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Swissway to Heaven: die legendären Mehrseillängenrouten der Schweiz

Ein inspirierender Film, der es sich zum Ziel gemacht hat möglichst vielen Menschen die Geschichte des Klettersports, seine Werte und seine Entwicklung anhand einer Erkundungsreise durch die Schweiz zu vermitteln. Das Projekt von Cédric Lachat ist eine echte Herausforderung, was die Aufnahmen in der Wand und das Klettern dieser ebenso legendären wie schwierigen Routen angeht. Entdecke die Geschichte „Swissway to Heaven“.

2 November 2020

Mehrseillängenrouten

Cédric Lachat bei der Begehung von "Wögu", Rätikon
Cédric Lachat beim freien Durchstieg von "Yeah Man", 8b+, Gastlosen
 

Die Schweiz, ein Paradies für Mehrseillängenrouten

 
Cédric Lachat ist stolz darauf, dass sein Heimatland Schauplatz seiner sportlichen Leistungen ist: “Viele von uns reisen mit dem Flugzeug, aber das ist unnötig. Wir haben alles vor Ort! Die Schweiz ist ein wahres Paradies zum Mehrseillängen klettern. Es spielten also auch ökologische Überlegungen mit bei der Entscheidung, mein eigenes Land zu zeigen, anstatt bis ans Ende der Welt zu reisen.”
 
So kam es, dass Cédric dieses 14 Monate dauernde Projekt in Angriff nahm. Es ging darum, die fünf schwierigsten Mehrseillängenrouten der Schweiz zu klettern. Ein kurzer Überblick über die Routen und Massive, die er mit seinen Kletterpartnern bezwungen hat: 
 
  • am Eiger: “Odyssée”, 8a+, mit Tobias Suter
     
  • im Lauterbrunnental: “The Fly”, 8c, mit Tobias Suter
     
  • in den Gastlosen: “Yeah Man”, 8b+, mit Melissa Le Nevé
     
  • an den Wendenstöcken: “Zahir”, 8b+, mit Fabien Dugit
     
  • im Rätikon: “Wögu”, 8c, mit Nina Caprez 
 
Zum Drehteam gehören jene, die bei Aufnahmen in der Felswand immer dabei sind: Guillaume Broust als Regisseur, Mathis Dumas als Kameramann und Marc Daviet als Fotograf.
 
 

 

Filmen und klettern: eine Herausforderung 

 
Die Anforderungen des Filmens kombiniert mit denen des Kletterns machen das Projekt zu einer komplexen Unternehmung. Was Cédric bestätigt: “Ich musste das richtige Gleichgewicht zwischen den Momenten finden, in denen es um die Bilder ging und denjenigen, in denen das Klettern der Routen im Vordergrund stand. Aber ich wollte es so. Es war mir wichtiger etwas zu erzählen, als alles zu schaffen. Gleichzeitig einen Film zu drehen und eine Route zu klettern macht das Ganze authentischer und emotionaler. Aber es bedeutet auch mehr Druck.” 
 
Um einen Film zu drehen, muss das Kletterteam sehr sorgfältig ausgewählt werden: “Eine Mehrseillängenroute zu klettern und ein Projekt zu realisieren ist nicht das Gleiche wie einen Film zu drehen. Es setzt voraus, dass du nicht nur ein sehr erfahrener Kletterer bist, sondern du musst auch für das Filmen geeignet sein. Das bedeutet, du musst warten können und sehr viel Geduld aufbringen“, erklärt Cédric. „Das ist sehr anstrengend. Ich habe es auf jeden Fall sehr genossen, mit meinen Kameraden zu klettern. Es war ein fantastisches gemeinsames Abenteuer!”
 
 

Eine große Herausforderung

 
Gleichzeitig Kletterer, Filmproduzent und Organisator zu sein erfordert viel Energie. Ein fabelhaftes Abenteuer für Cédric: “Fünf Mehrseillängenrouten mit unterschiedlichen Personen in verschiedenen Gegenden der Schweiz, das bringt einige logistische Probleme mit sich: Zeitplan der Teammitglieder, gutes Wetter zum richtigen Zeitpunkt und das Klettern der Routen. Eine der größten Schwierigkeiten war es, alle beteiligten Personen zu koordinieren. Fünf Projekte, das ist ziemlich viel!”
 
“Ich habe viele Sponsoren angesprochen, um die benötigten finanziellen Mittel zu bekommen. Auch das bedeutet ziemlich viel Druck.  Und diesen Druck hatte ich bis zur letzten Minute. Ich hatte große Zweifel. Jede gekletterte Route war eine echte Erleichterung. Aber letztendlich tun wir genau das, was wir lieben und die Organisation der Projekte macht mir fast noch mehr Spaß als das Klettern! Es ist die Rolle des Filmemachers, die mir gefällt. Dieses Projekt war eine Herausforderung, wie ich sie liebe!”
 
 

​Cédric Lachat und Tobias Suter während der Begehung von "Odyssee", Eiger Nordwand 
 

Mehr als ein Kletterfilm

 
Neben dem Klettern sollte der Film auch eine Rückbesinnung sein auf diejenigen, die es Jahre zuvor gewagt hatten, diese legendären Linien mit nur wenig Ausrüstung zu erschließen. Es ist eine Begegnung mit Claude Rémy, Beat Kammerlander, Roger Schäli, und Stephan Sigrist. Er erklärt: “Es gehörte wirklich viel Mut dazu auch nur daran zu denken, derart harte Routen zu erschließen. Die Idee war, sich damit zu beschäftigen, wie die Routenerschließer angefangen haben: z.B. am Eiger und ohne Kletterschuhe! Es ist auch eine gute Gelegenheit, um die Entwicklung des Klettersports am Beispiel der Schweiz und ihren schwierigen Routen zu zeigen.”
 
Herausforderung bestanden! Nach monatelanger Arbeit kann sich Cédric ruhigen Gewissens eine Pause gönnen. Er hat dieses große Projekt realisiert und bereits andere Routen, die er klettern möchte, und Höhlen, die er erkunden möchte, im Kopf. Der Film Swissway to Heaven erscheint im Herbst 2021!
 

 


 

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