Sam Beaugey

Sam Beaugey profile - Photo © David Ravanel
Sam Beaugey profile - Photo © Tony Lamiche

France

FRA
Kopfbereich
Photo portrait: 
Sam Beaugey - Photo © Collection S.Beaugey
Date de naissance: 
3 Juni 1971
Lieu de résidence: 
Chamonix
Formation: 
ENSA (Nationale Schule für Ski und Alpinismus in Chamonix)
Statut actuel: 
Bergführer
Date d'entrée dans le Team Petzl: 
2000

Ich bin in den Bergen aufgewachsen und habe dort das Leben entdeckt
"Mein Vater war Bergführer und hat mich in seine Bergwelt eingeführt. Diese Aktivität gibt meinem Leben auch weiterhin einen Sinn. Ich möchte dem Abstieg wie dem Aufstieg einen neuen Wert geben. Den Sinn meiner Aktivität sehe ich darin, etwas zu erobern, das keinen Nutzen bringt, und dieses Abenteuer im Respekt vor der Natur, mit einem Lächeln und viel Freude mit anderen zu teilen. Der wichtigste Wert, den ich mit meinen Seilschaftskameraden teile, ist der Einsatz. Ich möchte zeigen, dass Alpinismus sich nicht auf eine einzige Disziplin beschränkt, sondern aus einer Fülle von Bewegungen besteht und dass es immer wieder neue zu entdecken gibt. Die Freude am Fliegen nach einem wunderbaren Aufstieg ist für mich lebenswichtig geworden. Das größte Problem sind die Unfälle beim Landen mit vielerlei Verletzungen."

Colonne gauche

Fest verankert im Familien- und Freundeskreis
"Ich habe eine enge Beziehung zu meiner Umgebung und ganz besonders zu meinen Eltern, denen ich es verdanke, dass ich bis ans Ende der Welt reisen kann. Meinen Jugendfreunden steht ich besonders nahe, zumindest denen, die mich am meisten inspirieren: Jérôme Ruby, weil er eben Jérôme ist, Dean Potter wegen seiner Träume, die er in die Praxis umsetzt, mein Bruder, weil er meinem Leben nahe steht, Erwan Le Lann und Manu Pellissier, weil es nicht so viele echte Bergkameraden gibt. Meine Inspiration bekomme ich von all den anderen Kletterern. Ich habe große Achtung vor den ehemaligen Kletterern. Sie beflügeln mein Fantasie. Ich bewundere sie. Durch sie habe ich gelernt, Geduld zu haben. Auch bin ich dankbar für die Arbeit aller Kletterer, die insbesondere durch ihren Erfindungsgeist in Bezug auf die Produkte zur Weiterentwicklung des Alpinismus beigetragen haben. Ich stelle mir vor, wie die Pioniere der Höhlenforschung nach einer gelungenen Expedition an ihren Lampen gebastelt haben und ich weiß, dass wir es den Vätern unseres Sports verdanken, dass wir etwas hatten, von dem wir träumen konnten und noch heute träumen können."
 
 
Im Entwicklungsprozess
"Jeder weiß, dass ich an der Weiterentwicklung des Alpinismus mitwirke, aber ich bin mir der unendlich vielen Möglichkeiten bewusst, die mir teils durch das Internet mit seinem unerschöpflichen Informations- und Austauschangebot in Bezug auf Spots, Wände, Berichte und Wettervorhersagen zur Verfügung stehen. Die gesamte Alpenkette beispielsweise ist noch immer ein beliebtes Spielfeld für die Kinder, die wir sind. Wir können nicht mehr von Erkundung eines Terrains sprechen, aber wir können weiterhin neue Techniken und Kompetenzen entdecken. Ich betrachte Alpinismus nicht als Aktivität sondern als die Summe aller Dinge, die du in den Bergen machen kannst. Das Wort "aller" steht für unterschiedliche Aktivitäten mit dem gleichen Anteil an Einsatz, Optimismus und guter Laune. Umso besser, wenn ich zur Entwicklung neuer, seriöser Produkte im Umfeld eines nicht seriösen Sports beitragen kann. Dieser Sport ist nicht seriös, da er keinen wirklichen Nutzen hat. Er ist jedoch eine der besten Schulen zum Erlernen von Disziplin.
 
