Im Februar 2014 versuchen Thomas Huber und Mario ihr Glück im Torre-Tal. Trotz guter Wetterbedingungen mussten sie ihr Projekt den Umständen anpassen. Über die realisierten Begehungen hinaus berichtet Thoma von ihrem Abenteuer in Patagonien, das vor allem eine Reise in eine wilde, atemberaubende Natur ist.

 
© Huberbuam

 

 

 Eine ruhige Saison für den Cerro Torre!

 Manche sagen, es wäre seit 20 Jahren die schlechteste Saison. Seit November gab es kein einziges zusammenhängendes Schönwetterfenster. Der Cerro Torre bekam gegenüber 2013 mit seinen 100 Besteigungen eine Verschnaufpause und hüllte sich in Eis. Mario und ich kamen erst spät nach Patagonien - Anfang Februar - und die erste Schönwetterphase der Saison kündigte sich an. Viele dachten, wir bringen das gute Wetter aus Europa mit. Endlich schien für 5 Tage die Sonne. Alle Kletterer verteilten sich in die Berge und suchten ihr persönliches Abenteuer. Tommy Caldwell und Alexander Honhold, 2 prominente Kletterer, brachten sich am  Paso Guillaumet in Position. Wir gingen ins Torretal. Trotz perfektem Wetter konnten wir nicht viel ausrichten. Alle südseitig exponierten Wände und die Torres waren stark vereist. Unseren Plan mussten wir mal wieder vertagen und wir kletterten stattdessen die "Chiaro de Luna" an der Saint Exupery, ein perfekter Klettertag. Tommy und Alex hatten mit den Bedingungen mehr Glück und zogen ihr Projekt durch, die vielleicht einzige große Geschichte, die überhaupt bei diesen Verhältnissen möglich war, und kletterten in 4 Tagen die Traverse der Fitz Roy Gruppe von Nord nach Süd. Einfach irre! Hier stimmt mal wieder das Sprichwort: "Zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein"!

 

© Huberbuam© Huberbuam

  

 
 

 Auf seine Chance warten

 

© Huberbuam© Huberbuam

 

 

Nach wie vor hofften wir auf eine reelle Chance. Aber gegen Ende Februar schneite es mal wieder in den Bergen und unser Traum zerplatzte wie eine Seifenblase.  Wir nutzten 3 sonnige Tage und versuchten, den Torre über die "Corkscrew", eine Kombination aus SO-Kante und Westwand, zu besteigen. Über die Kompressor-Route kletterten wir bis zu den Icetowers und querten  über das große Eisfeld auf die Westseite auf den "Helmo".  Bestes Wetter, bester Biwakplatz, absolute Windstille, Sonnenuntergang an einem der schönsten Orte der Welt, es könnte nicht schöner sein. Nur noch 8 Seillängen bis zum Gipfel. Vor 8 Monaten war ich schon mal hier, im Winter, als ich mit Stephan Siegrist, Dani Arnold  und Tibu Villavicencio über die "Ferrari" auf den Torre kletterte. Kurz vor Sonnenuntergang sehen wir ein argentinisches Team, wie sie den Gipfel des Torre Egger erreichen. Juhuuuuuu, wir jubeln zurück. Es sind genau die Momente, die eine Antwort dafür geben, warum wir das tun.

 

© Huberbuam© Huberbuam

  

 
 
 Wenn der Wind die Oberhand gewinnt

Die Nacht ist sternenklar und irgendwann setzt unerwartet ein starker Wind ein. Patagonien, das Land der Stürme, macht seinem Namen alle Ehre. Bei diesem Wind haben wir keine Chance. Wir gehen nicht weiter, drehen um.

 

© Huberbuam

 

2 Tage später sind wir wieder zurück in El Chalten und bereiten unsere Heimreise vor. Wir waren nicht gescheitert, sondern hatten nur eine richtige Entscheidung getroffen. Wir freuen uns auf das vor uns Liegende, die neuen Abenteuer, und ich denke, Patagonien hat uns nicht zum letzten Mal gesehen! 
 

© Huberbuam© Huberbuam

  
 

 Bigwallausrüstung

Comments

Post new comment

The content of this field is kept private and will not be shown publicly.
  • Web page addresses and e-mail addresses turn into links automatically.
  • Allowed HTML tags: <a> <em> <strong> <cite> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd> <hr> <br> <img> <object> <embed> <h1> <h2> <h3> <h4> <h5> <h6> <p> <span> <b> <i> <u>

More information about formatting options