Explosionsfähige Atmosphären: HAZLOC-Standard - Petzl Deutschland
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Explosionsfähige Atmosphären: HAZLOC-Standard

Warnhinweis

  • Lesen Sie aufmerksam die Gebrauchsanleitung vor dem Betrachten der folgenden Techniken.
  • Sie müssen die Gebrauchsanweisung verstanden haben, um diese zusätzlichen Informationen zu verstehen.
  • Das Beherrschen dieser Techniken erfordert eine Ausbildung und spezifisches Training
  • Üben Sie die Bedienung zunächst mit einer fachkundigen Person und in völliger Sicherheit, bevor Sie das Gerät selbstständig einsetzen.

Explosionsfähige Atmosphären

1. Zündquelle (Flamme, Funke, heiße Stelle)

2. Sauerstoffgehalt der Luft

3. Brennstoff (entzündliche Gase oder Dämpfe, Staub)

Unter welchen Bedingungen kann eine Explosion auftreten?

Explosionsgefahr besteht, wenn mehrere Elemente zusammenkommen:

  • Ein Sauerstoffträger: z.B. Sauerstoff der Luft
  • Ein Brennstoff:
    • Gase oder Dämpfe: Kohlenwasserstoffe, Lösungsmittel, Lacke, Verdünnungsmittel, Benzin, Alkohol, Farbstoffe, Parfüm, Chemikalien, Substanzen zur Herstellung von Kunststoffen usw.
    • Pulver oder Staub: Magnesium, Aluminium, Schwefel, Cellulose, Getreide, Kohle, Holz, Milch, Harze, Zucker, Stärke, Polystyrol, Düngemittel usw.
  • Heiße Oberfläche oder Zündquelle.

Bei der Befüllung von Getreidesilos beispielsweise erreicht der Staubgehalt der Luft Höchstwerte. Die Atmosphäre ist in diesem Fall gefährlich: Ein Anstieg der Temperatur oder ein einfacher Funke kann zur Explosion führen.

Wenn ein Explosionsrisiko (Gas oder Staub) in einem Bereich identifiziert wird, gelten für diesen bestimmte Sicherungsanforderungen, die den Einsatz von speziellen, explosionsgeschützten Betriebsmitteln vorschreiben. Sie bieten unterschiedliche Zündschutzarten, um das Explosionsrisiko zu unterbinden.

HAZLOC-Norm

Was bedeutet HAZLOC?

Die HAZLOC-Zertifizierung betrifft vorwiegend den nordamerikanischen Raum.

Sie zielt darauf ab, die mit der Explosion bestimmter Atmosphären verbundenen Risiken zu beherrschen.

Sie umfasst zwei Elemente:

  • Prüfung und Bewertung der verwendeten Produkte
  • Inspektion im Werk

Wie werden die für den Einsatz in einer explosionsfähigen Umgebung geeigneten Geräte ausgewählt?

In der HAZLOC-Norm werden die Gefahrenbereiche nach drei Methoden klassifiziert:

  • Art des Gefahrenbereichs
  • Bedingungen
  • Art der gefährlichen Substanzen oder Materialien

Art des Gefahrenbereichs

Die gefährdeten Bereiche werden in drei Klassen eingestuft:

  • Klasse I: Sie bezieht sich auf einen Bereich, in dem bestimmte Gase oder Dämpfe in ausreichender Menge auftreten können, um die Atmosphäre explosionsfähig oder entzündlich zu machen. Beispiele: Ölraffinerien, Tankbereiche, Oberflächenbehandlung mit Spritzgeräten usw.
  • Klasse II: Sie bezieht sich auf einen Bereich, der durch das Vorhandensein von in der Luft schwebenden brennbaren Stäuben gefährdet ist. Beispiele: Getreidesilos, Herstellung von Kunststoffen, Aluminium, Medikamenten und Feuerwerkskörpern usw.
  • Klasse III: Sie bezieht sich auf einen Bereich, in dem sich Fasern und umherfliegende Partikel in der Nähe einer Maschine oder auf Beleuchtungsgeräten ansammeln und durch Hitze, Funken oder heißes Metall entzünden können. Beispiele: Textilwerke, Leinenverarbeitung, Werke, in denen Sägemehl oder umherfliegende Partikel produziert werden usw.

Bedingungen

Es gibt zwei Arten von Bedingungen:

  • Division 1 (normale Bedingungen): Das Risiko ist während der normalen Fertigungsprozesse sowie bei geläufigen Reparatur- und Wartungsarbeiten vorhanden.
  • Division 2 (anormale Bedingungen): Die gefährliche Substanz tritt nur im Falle eines Bruchs oder einer Fehlfunktion auf.