 
Als ob der Planet Erde mein Garten sei
"Ich glaube nicht, dass ich überspannt bin sondern eher, dass für alles empfänglich bin und so die Erde als meinen Garten und fantastisches Spielfeld betrachten kann. Meine Lieblingsorte auf dieser Erde sind die Polarregionen und Kanada. Mein verrücktester Traum ist, mit einem Weltraumschiff zu reisen und mir einen Sprung von 20.000 m an einer Felswand auf dem Mars zu gönnen. Eine andere Idee mit einem direkten Bezug zu meiner Aktivität wäre, in drei Jahren von der Antarktis über Amerika zum Nordpol und dann über Asien und Afrika wieder zurück zur Antarktis zu reisen."
 
 
Kommunikation
"Mit der Firma Lineprod organisiere ich Veranstaltungen, Firmenseminare und Konferenzen. Wir sind Partner der Vereinigungen, die es Kindern ermöglichen, in die Berge zu reisen, wie z.B. der Verein "Raid Choucas", der eine kostenlose Bergrallye für Kinder aus Frankreich und der Schweiz organisiert. Während unserer Expedition in die Antarktis im Jahr 2010 hatten wir über unsere Satellitentelefone direkten Kontakt mit den schweizerischen und französischen Schulen in Valorcine und Maurienne."
 
 
Meine Devise
"Sprich dein Wort und zerbrich."
 
 
Eine Anekdote von Sam
"Ich hatte schon immer eine besondere Beziehung zu Bären. Ich habe noch nie einen blauen Bären gesehen, dafür aber einen Eisbären direkt neben unserem Zelt. Er nimmt ein Bad, trocknet sich, setzt sich auf sein Hinterteil und betrachtet uns spöttisch. Ein anderes Mal im Westen Kanadas die Spuren eines Grizzlybären, den ich nicht gesehen habe, dessen Begegnung ich jedoch bei jedem Schritt fürchtete, während ich mitten im Winter, ohne Wasser sechs Stunden durch den Wald lief, um einer Lawine auszuweichen, die mir den Weg versperrte."

Colonne droite
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Diaporama Videos: 

Video playlist featuring Sam Beaugey :

 

 
Big wall aid climbing in Baffin Island :

 

 
Holtanna Antartica project preparation :

Robert Jasper

Robert Jasper profile - photo © coll. Robert Jasper
Robert Jasper profile - photo © Klaus Fengler

Deutschland

DEU
Kopfbereich
Photo portrait: 
Robert Jasper profile - photo © coll. Robert Jasper
Date de naissance: 
15 April 1968
Lieu de résidence: 
Baden-Württemberg
Statut actuel: 
Bergführer, Sportlehrer, Bergführerausbilder
Date d'entrée dans le Team Petzl: 
2000

Mein Beruf, die Erforschung der Natur"
"Die Leidenschaft verbindet die Menschen miteinander und mit der Natur. Je enger sich die Menschen mit der Natur verbunden fühlen, desto enger sind sie mit sich selbst verbunden und ruhen in sich selbst. Als Alpinist bin ich auf Eisfälle spezialisiert, aber ich mag alle Sportarten, die einen Bezug zu den Bergen haben. Mein Ziel ist es, einen modernen Kletterstil zu entwickeln, wie beispielsweise die erste freie Begehung der Japanese-Diretissima (1800 m / 8a) in der Eiger-Nordwand. Für mich ist dies die derzeit schwierigste Route der Alpen. Außerdem möchte ich den modernen Alpinstil in fernen Regionen wie Feuerland, Baffin Island, Svalbard und im Himalaya entwickeln."

Colonne gauche

Ich arbeite mich Schritt für Schritt voran, indem ich meinen Traum verwirkliche
"Mit dem Klettern habe ich im Schwarzwald begonnen. Ich hatte den Fels direkt vor der Tür und in der Nähe die Schweizer Alpen. Meine Lieblingswand in den Alpen ist die Eiger-Nordwand. Hier habe ich unzählige Abenteuer erlebt. Sie hat etwas Magisches für mich. Außerdem mag ich Landschaften wie Feuerland in Patagonien und den Himalaya mit seiner wunderbaren Kultur. In Europa ist der Süden Frankreichs wegen seiner Kletterfelsen besonders interessant. Bleibt noch der Schwarzwald für Ausflüge mit meinen Kindern. Für mich ist es wichtig, aufzubrechen, zurückzukommen, wieder aufzubrechen usw. In den Schwarzwald, meinem Basislager, zurückzukehren und neue Kraft zu schöpfen, ist sehr wichtig für mich."
 
 
Einführung in die Reise
"Reisen bedeutet für mich mehr als Sport. Es ist eine Lebensform und eine Leidenschaft. Ich habe das Glück, andere Menschen in verschiedenen Ländern kennen zu lernen und das bereichert mein Leben. Je mehr ich das, was ich erlebe, mit anderen teile, desto reicher wird meine Erfahrung."
 
