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Die Komponenten eines Steigeisens richtig verstehen

Frontalzacken, Verbindungssteg für die Einstellung, vordere Bindung… Dieser Leitfaden soll dir helfen, die einzelnen Bestandteile eines modernen Steigeisens bis ins Detail zu verstehen.

17 November 2017

Bergsteigen

Die Komponenten eines Steigeisens

 

1. Frontalzacken

Wir beginnen mit dem Frontteil des Steigeisens und werfen zunächst einen Blick auf die „Frontalzacken“. Durch die 1929 entwickelten Zacken wurde es Bergsteigern von heute auf morgen möglich, die Füße direkt in steile Firnhänge und Steileis zu treten, so dass ihnen das Schlagen von Stufen bei aufsteilendem Gelände fortan erspart blieb.

Horizontale Zacken vs. Zacken mit T-Profil

  • Horizontale Frontalzacken sind hauptsächlich für Schnee- und Eisfelder geeignet. Die horizontale, flache Struktur verteilt das Gewicht des Bergsteigers auf eine größere Fläche und gewährleistet dadurch einen stabileren Halt im Schnee.
  • Frontalzacken mit T-Profil, die aussehen wie eine kleine Haue für Eispickel, sind speziell für hartes Eis geeignet.

Monozacken vs. Doppelzacken

  • Ein Steigeisen mit einer einzigen Frontalzacke (Monozacke) ermöglicht ein sehr präzises Platzieren des Fußes. Diese Konfiguration ist für Gelände mit vielen Unebenheiten in der Eisoberfläche oder für vertikale Felsgelände (Mixed oder Drytooling) von Vorteil.
  • Zwei Frontalzacken (Doppelzacken) bieten zwei Auflagepunkte und somit eine größere Fläche und stabileren Halt. Doppelzacken-Steigeisen werden häufig zum Klettern von Eisfällen oder Eisstalaktiten bevorzugt.

 

2. Zweite Zackenreihe

Hinter den Frontalzacken befindet sich die zweite Zackenreihe. Die Form dieser Zacken hängt von der hauptsächlichen Verwendung der Steigeisen ab. Für steile und vertikale Gelände bestimmte Steigeisen verfügen über eine gezahnte, nach vorne zeigende zweite Zackenreihe. Diese Konfiguration ermöglicht es dem Kletterer, sein Gewicht besser auf die zweite Zackenreihe zu verlagern, um den Halt im Eis oder in steilem Gelände zu verbessern. Bei Steigeisen, die zum klassischen Bergsteigen verwendet werden, ist die zweite Zackenreihe nicht gezahnt und stärker nach unten gerichtet, um einen besseren Kontakt mit dem Schnee zu gewährleisten.

 

3. Dritte Zackenreihe

Einige Steigeisen haben direkt hinter der zweiten eine dritte, nach hinten zeigende Zackenreihe. Diese Zacken sind zum akrobatischen Klettern im Eis oder Mixed-Gelände geeignet und bieten sicheren Halt beim Hooken.

 

4. Nach unten gerichtete Zacken

Die Steigeisen haben zwei oder drei weitere dreieckige, nach unten gerichtete Zackenreihen. Diese Zacken geben bei aufrechtem Gehen auf Schnee und Eis Halt. Je mehr Zacken ein Steigeisen hat, desto schwerer ist es und desto besseren Halt bietet es.

 

5. Antistollplatten

In aufgeweichtem oder nassem Schnee können sich Stollen unter dem Steigeisen bilden. Die ANTISNOW-Platten von Petzl verhindern das Ansammeln von Schnee unter dem Fuß. Die ANTISNOW-Platten sind in drei unterschiedlichen Versionen verfügbar.

  • ANTISNOW-Platten für die Steigeisen SARKEN und VASAK (im Lieferumfang enthalten oder als Zubehör erhältlich)
  • ANTISNOW-Platten für IRVIS-Steigeisen (im Lieferumfang enthalten oder als Zubehör erhältlich)
  • ANTISNOW-Platten für LEOPARD-Steigeisen (als Zubehör erhältlich)

 

6. Hintere Bindungssysteme

Die PETZL-Steigeisen sind mit zwei unterschiedlichen hinteren Bindungssystemen verfügbar: LEVERLOCK und BACK FLEX.

 

7. Fersenteile

Das Fersenteil eines Steigeisens verfügt über vier nach unten zeigende Zacken. Bei den Petzl-Steigeisen sind alle Fersenteile aus Stahl mit allen Frontteilen aus Stahl kompatibel. Ein komplettes Steigeisen besteht aus einem Fersenteil, einem Frontteil und einem Verbindungssteg zum Anpassen der Größe und zum Verbinden von Front- und Fersenteil, sowie einem vorderen und einem hinteren Bindungssystem. Das Fersenteil aus Aluminium eines LEOPARD- oder IRVIS HYBRID-Steigeisens ist ausschließlich mit anderen CORD-TEC-Frontteilen kompatibel.

 

8. Einstellsysteme

Die Front- und Fersenteile von Petzl können durch drei unterschiedliche Einstellsysteme miteinander verbunden werden: mit dem BARRETTE- oder dem FLEX-Verbindungssteg oder mit dem CORD-TEC-System.

  • Das Standardeinstellsystem BARRETTE ist aus Stahl gefertigt und zum technischen Bergsteigen bestimmt.
  • Das FLEX-Einstellsystem ermöglicht eine flexiblere Verbindung zwischen Front- und Fersenteil, um den Komfort beim Gehen zu verbessern, und ist ebenfalls für biegsame oder große Schuhe geeignet.
  • Das CORD-TEC-System besteht aus einer Dyneema-Schnur für die Verbindung von Front- und Fersenteil der Steigeisen LEOPARD und IRVIS HYBRID. Das einzigartige System ermöglicht es, die Steigeisen zusammenzulegen, um ihr Packmaß im Rucksack zu minimieren.

 

9. Frontteile

Die Frontteile der Steigeisen IRVIS, VASAK, SARKEN, DART und DARTWIN von Petzl werden paarweise geliefert. Diese Option ermöglicht es dem Anwender, ein komplettes Steigeisenpaar von Petzl zu kaufen und das Frontteil entsprechend der vorgesehenen Geländekonfiguration auszuwechseln.

 

10. Vordere Bindungssysteme

Petzl bietet für seine Steigeisen zwei Bindungssysteme an: FIL und FIL FLEX. Die vorderen FIL-Bindungssysteme sind mit allen Skistiefeln und Bergschuhen mit vorderem Sohlenrand kompatibel. Das nur 30 g pro Paar wiegende FIL-Bindungssystem ist leichter als eine einzige FIL FLEX-Bindung. Das vordere Bindungssystem FIL FLEX mit einem Paargewicht von 140 g besteht aus einem Kunststoffkörbchen, das mit allen Bergschuhen ohne vorderen Sohlenrand kompatibel ist.

Die vorderen Bindungssysteme FIL und FIL FLEX sind mit allen Petzl-Steigeisen kompatibel und können unter den Steigeisen ausgewechselt werden, um eine optimale Anpassung an den vom Anwender gewählten Schuh zu gewährleisten. 


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