UTMB® 2012: 145 unvergessliche Stunden

The North Face® Ultra-Trail du Mont-Blanc® (UTMB®) wurde vom 27. August bis zum 2. September 2012 in der Region des Mont-Blanc ausgetragen. Das internationale Trailrunning-Festival hat wie erwartet zahlreiche Athleten, Zuschauer und freiwillige Helfer zusammengeführt. Der UTMB® 2012 mit vier verschiedenen Rennen, 73 Nationen, mehr als 6 000 Läufern, 2 000 freiwilligen Helfern und schwierigen Bedingungen war ein Ereignis der besonderen Art.

Menschen in der ganzen Welt konnten die Erfolge, die Leistungen, die Intensität der Emotionen sowie die Schwierigkeiten im WebTV verfolgen, das die aktuellen Meldungen live übertragen hat. So konnte jeder die Bilder der Läufe im eigenen Heim miterleben. Das GPS-Tracking hat es ermöglicht, die Teilnehmer auf jedem Streckenabschnitt zu verfolgen.

Spectateurs devant le podium de l'UTMB

 

5Winterliche Bedingungen, Streckenanpassung

Nach relativ milden Temperaturen zu Beginn der Veranstaltung mussten am Mittwoch drei der vier Strecken geändert werden. Die Bedingungen hatten sich aufgrund starker Regenfälle, Schnee und kaltem Wind verschlechtert. Die Veranstalter haben die Läufer über die angesichts der besonders schwierigen Bedingungen benötigte Ausrüstung informiert und zu besonderer Wachsamkeit aufgerufen. Eine Gelegenheit, um Veranstalter und Läufer an die Notwendigkeit zu erinnern, sich den Bedingungen in den Bergen anzupassen.

Photo de la course de  l'UTMB 2012 de nuit

Nicht alle Läufer sehen diese schwierigen Bedingungen als Behinderung. Einige von ihnen ziehen es vor, bei kühlen Temperaturen oder Regen zu laufen wie z.B. Agnès Hervé, Siegerin der Damen beim TDSTM (sur les Traces des Ducs de Savoie) - (19:07 Std.). Das gilt auch für Dawa Sherpa, Mitglied des Petzl-Teams und Gewinner des TDSTM. Ihm macht das Laufen einfach Spaß und er hat die Strecke sehr genossen. Andere wiederum haben mitunter Schwierigkeiten, das Ziel zu erreichen: Beim TDSTM beträgt die Abbruchquote 57 %.

Die Strecke des CCC® - Courmayeur-Champex-Chamonix - wurde abgeändert und die Strecken zum Tête de la Tronche und Tête aux Vents wurden ausgelassen. Auf 2 000 m Höhe herrschten Winterbedingungen. Tofol CASTANER BERNAT (ES), Sieger des CCC®, der die 86 km in 8:57 Std. zurücklegte, erlebte einen denkwürdigen Zieleinlauf drei Minuten vor dem Start des UTMB®. "Die Ankunft mit allen Zuschauern und den startbereiten Läufern des UTMB ist ein unvergesslicher Moment!!!"

Beim PTLTM - la Petite Trotte à Léon - ist die Abbruchquote relativ gering (27 %). Die Strecke war sportlich anspruchsvoller mit der Überquerung des Buet und des Catonne oberhalb von Champex. Fünf Teams konnten die ursprüngliche Strecke zurücklegen, und die anderen wurden zum Col de la Seigne umgeleitet, wo den Teilnehmern der Schnee bis zu den Knien reichte, ausgenommen dort, wo die Tarentaise-Rinder ihnen eine Spur getreten hatten!

Auch die Strecke des UTMB® musste abgeändert werden. Die Überquerung der hohen Gebirgspässe wurde aus dem Streckenverlauf gestrichen. Die Ersatzstrecke musste auf die französische Seite verlegt werden. Sie führte bis nach Les Contamines und auf der rechten Talseite von Chamonix zurück. Infolge dieser Streckenänderung sind nur 20 Läufer nicht an den Start getreten. So sind 2 482 Teilnehmer am 31. August um 19 Uhr zu einem 103 km langen Bergrennen unter den Zurufen der in großer Zahl anwesenden Zuschauer gestartet. Sebastien Chaigneau, Mitglied des Petzl-Teams, hat sich trotz einer Knieoperation drei Wochen zuvor mit Überzeugung in das Rennen gestürzt. Bei einem unglücklichen Sturz während des Starts verletzte er sich das andere Knie. Das hat ihn aber nicht daran gehindert, weiterzulaufen und sich unter den sechs ersten Läufern zu positionieren, bis er aufgrund einer Augenentzündung kurz vor der Ankunft anhalten musste.
 

 
 

5Wie ist das Rennen zum Podium des UTMB® verlaufen?

  • Bei den Damen

    Emma ROCA (ES), 3. Platz der Damen, 13:23 Std. (siehe nebenstehendes Foto)
    Emmas Disziplin ist eigentlich das Adventure Race und sie fand das Rennen härter als erwartet, fügte jedoch hinzu, dass es ein fantastischer Wettkampf sei. Sie hat sich beim Laufen auf Ihr Vorankommen konzentriert und auf die Tatsache, dass sie davon profitiert. Ihre einzige Schwierigkeit war, ihre Position unter den anderen Teilnehmerinnen auszumachen, da sie in der Dunkelheit nicht erkennen konnte, wer sie überholte.