 
Ich erzähle gerne von neuen Wänden
"Meine Freizeit verbringe ich mit meiner Familie und meinen Kindern. Nach der Rückkehr von meinen Klettertouren oder Expeditionen lasse ich alle, die es interessiert durch Berichte, Diavorträge und Veranstaltungen an meinen Erfahrungen teilhaben. Ich nehme mir Zeit, um meine Leidenschaft und das, was ich durch meine Abenteuer gelernt habe, an andere weiterzugeben. Ich organisiere Konferenzen und Schulungen für Teilnehmer mit den unterschiedlichsten kulturellen und soziologischen Hintergründen. Es ist einfach eine Art, meine Lebensphilosophie an andere weiterzugeben. Ich versuche, die unterschiedlichen Disziplinen des Alpinismus miteinander zu verknüpfen. Ich spreche über meine persönliche Erfahrung, über das, was ich gelernt habe. Ich mag den Aspekt der Öffentlichkeitsarbeit in meinem Beruf, wenn ich beispielsweise an einer Managementschulung für Großkonzerne wie Holcim, ABB, Adidas usw. teilnehme."
 
 
Meine Devise
"Tun was zu tun ist, nachdem ich darüber nachgedacht habe, ob es mit meinen ethischen Vorstellungen übereinstimmt. Es mit ganzem Herzen und so gut wie möglich zu machen."

Colonne droite
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Philippe Ribière

Philippe Ribière profile - photo © Tony Lamiche
Philippe Ribière profile - photo © coll. P.Ribière

France

FRA
Kopfbereich
Photo portrait: 
Philippe Ribière - photo © coll. P.Ribière
Date de naissance: 
12 März 1977
Formation: 
Fachabitur Buchhaltung und Höheres Fachdiplom Direktionsassistent
Date d'entrée dans le Team Petzl: 
2002

Meine Entwicklung
"Tag für Tag überwinde ich mein Handicap. Es ist wunderbar. Das Resultat ist jedenfalls umwerfend. Ich danke dem Klettersport. Ich wurde, so hieß es anfangs, mit dem Rubinstein-Taybi-Syndrom geboren. Mittlerweile hat sich die Diagnose geändert, es soll etwas anderes sein, eine mutierende Krankheit sagen sie in Erwartung der offiziellen Analysen. Nach zahlreichen Operationen haben meine Adoptiveltern mich zu sportlichen Aktivitäten angehalten, bei denen ich mich selbst verwirklichen kann. Mit sechs Jahren habe ich bei einem Familienurlaub in Saint Gerbais (Frankreich) das Klettern entdeckt. Ich fürchtete mich vor dem Abseilen, weil ich wusste, dass ich nicht genug Kraft hätte, um das Seil zu halten. Der Lehrer ließ mich mit einer zusätzlichen Sicherungsvorrichtung abseilen und ich schwang mich in die Tiefe. Ich erinnere mich an meine Panik und wie glücklich und stolz ich gleichzeitig war, es meinen Geschwistern gleichzutun. Meine Beine zitterten und mein Herz klopfte bis zum Hals, als ich am Boden ankam."

Colonne gauche

Ein paar Jahre später habe ich die Erfahrung in einem Ferienlager für Jugendliche wiederholt
"Unser Tag bestand aus Radfahren, Kayakfahren und Wandern. Als ich nach Hause kam, war ich begeistert von der Idee, mich einem Biking Club anzuschließen. Leider, oder zum Glück verweigerte der Leiter des Clubs mir ohne Angabe von Gründen die Lizenz. Daraufhin bin ich in einen Kletterclub eingetreten und stand zwei Jahre später im Finale der französischen Jugendmeisterschaften. Es war eine aufregende Erfahrung, denn es war meine erste Reise, bei der die Zeit keine Rolle spielte. Wir hatten viel Spaß, sind spät ins Bett gegangen und haben uns ungesund ernährt. Und vor allem waren wir frei. Es ist durchaus möglich, dass diese Reise einen Einfluss auf meine persönliche Entwicklung hatte. Heute ist meine Hauptaktivität das Sportklettern mit einer Vorliebe fürs Bouldern. Das Klettern hat mein Selbstvertrauen gestärkt, die Sicherheit meiner Arme und Beine verbessert und mir die Freude an der Bewegung im Freien vermittelt. Der Klettersport entspricht meinem Bedürfnis nach Einsatz. Klettern gibt meinem Leben einen Sinn. Das Klettern gibt mir die Möglichkeit, mich selbst zu verwirklichen, einen gewissen sozialen Status zu erreichen, die besten Kletterer kennen zu lernen und mit Hilfe der Vereinigungen Handi-grimpe und Evolution Tour Events für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zu veranstalten."
 
