Folgen bei Nichtbeachtung der Seilreibung - Petzl Österreich
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Folgen bei Nichtbeachtung der Seilreibung

Die ersten Testreihen beziehen sich auf Konfigurationen mit sehr geringer Seilreibung (geradlinig angeordnete Zwischensicherungen). Es handelt sich um eine klassische Situation in der Kletterhalle. Beim Sportklettern oder in Mehrseillängenrouten sind gradlinig angeordnete Zwischensicherungen selten und wenn man nicht auf den korrekten Seilverlauf achtet, kann dies zu starkem Seilzug führen. Es schien uns daher wichtig, den Einfluss der Seilreibung bei einem klassischen Sturz zu untersuchen. Wir haben mehrere Testserien mit unterschiedlichem Seilverlauf durchgeführt.

Warnhinweis

  • Lesen Sie die Gebrauchsanweisungen der Produkte, um die es in diesem Tech Tipp geht, aufmerksam durch, bevor Sie diesen zu Rate ziehen. Um diese Zusatzinformationen verstehen zu können, müssen Sie zuerst die in der Gebrauchsanweisung enthaltenen Informationen richtig verstanden haben.
  • Die Beherrschung dieser Techniken setzt eine entsprechende Ausbildung und ein spezielles Training voraus. Prüfen Sie zusammen mit einem Profi, ob Sie in der Lage sind, den Vorgang alleine sicher zu wiederholen, bevor Sie ihn eigenständig durchführen.
  • Wir geben Beispiele für die mit Ihrer Aktivität verbundenen Techniken. Möglicherweise gibt es noch andere Techniken, die hier nicht beschrieben werden.

Nur die Seilreibung ändert sich, alle anderen Parameter sind unverändert.

Der Sichernde wurde jedes Mal etwas höher positioniert, um ungeachtet des Seilverlaufs immer über die gleiche Seillänge zu verfügen.

Wir weisen darauf hin, dass der Seilzug hier stark übertrieben ist, um seinen Einfluss deutlich zu machen. In der Praxis ist ein derartig starker Seilzug eher selten.

Testkonfiguration mit unterschiedlichem Seilzug.
Testkonfiguration mit unterschiedlichem Seilzug.


Testkonfiguration mit unterschiedlichem Seilzug.

Auf den Fixpunkt einwirkende Kraft

Auf den Kletterer einwirkende Kraft

Auf den Sichernden einwirkende Kraft

Hinweise

• Starker Seilzug verhindert, dass das gesamte Seil an der Aufnahme der Sturzenergie mitwirken kann. Nur der letzte Teil des Seils dehnt sich, wodurch sich der tatsächliche Sturzfaktor erhöht.

• Da die an der Energieaufnahme beteiligte Seillänge kürzer ist, empfindet der Kletterer beim Abbremsen des Sturzes einen harten Ruck.

• Auf den Sichernden wirken beim Sturz keine oder nur geringe Kräfte ein: Seine Bewegung trägt nicht dazu bei, einen Teil der Sturzenergie aufzunehmen.

• Dies hat eine geringfügige Erhöhung der auf den Kletterer und die letzte Zwischensicherung ausgeübten Kräfte zur Folge.



Tipps

Durch vorausschauendes Planen des Seilverlaufs und Verlängern der versetzten Zwischensicherungen lässt sich ein starker Seilzug vermeiden.