Art der gefährlichen Substanzen oder Materialien

  • Die in den Risikobereichen der Klasse I auftretenden Gase und Dämpfe werden in vier Gruppen unterteilt: A, B, C und D (Diese Substanzen werden nach ihrer Zündtemperatur, ihrem Explosionsdruck und anderen Zündeigenschaften eingestuft).
  • Die in den Risikobereichen der Klasse II auftretenden Substanzen werden in drei Gruppen unterteilt: E, F und G. Diese Gruppen werden entsprechend der Zündtemperatur und der Leitfähigkeit der gefährlichen Substanz eingeordnet. Die Leitfähigkeit betrifft vor allem Metallstäube.
Klasse Gruppe Division
1 2
I

Gase, Dämpfe und Flüssigkeiten
A: Acetylen

B: Wasserstoff usw.

C: Ether usw.

D: Kohlenwasserstoffe, Treibstoffe, Lösungsmittel usw.
Ständig explosionsfähig und gefährlich Normalerweise nicht in einer entzündbaren Konzentration vorhanden (diese Situation kann jedoch unfallbedingt eintreten)
II

Staub
E: Metallstäube (leit- und explosionsfähig)

F: Kohlenstäube (einige sind leitfähig und alle sind explosionsfähig)

G: Mehl-, Stärke-, Getreide-, brennbarer Kunststoff- oder Chemikalienstaub (explosionsfähig)
Bei normalen Bedingungen können entzündbare Staubmengen oder leitende Stäube auftreten Normalerweise nicht in einer entzündbaren Konzentration vorhanden (diese Situation kann jedoch unfallbedingt eintreten)
III

Fasern und umherfliegende Partikel
Textilien, Holzverarbeitung usw. Handhabung oder Verwendung in der Produktion Lagerung oder Handhabung in einem Lagerbereich (keine Fertigung)
Klasse I - Gase, Dämpfe und Flüssigkeiten
Gruppe A: Acetylen

B: Wasserstoff usw.

C: Ether usw.

D: Kohlenwasserstoffe, Treibstoffe, Lösungsmittel usw.
Division 1 Ständig explosionsfähig und gefährlich
Division 2 Normalerweise nicht in einer entzündbaren Konzentration vorhanden (diese Situation kann jedoch unfallbedingt eintreten)
Klasse II - Staub
Gruppe E: Metallstäube (leit- und explosionsfähig)

F: Kohlenstäube (einige sind leitfähig und alle sind explosionsfähig)

G: Mehl-, Stärke-, Getreide-, brennbarer Kunststoff- oder Chemikalienstaub (explosionsfähig)
Division 1 Bei normalen Bedingungen können entzündbare Staubmengen oder leitende Stäube auftreten
Division 2 Normalerweise nicht in einer entzündbaren Konzentration vorhanden (diese Situation kann jedoch unfallbedingt eintreten)
Klasse III - Fasern und umherfliegende Partikel
Gruppe Textilien, Holzverarbeitung usw.
Division 1 Handhabung oder Verwendung in der Produktion
Division 2 Lagerung oder Handhabung in einem Lagerbereich (keine Fertigung)

Über welche Besonderheiten verfügen die zertifizierten Lampen?

Je höher die Zündschutzart einer Stirnlampe ist, desto geringer ist ihre Leuchtkraft. Die zulässigen Strom- und Spannungswerte werden reduziert, um zu gewährleisten, dass das Gerät keine Lichtbogen, Funken oder gefährlichen Temperaturen erzeugt.

Was sagt die Markierung aus?

Alle für den Einsatz in explosionsfähigen Bereichen konzipierten Geräte tragen eine spezielle Kennzeichnung. Diese Markierung enthält alle für die Festlegung der möglichen Einsatzbereiche benötigten Angaben.

Markierungsbeispiel:

FLASHLIGHT FOR USE IN HAZ. LOC.

KLASSE I, DIV. 2 GROUPS C, D, CLASS II, DIV. 2 GROUP G

  • Class I: Vorhandensein von Gas

    (Class I = Gas, Class II = Staub, Class III = Fasern)
  • Div. 2 = Art der Bedingungen

    (Div 1: Vorhandensein bei normalen Bedingungen, Div 2: Vorhandensein bei anormalen Bedingungen)
  • GROUPS C/D: entspricht den Gasklassen, für die das Produkt eingesetzt werden kann.
  • Class II: Vorhandensein von Staub
  • Div. 2: Vorhandensein bei anormalen Bedingungen
  • GROUP G: entspricht den Staubklassen, für die das Produkt eingesetzt werden kann.