 
Meine Devise ist, keine Devise zu haben
"Nichts ist wirklich schwierig. Alles ist eine Frage des Annehmens und der Wahrnehmung. Die Behinderung ist das schönste Geschenk, das die Natur für mich geschaffen hat. Meine Niederlagen hinter mir zu lassen ist das beste Mittel, mich zu offenbaren. Ich vergesse nicht, dass ich nur ein Sandkorn im Universum bin. Mein Ziel ist, meine Botschaft in eine einzige Richtung aber in alle Teile der Welt weiterzugeben, weil ich glaube, dass ich etwas bewirken kann. Meine Botschaft lässt sich so zusammenfassen: Einsatz, Ehrlichkeit, Achtung vor sportlichen Werten. Einer meiner Träume ist, Fortschritte in der Fotografie zu machen und das Unsichtbare einzufangen."
 
 
Meine Begegnungen
"Durch die mit Handi-grimpe veranstalteten Events bin ich Künstlern aus der Welt des Films, des Chansons und der Mode begegnet. Bei meiner Teilnahme an einem Film bat mich eines Tages ein Musiker um die Mitarbeit beim Soundtrack. Nach einmonatiger Arbeit schob er mich schließlich auf die Konzertbühne und ich habe meinen ersten Slam bestritten. Seither gehe ich, sobald sich die Gelegenheit bietet, zum Slammen und Jonglieren mit Feuer auf die Bühne."
 

Colonne droite
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Diaporama Videos: 

The teaser of Wild One

 
 
The teaser of Evolution Tour

 
 
The video playlist featuring Philippe "Petitou" Ribière

Michaël Fuselier

Michaël Fuselier profile - photo © Boris Stephan
Michaël Fuselier profile - photo © Lafouche

France

FRA
Kopfbereich
Photo portrait: 
Michaël Fuselier - photo © Tony Lamiche
Date de naissance: 
4 Januar 1981
Lieu de résidence: 
Grenoble (Frankreich)
Formation: 
Betriebswirtschaftsstudium, staatlich geprüfter Kletterlehrer
Statut actuel: 
Trainer des Clubs Maurienne Escalade, nationaler Erschließer für Wettkämpfe
Date d'entrée dans le Team Petzl: 
2005

Erster Gipfel
"Meine erste Klettertour war die Besteigung eines nicht unbedeutenden Gipfels. Das Klettern habe ich durch Jean Bonin, einem sehr guten Freund der Familie, entdeckt. Wir sind zusammen über eine klassische Route auf den Mont Aiguille (Vercors, Frankreich) gestiegen. Ich war damals 16 Jahre alt. Warum wurde an jenem Tag meine Begeisterung für den Klettersport geweckt? Der Mont Aiguille entspricht meiner Vorstellung eines Gipfels. Der Mont Aiguille hat eine große Bedeutung für mich. Eigentlich mag ich das Wort Gipfel nicht, es widerstrebt mir, einen Gipfel als eine Decke zu betrachten, die nicht zu überwinden ist. Mit dem Mont Aiguille beginnen auch meine Klettererinnerungen, das erste Seil, das meine Mutter mir schenkte, die vielen Kilometer, die ich auf einem alten Moped zurückgelegt habe, um in der Umgebung von Grenoble zu klettern."

Colonne gauche

Der Weg zum 9. Grad
"Ein Zitat von Marc Twain berührt mich ganz besonders: "Alle wussten, dass es unmöglich war, doch dann kam einer, der es nicht wusste und hat es einfach gemacht". Das Wettkampfklettern hat mir in sportlicher und menschlicher Hinsicht sehr viel gegeben. Beim Training habe ich Disziplin und Kampfgeist gelernt. Hier habe ich viele Menschen mit starken Charakteren und Temperamenten kennen gelernt, wie z.B. Laurent Boudier, mein Trainer, der mir eine gewisse Sichtweise vom Klettersport und vom Leben allgemein vermittelt hat. Mein Training lässt sich in wenigen Worten zusammenfassen: Ausdauer, Disziplin, Einsatz, Neugierde und Begeisterung. Konkret gesprochen laufe ich regelmäßig, um die für diese Aktivität erforderliche Ausdauer und Selbstüberwindung zu trainieren und gegen die Müdigkeit anzukämpfen. Die Einsamkeit beim Laufen ist eine hervorragende Gelegenheit, um deinen Gedanken freien Lauf zu lassen, ganz im Gegensatz zum Bouldern, wo du niemals alleine bist. Der Felsblock ist meine Sucht. Ich bin ständig auf der Suche nach einem neuen Felsblock oder einen neuen Linie, denn ich weiß, dass es für mich noch viel zu lernen und zu entdecken gibt. Die Herausforderung des 9. Grads ist in meinen Gedanken sehr präsent."
 