    Francesca CANEPA (IT), 2. Platz der Damen, 13:17 Std.
    Die Strategie von Francesca konzentrierte sich darauf, eine gewisse Leistungsgrenze nicht zu überschreiten. Sie läuft zu Beginn nicht gerne in hohem Tempo. Ihre einzige negative Erfahrung beruht auf einer Fehleinschätzung der Streckenzeiten zwischen den Verpflegungsstellen Houches und Argentière. Sie hätte fast aufgegeben in Argentière, hat es dann aber geschafft, alle ihre Kräfte zu sammeln, um das Rennen zu beenden.

    Elisabeth HAWKER (UK): 1. Platz der Damen, 12:32 Std.
    Elisabeth ist eine außergewöhnliche Läuferin. Sie lag immer unter den ersten 25 bei diesem Rennen. Es ist ihr fünfter Sieg beim UTMB©. Während des Rennens hat sie sich immer auf den jeweiligen Abschnitt konzentriert. Das Wichtigste für sie war, von dem Rennen zu profitieren, es mit den anderen zu teilen und in der Dunkelheit voranzukommen. Ihren Worten zufolge war sie nicht in Bestform, da ihr die Schmerzen aufgrund ihrer Verletzungen im Laufe des Jahres zu schaffen machten.

 

  • François d’Haene gewinnt den UTMBBei den Herren:

    Michael FOOTE (US), 3. Platz, 11:19 Std.
    Es war eine ganz neue Erfahrung für ihn, da er noch nie eine Strecke von 100 km gelaufen war. Ihm gelang ein bemerkenswerter Vorstoß vom 15. auf den 3. Platz. Was er für künftige Bergrennen noch verbessern kann: die Aufstiege.

    Jonas BUUD (SE), 2. Platz, 11:03 Std.
    "Ich war auf das Profil des Rennens vorbereitet, an dem sich im Großen und Ganzen nichts geändert hat. Es gab für mich also keine großen Überraschungen, nur dass es kürzer und schneller war." Jonas hat anfangs versucht, zum Anführer des Rennens aufzuschließen, aber François d’Haene konnte seinen Vorsprung insbesondere in den Anstiegen ausbauen.

    François d'HAENE (FR), 1. Platz, 10:32 Std. (siehe nebenstehendes Foto)
    Obwohl der Streckenverlauf geändert wurde, beschloss er mitzumachen und alles zu geben. François konnte sich bereits in les Contamines an die Spitze des Rennens setzen und die Position bis zum Ziel halten. Er verlässt als Erster die Verpflegungsstelle und macht sich allein an den Aufstieg. Er gewinnt einen erheblichen Vorsprung auf der Rundstrecke zurück nach les Contamines und setzt weiterhin seine ganze Kraft ein.  "Es war einfach der richtige Tag, ich hatte alles zu gewinnen und nichts zu verlieren".

 

 

5Den UTMB® richtig verstehen: Erläuterungen von Vincent Delebarre, technischer Berater der Veranstaltung.

" Es ist ein internationales Event, was bedeutet, dass das Niveau bei allen Läufen ständig steigt. Jeder Lauf hat aus sportlicher Sicht seine eigene Identität und verlangt einen hohen Einsatz. Es handelt sich nicht um den UTMB® und seine kleinen Ableger. Jedes Rennen stellt eine bestimmte Herausforderung an die Teilnehmer dar. Es kommt vor, dass sich Läufer, die in der Lage sind, den UTMB® zu bewältigen, für den TDSTM oder den CCC® entscheiden. Zusammengefasst...

  • TDSTM: ein technisches Rennen durch urwüchsige Landschaften, ein Rennen von sehr hohem Niveau.
  • CCC®: ein schnelles Rennen, zugeschnitten für die schnellsten Trailläufer, aber auch als Einstieg geeignet.
  • UTMB®: trotz der Streckenänderungen ein echtes Rennen mit fast allen Teilnehmern an der Startlinie. Ein hartes Rennen für alle, ein echter UTMB® !
  •  

Beim UTMB® 2012 haben die Berge dem Event wieder einmal ihren Willen aufgezwungen. Alle mussten sich anpassen: die Organisatoren, die Läufer...Es liegt im Wesen des UTMB®. Außerdem hat die Anwesenheit zahlreicher Nationen der Veranstaltung den Stempel einer Trail-Weltmeisterschaft aufgedrückt. Gut ausgerüstete, informierte, gut vorbereitete Läufer aus der ganzen Welt und fantastische Rennen."

 

Podium UTMB 2012

 

5Petzl und der UTMB, das war...

  • Ein Stand auf der UTMB Messe, um Auskünfte einzuholen,
  • Service-Stellen auf den Strecken bei Problemen mit Stirnlampen oder Batterien,
  • Live-Verfolgung des Rennens im Internet...
  • und Tausende Läufer, die mit unseren Stirnlampen (u.a. die NAO!) durch die Nacht gelaufen sind.

 

+Weitere Informationen:

- auf der offiziellen Website des UTMB
- VIDEO - Tipps von Kilian Jornet, Seb Chaigneau und Fernanda Maciel für den Nachtlauf
- NAO-Stirnlampe
- Weitere Petzl-News über den UTMB:
- Trailrunning - Dawa Sherpa gewinnt den TDS beim UTMB© 2012

 

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