strängen

Anseilen in der Gletscherseilschaft mit der RAD LINE: empfohlener Knoten zum Verbinden von zwei Strängen
Sackstich
oder
Sackstich mit Blockierknoten

Der Sackstich oder der Sackstich mit Blockierknoten werden für die Verbindung von zwei RAD LINE-Strängen zum Anseilen in der Gletscherseilschaft empfohlen.



Für weitere Informationen verweisen wir auf die Testergebnisse

Die Tests zeigen, dass die Belastung bei einem Sturz ausreichen kann, um den nicht richtig festgezogenen Achterknoten umschlagen oder den Sackstich schlüpfen zu lassen. Daher ist es wichtig, den Knoten sorgfältig zu knüpfen und festzuziehen und freie Seilenden von mindestens 30cm überstehen zu lassen.

Wir wissen, dass ein voluminöserer Knoten in der Gletscherseilschaft von Vorteil ist, um das Aufhalten eines Sturzes zu erleichtern (durch Verklemmen des Knotens am Spaltenrand).

Wir können deswegen nur dazu raten, die freien Seilenden mit einem zusätzlichen Blockierknoten zu versehen:

- Um einen Blockierknoten knüpfen zu können, muss das freie Seilende entsprechend lang sein.

- Das Volumen des Knotens ist im Falle eines Sturzes von Vorteil.

3. Hinweis zum Festziehen des Knotens

In dieser Untersuchung gilt ein Knoten als „richtig festgezogen“, wenn alle 4 Stränge einzeln nacheinander festgezogen wurden. Es reicht nicht, die beiden Stränge auf jeder Seite des Knotens zusammen festzuziehen.

Sackstich mit Blockierknoten
Sackstich mit Blockierknoten

4. Ergebnisse der durchgeführten Tests

Achtung: Die angegebenen Werte gelten nur für die RAD LINE. Sie können bei Reepschnüren anderer Durchmesser oder aus anderen Materialien, insbesondere bei Reepschnüren mit einem glatteren Dyneema-Mantel oder Verbindungen unterschiedlich dicker Reepschnüre, sehr unterschiedlich sein.

4.1. Zugversuch, Verbindung von zwei RAD LINE-Strängen

Achterknoten

Richtig ausgeführter und festgezogener Achterknoten:

Der Knoten schlägt zum ersten Mal zwischen 5 und 7 kN um.

Der Knoten schlägt weitere Male zwischen 5 und 7 kN um.

Das Seil löst sich, wenn durch wiederholtes Umschlagen des Knotens das freie Seilende vollständig aufgebraucht wurde. (Bei jedem Umschlagen des Knotens werden 2 bis 3 cm freies Seilende eingezogen.)



Richtig ausgeführter, aber nicht festgezogener Achterknoten:

Der Knoten schlägt zum ersten Mal zwischen 1,2 und 2,6 kN um.

Der Knoten schlägt weitere Male zwischen 5 und 7 kN um.

Das Seil löst sich, wenn durch wiederholtes Umschlagen des Knotens das freie Seilende vollständig aufgebraucht wurde.

Sackstich

Richtig ausgeführter und festgezogener Sackstich:

Der Knoten schlägt zum ersten Mal zwischen 4 und 5 kN um.

Der Knoten schlägt weitere Male zwischen 2 und 3 kN um.

Das Seil löst sich, wenn durch wiederholtes Umschlagen des Knotens das freie Seilende vollständig aufgebraucht wurde. (Beim ersten Umschlagen des Knotens werden 2 bis 3 cm freies Seilende eingezogen, durch weiteres Umschlagen wird jeweils etwa 1 cm Seilende eingezogen, allerdings bereits bei geringerer Belastung).



Richtig ausgeführter, aber nicht festgezogener Sackstich:

Der Knoten schlägt zum ersten Mal zwischen 3,5 und 5 kN um.

Der Knoten schlägt weitere Male zwischen 2 und 3 kN um.

Das Seil löst sich, wenn durch wiederholtes Umschlagen des Knotens das freie Seilende vollständig aufgebraucht wurde.

Doppelter Spierenstich

Doppelter Spierenstich:

Bruch der Reepschnur bei 9 kN.

Der Knoten schlägt vor dem Bruch nicht um.

4.2. Auffangtest, Verbindung von zwei RAD LINE-Strängen

Die Zugversuche wurden durch Auffangtests ergänzt.

Um die Auffangtests wiederholen zu können, wurden diese mit einer starren Masse von 80 kg aus 35 cm Höhe im Labor durchgeführt. Bei einem echten Spaltensturz ist die Sturzhöhe mit Sicherheit größer, aber der Fangstoß wird in dem Fall wahrscheinlich durch mehrere Faktoren begrenzt: Reibung des Seils am Spaltenrand, Bewegung des Sicherungspartners, Verformung des Gurts, Festziehen der Knoten, Aufnahme von Fallenergie durch den Körper usw. Vergleicht man die in der Praxis gemessenen Belastungen, so zeigt sich, dass die im Labor mit einer starren Masse erzielten Fangstoßwerte etwas über den in der Praxis auftretenden Werten liegen.

Achterknoten

Richtig ausgeführter und festgezogener Achterknoten:

Am Fixpunkt gemessene Belastung über 5 kN.

Sehr geringer Seilschlupf im Knoten.



Richtig ausgeführter, aber nicht festgezogener Achterknoten:

Der Knoten schlägt erstmals bei 2 kN um, danach zieht sich der Knoten wieder zu und hält den Sturz bei einer Belastung von etwa 5 kN: Gefahr, wenn das freie Seilende zu kurz ist!

Sackstich

Richtig ausgeführter und festgezogener Sackstich:

Am Fixpunkt gemessene Belastung zwischen 3 und 4 kN.

Seildurchlauf von über 10 cm im Knoten: Gefahr, wenn das freie Seilende zu kurz ist!



Richtig ausgeführter, aber nicht festgezogener Sackstich:

Verhalten ähnlich wie beim festgezogenen Knoten: Gefahr, wenn das freie Seilende zu kurz ist!

Sackstich mit einfachem Blockierknoten

Sackstich mit einfachem Blockierknoten:

Am Fixpunkt gemessene Belastung zwischen 4 und 4,5 kN.

Der Schlupf im ersten Knoten wird durch den zweiten Knoten, bei dem kein Seilschlupf auftritt, gestoppt. Dies war bei unseren Tests die sicherste Konfiguration.