 
Entdecken, weitergeben, sich weiterentwickeln
"Das Rezept für ein perfektes Leben besteht darin, ein gewisses Gleichgewicht zu finden. Das Leben eines Kletterers ist nicht unbedingt ein "langer, ruhiger Fluss". Es besteht aus Tausenden von Schubladen, die geöffnet und geschlossen werden, wie gute und weniger gute Griffe in einer Wand, die im Laufe des Aufstiegs erscheinen und verschwinden und sich in unser Gedächtnis eingraben. Ich liebe das Gefühl, einer Art Sippe, einer Gruppe von Menschen anzugehören, die durch ihre Herangehensweise an den Sport, ihre Beziehung zur Umwelt und die Achtung vor gewissen Regeln einander ähnlich sind. Mir gefällt die Idee der Sippe, deren gemeinsamer Nenner das Klettern ist. Ich liebe es, mit Freunden aller Generationen zu neuen Spots aufzubrechen, sie gemeinsam zu entdecken, wobei jeder auf seine Kosten kommt. In meinem Job als Trainer gebe ich meine gelebten Erfahrungen heute an die Jüngeren weiter. Die Weitergabe von Erfahrungen ist eine Frage des gesunden Menschenverstandes. Sie ist sogar eine Pflicht. Ich versuche, so viele Dinge wie möglich zu vermitteln, zu erklären und mit möglichst vielen Leuten zu teilen. Ich liebe es, etwas aufzubauen, Ideen umzusetzen und aus gelebten Erfahrungen Inspiration zu schöpfen. Wenn ich den Verlauf einer Route vorbereite, gehe ich vor wie Tischler beim Bauen seiner Möbel. Ich arbeite übrigens gern mit Holz.
Ich habe nicht eine sondern mehrere Lieblingslandschaften. Sie sind abwechslungsreich und total verschieden. In den USA haben mir Spots wie Smith Rock und Red River Gorge besonders gut gefallen. Etwas Besonderes ist es für mich auch, ein paar Tage in Hampi, Indien, oder in der Wüste Algeriens und im Tassili verbringen zu dürfen. Es ist erstaunlich, so verschiedene Orte zu lieben, aber für mich bilden sie ein Ganzes. Die mineralischen Landschaften mit ihrer Fauna und Flora bieten ein einzigartiges und unvergessliches Schauspiel. Du musst diese Orte entdecken, um ihre Verletzbarkeit und ihre Verwundbarkeit zu verstehen. Die Einwohner dieser Orte haben alle ihre eigene Kultur und Lebensanschauung. Die Begegnung mit Menschen, die in einer ganz anderen Welt aufgewachsen sind und leben, ist eine große Bereicherung für mich."
 
 
Auf der Suche nach Wahrhaftigkeit
"Wenn alles machbar wäre, würde ich ohne Einschränkung überall auf der Welt umherreisen.
Ich würde eine Zeitreise unternehmen und mir die Persönlichkeiten und Orte, welche die Weltgeschichte geprägt haben, mit eigenen Augen ansehen. Ich würde nach dem wie und warum suchen und vor allem danach, was wahr ist und was nicht. Mein Leben ist eine ständige Hinterfragung dessen, was geschrieben steht.
Ich will den Dingen auf den Grund gehen und mich selbst davon überzeugen, ob es wahr ist. Ich will ich selbst bleiben, die Dinge spüren, die Natur jeden Tag neu erleben, nach meiner Methode und in meinem Beruf experimentieren anstatt Theorien aufzustellen, die Dinge zulassen, verarbeiten, wieder aufnehmen, überprüfen und anhand der gelebten Erfahrung der Wahrheit so nahe wie möglich kommen. Ich liebe es, meine guten und schlechten Erfahrungen zu analysieren und zu sortieren. Je mehr ich meine Klettergebiete variiere, je mehr Kletterer ich kennen lerne, je mehr Ideen und Widersprüche mir durch den Kopf gehen, desto mehr fange ich an mir vorzustellen, was mir bisher unvorstellbar erschien. Ich wage mehr, lasse mich von anderen inspirieren und je mehr ich entdecke, desto neugieriger werde ich, noch einen Schritt weiter zu gehen."

