Anhang 5: Untersuchung von in der Praxis üblichen Lösungen - Verwendung von nur einer Seilklemme und Knoten im Seil - Petzl Österreich
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Anhang 5: Untersuchung von in der Praxis üblichen Lösungen - Verwendung von nur einer Seilklemme und Knoten im Seil

Warnhinweis

  • Lesen Sie aufmerksam die Gebrauchsanleitung vor dem Betrachten der folgenden Techniken.
  • Sie müssen die Gebrauchsanweisung verstanden haben, um diese zusätzlichen Informationen zu verstehen.
  • Das Beherrschen dieser Techniken erfordert eine Ausbildung und spezifisches Training
  • Üben Sie die Bedienung zunächst mit einer fachkundigen Person und in völliger Sicherheit, bevor Sie das Gerät selbstständig einsetzen.

Erstes Sicherungssystem: eine Seilklemme am Seil.

Zweites Sicherungssystem: Während des Aufstiegs werden am Seil unterhalb der Seilklemme Knoten angefertigt.

Die Knoten bleiben hinter dem Kletterer im Seil.

Erstes Sicherungssystem: eine Seilklemme am Seil.

Vorteile:

- Einfachheit des Systems und der Installation

- geringe Materialkosten

Nachteile:

- Das Prinzip der Redundanz wird in Bezug auf das Sicherungsseil nicht eingehalten. WARNUNG: Durch wiederholtes Scheuern am Fels kann das Seil durchtrennt werden.

- Zum Anfertigen der Knoten benötigt der Kletterer beide Hände: In schwierigen Abschnitten ist dies nicht möglich, so dass das Risiko besteht, dass der Kletterer in gewissen Passagen ziemlich hoch über den letzten Knoten hinaus klettert

- Bei einem Ausstieg von oben kann das Entfernen des Seils mit zahlreichen Knoten schwierig oder gar gefährlich sein

Risiken bei einer Fehlfunktion der ersten Seilklemme:

- Die mögliche Sturzhöhe ist sehr groß.

- Der Anwender stürzt bis zum nächsten Knoten. Die Seilklemme ist nicht darauf ausgelegt, dem Aufprall auf den Knoten standzuhalten.

Ergebnisse einer von Petzl durchgeführten Testserie:

Ergebnisse einer von Petzl durchgeführten Testserie
Ergebnisse einer von Petzl durchgeführten Testserie

Testsituation: Simulation einer Fehlfunktion des ersten Sicherungssystems. Der Klemmmechanismus wurde für den Test absichtlich deaktiviert. Sturz eines mit der Seilklemme verbundenen Prüfkörpers von 80 kg in den Knoten.

Der Sturz beginnt 2 m vom Fixpunkt entfernt, was einer "durchschnittlichen" Position entspricht: je näher der Fixpunkt, desto höher der Sturzfaktor und desto heftiger der Aufprall.

Es wurden zwei Sturzhöhen vorgesehen:

- Klassische Sturzhöhe = 2 m über dem Knoten (Sturzfaktor 0,5)

- Sturzhöhe des Kletterers, der eine schwierige Passage klettern muss = Sturz aus 5 m über dem Knoten (Sturzfaktor 0,71)

Die gleichen Stürze wurden an dynamischen, halbstatischen und statischen Seilen mit einem Durchmesser von 11 mm durchgeführt.

Bei jedem dieser Versuche hat der Knoten ausgereicht, um den Sturz zu stoppen. Für die Validierung der Tests reicht es jedoch nicht, den Sturz zu stoppen, da der Kletterer nun mit anderen Problemen konfrontiert wird.

Der Fangstoß ist hoch.

- Der Fangstoß ist hoch: Er ist in jedem Fall höher als 4 kN und kann bei halbstatischen und statischen Seilen bis zu 8 kN betragen.

Das Seil kann beschädigt werden.

- Das Seil kann beschädigt werden (Mantelbruch, Durchtrennung mehrerer Kernzwirne): wenn der Klemmmechanismus während des Sturzes wiederholt in das Seil greift oder beim Aufprall auf den Knoten.

Das Gerät wird durch den Aufprall beschädigt.

In den meisten Fällen wird das Gerät durch den Aufprall beschädigt:

> MINI TRAXION: Seitenteile verzogen, Achse verbogen. Das Gerät ist nicht mehr verwendbar, der Kletterer muss eine andere Seilklemme oder ein Abseilgerät benutzen, um aus der Route auszusteigen.

> MICRO TRAXION: mobiles Seitenteil verzogen, Achse verbogen. Das Gerät kann eventuell noch für den Ausstieg benutzt werden, muss aber anschließend ausgesondert werden.

> ASCENSION: Körper verbogen nach extrem hartem Aufprall. Das Gerät kann eventuell noch für den Ausstieg benutzt werden, muss aber anschließend ausgesondert werden. Der Knoten verklemmt sich zwischen Karabiner und Gerätekörper. Bei einer unsachgemäßen Installation würde das Seil herausrutschen.

Achtung

Petzl rät von dieser Lösung ab, da ihre Effizienz ungewiss ist.