Colonne droite
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Martina Čufar

Martina Čufar profile - photo © Tony Lamiche
Martina Čufar profile - photo © Keith Ladzinski

Slowenien

SVN
Kopfbereich
Photo portrait: 
Martina Čufar - photo © Tony Lamiche
Date de naissance: 
14 Januar 1977
Lieu de résidence: 
Mojstrana (Slowenien)
Formation: 
Sportlehrerin, verantwortlich für die Ausbildung der Kletterlehrer des slowenischen Sportkletterverbands (KSP)
Statut actuel: 
Leistungssportlerin in der slowenischen Armee
Date d'entrée dans le Team Petzl: 
2010

Phantasie und Wirklichkeit
"Paul Coelho sagt in "Der Alchimist": "Wenn du etwas ganz fest willst, dann wird das Universum darauf hinwirken, dass du es erreichen kannst". In diesem Zitat ist etwas Wahres enthalten. Wenn mich zum Beispiel das Foto einer Felswand inspiriert, setze ich alles daran, meinen Traum zu verwirklichen.
Ich bin im Sternzeichen des Steinbocks unter dem höchsten Berg Sloweniens (Triglav 2864 m) geboren. Vielleicht liegt das Klettern in meinen Genen und ich kann deshalb die positiven Wirkungen dieses Sports auf Körper und Seele besser verstehen. In diesen Bergen habe ich im Alter von 10 Jahren zusammen mit meinem Vater mit dem Klettern begonnen. Mir ist sehr schnell klar geworden, dass mich das Sportklettern fasziniert und habe angefangen zu trainieren, um meine ersten Wettkämpfe zu bestreiten. Ich liebe das Abenteuer, abgelegene Orte wie den El Gigante in Mexiko oder Tadratate in Marokko, wo du dich auf dich selbst und deinen Seilpartner verlassen musst, wo du dich wirklich mit der Natur verbunden fühlst und wo du die Route ein bisschen suchen musst".

Colonne gauche

Carpe Diem, mein Lebensstil
"Ich lebe in den Bergen. Wirklich entdeckt habe ich das Klettern jedoch im Alter von 11 Jahren in einem Ferienlager in Österreich. Ich habe mich in diesen Sport verliebt! Ich wollte ständig klettern und verlangte von meinem Vater, dass er mich zu den Felswänden bringt. "Ich habe sofort gewusst, dass das Klettern mein Leben ist und konnte mir nicht vorstellen, etwas anderes zu tun. Klettern ist eine Aktivität, auf die ich nicht mehr verzichten kann. Es gibt so viele Wände zu entdecken, so viele Herausforderungen, die sich durch Arbeit verwirklichen lassen. Ich will jeden Tag dazulernen. Die Bewegungsabläufe in diesem Sport sind so komplex, dass ich sie nicht alle beherrschen kann. Mein Kopf ist voll von spannenden Dialogen, wie beispielsweise in einer schwierigen Route weit über dem letzten Sicherungspunkt, wo es heißt ruhig zu bleiben und du gleichzeitig das Gefühl hast, etwas vollbracht zu haben."
 
 
"Yoga ist ein guter Ausgleich zum Klettern. Ich beginne den Tag gerne früh am Morgen, wenn nur die Vögel wach sind. Ich bereite meinen Körper und meinen Geist auf die Herausforderungen des Tages vor. Ich liebe auch das Fallschirmspringen, das Gefühl, wenn ich in die Leere falle, ist wie ein Rausch."
 
 
Wie ein Zen-Garten...
"Die meisten meiner Lieblingslandschaften sind ruhige, abgelegene Täler, weit entfernt vom hektischen Geschäftstreiben, wie z.B. die Taghia-Schlucht in Marokko, wo das Leben noch sehr einfach ist: kein Telefon, kein Internet, keine Autos... Und in einem anderen Teil der Welt El Gigante in Mexiko. Außerdem gibt es viele wunderschöne Orte in Südfrankreich: Saint Léger, Buoux, Saint Guillhem le Désert. Und ganz in meiner Nähe eine Kletterschule mit dem Namen Warmbad. In anderen Klettergebieten, wie z.B. Yosemite, ist die ganze internationale Klettergemeinschaft anzutreffen. Das ist genial, denn wir diskutieren über Bewegungsabläufe und Routen. Du tauschst dich mit Menschen aus, die dich hundertprozentig verstehen."
 
 
Meine Gemeinschaft
"In erster Linie fühle ich mich der Klettergemeinschaft zugehörig und ganz besonders meinen Freunden im slowenischen Kletterteam, mit denen ich viele Jahre geklettert bin und zahlreiche Wettkämpfe bestritten habe. Für mich gehören alle, die die Kletterleidenschaft teilen, zu einer einzigen großen Familie. Das habe ich besonders in den USA gespürt, wo ich allein ohne Seilschaftspartner war. Ich hatte kein Problem, jemanden zu finden und hatte das Gefühl, dass wir uns bereits kannten. Mein Lebensstil ermöglicht es mir, mit Menschen in Berührung zu kommen, die einen Sport betreiben, der etwas mit Abenteuer zu tun hat: Klettern, Fallschirmspringen, Base-Jumping. Viele von ihnen sein keine Berufssportler, sie sind Arzt, Architekt oder Ingenieur, haben ein erfülltes Leben und verfügen über eine große Erfahrung. Sport und Karriere passen gut zusammen und ergänzen sich."

Colonne droite
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Lynn Hill

Lynn Hill profile - photo © Stephan Denys
Lynn Hill profile - photo © Guérin / Lynn Hill collection

USA

USA
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Photo portrait: 
Lynn Hill - photo © Stephan Denys
Date de naissance: 
3 Januar 1961
Lieu de résidence: 
Boulder, Colorado (USA)
Formation: 
Biologiestudium an der Universität New Paltz (New York), Ausbildung zur Psychotherapeutin
Statut actuel: 
Marken-Botschafterin für die Marken Patagonia, Petzl und Béal
Date d'entrée dans le Team Petzl: 
1989

Eine Leidenschaft
"Meine Hauptaktivität ist das Sportklettern und Bouldern, aber hin und wieder klettere ich auch längere Routen. Am liebsten klettere ich mit Freunden an einem Fels von guter Qualität. Ich ziehe gut strukturierte Kalkfelsen mit großen Stalaktiten vor. Ich habe das Klettern im Alter von vierzehn Jahren zusammen mit meinem Bruder und meiner älteren Schwester gelernt. Ich hätte nie gedacht, dass mein Leben so schön sein würde, da dieser Lebensstil zu jener Zeit nicht vorstellbar war! Meine Art zu leben hat sich mit der Zeit verändert. Ich habe meine Liebe zum Klettersport ausgelebt und bin sehr dankbar, dass ich bisher ein so schönes Leben hatte. Klettern ist meine Therapie! Es hilft mir, gesund zu bleiben und praktisch in jeder Lebenslage glücklich zu sein. Und was das Klettern mir in Bezug auf meine Lebensbalance nicht geben kann, das finde ich in anderen Bereichen meines Lebens, mit meinem Sohn, meiner Familie, meinen Freunden und durch verschiedene Projekte, an denen ich zur Zeit arbeite."

Colonne gauche

Immer klettern
"Ich werde oftmals als eine der besten Kletterinnen der Welt bezeichnet. Eine der bekanntesten Kletterinnen Amerikas… Als Kind habe ich bereits sehr früh mit dem Sport angefangen, zuerst mit Gymnastik und Laufen und als Jugendliche bin ich dann natürlich viel geklettert. 1978 gehörte ich bereits zu den Besten in meiner Kategorie, indem ich einen Kletterstil praktizierte, der den damals strengsten Kriterien in den USA (Art der Platzierung von Klemmkeilen, die Art einen Überhang zu klettern) sehr nahe kam. 1979 kletterte ich als erste Frau eine Route mit dem Schwierigkeitsgrad 5.12d. 1986 entdeckte ich bei einem Besuch in Frankreich das Wettkampfklettern. Ich stieß schnell zur Spitze vor und habe mehr als dreißig internationale Wettkämpfe, darunter fünfmal den Rock Master in Arco (Italien), gewonnen. Seither versuche ich, ich selbst zu bleiben. Meine Anekdote: Ich wurde ins Weiße Haus und häufig vom amerikanischen Fernsehen eingeladen, um über meine Erfahrungen zu berichten. Ich werde 2011 fünfzig und möchte meinen Geburtstag feiern, indem ich noch mehr klettere. Ich möchte das richtige Gleichgewicht zwischen einer guten Mutter und einem guten Menschen finden. Warum sollte ich das nicht feiern, indem ich mich stärker für die Aktivität einsetze, die ich seit fünfunddreißig Jahren liebe!"
 
 
Ziele?

"Natürlich habe ich Ziele! Ich habe immer in Projekten gearbeitet, die mit Bildung, freiem Sprechen, Schreiben, Fotografie, Videofilmen oder Radiointerviews zu tun haben. Ich möchte meine Leidenschaft und meine Erfahrungen mit allen Menschen teilen, die sich dafür interessieren. Dabei denke ich besonders an junge Menschen, die noch soviel vom Leben lernen können! Seit drei Jahren arbeite ich an einem Video über Klettertechniken, in die kulturelle und geschichtliche Elemente sowie psychologische Anekdoten einfließen, die meine Entwicklung als Freikletterin in den letzten fünfunddreißig Jahren beeinflusst haben."
 
 
Mein Bestreben
- "Ich möchte meine Zeit zwischen Klettern, Laufen, Ski, Reisen in die schönsten Gegenden der Erde und meinem Sohn Owen aufteilen."
- "In den kommenden Jahren möchte ich eine Firma gründen, die Kletterstrukturen für Spielplätze und Parks entwickelt und baut. Ich denke, damit könnte man auf nützliche und angenehme Art Gleichgesinnte jeden Alters zusammenbringen."
- "Ich möchte über meine Erfahrungen berichten, mich für etwas einsetzen, mich selbst in Frage stellen und Herausforderungen annehmen."
- "Ich mag Menschen nicht leiden sehen."
- "Ich kann es nicht ertragen mit anzusehen, wie unser Planet zerstört wird und dadurch alle Formen des Lebens in Mitleidenschaft gezogen werden."
- "Das Schwierigste für mich ist, mir in unserer hektischen Welt ein gesundes Gleichgewicht zu bewahren."
- "Wenn ich nicht Kletterin wäre, würde ich als Surferin auf einer Trauminsel mit glasklarem Wasser leben."
- "Ich träume von frischem Obst, nicht verunreinigtem Fisch, einem herrlichen Gemüsegarten umgeben von liebenden Menschen und riesigen Kalkfelsen auf einer der nahe gelegenen Hügel der Insel."
- "Ich lege Wert auf gute Nahrung."
- "Ich träume von herrlichen Klettertagen an einem fabelhaften Ort mit meinen Freunden, lautem Lachen und allem materiellen Komfort, den ich liebe!"

Colonne droite
Diaporama Photos: 
Diaporama Videos: 

Video playlist featuring Lynn Hill :

Liv Sansoz

Liv Sansoz - photo © Evrard Wendenbaum
Liv Sansoz profile - photo © Keith Ladzinski

France

FRA
Kopfbereich
Photo portrait: 
Liv Sansoz - photo © Evrard Wendenbaum
Date de naissance: 
12 Februar 1977
Lieu de résidence: 
Savoie (Frankreich)
Formation: 
Master 2 Forschung auf dem Gebiet der Neurokognition und sozialen Kognition, staatliche geprüfte Kletterlehrerin
Statut actuel: 
Sportklettern
Date d'entrée dans le Team Petzl: 
1994

Leidenschaft, über sich selbst hinauswachsen, Demut, Begegnung und Achtung vor den Bergen
«Ich möchte meine Leidenschaft ausleben, Träume haben, sie verwirklichen und mit anderen teilen in der Hoffnung, andere Klettererinnen und Kletterer zu inspirieren. Wenn ich eine Idee habe, setze ich sie um. Ich mache die Dinge gründlich, setze mich voll ein. Meine Hauptaktivität? Klettern, aber im Plural: Klettern an abgespecktem Fels, Bergsteigen, Bouldern usw. Ich liebe die unterschiedlichen Herangehensweisen und die Vielfalt. Klettern gibt meinem Leben einen gewissen Sinn. Es ist der Motor für meine Motivationen und gewisse Wünsche. Klettern ist eine ausgezeichnete Schule fürs Leben. Es ermöglicht mir, zu leben und besondere Momente mit anderen zu teilen, unheimlich interessante Menschen kennen zu lernen und mich ständig weiterzuentwickeln.
Klettern hat so viele Gesichter! Ich liebe vor allem die Freude, die mir das Klettern an sich bereitet, dies mit Menschen zu teilen, die das Gleiche mit der gleichen Intensität erleben. Und dann die Schönheit. Die Schönheit der Linie, die Schönheit der Bewegung, die Schönheit des Kampfes, den du mit dir selbst führst, um eine Route zu meistern. Und schließlich das Gefühl frei und vom Schicksal begünstigt zu sein. Klettern ist ein besonderer Sport, der dir alles abverlangt und für den du dich mit deiner ganzen Kraft einsetzen musst. Mit gefällt das Konzept des "Aufbaus". Bei Punkt A aufbrechen, um über eine Reihe von Etappen (B, C, D usw.), bei denen es sich um bereichernde Erfahrungen handelt, nach Punkt Z zu gelangen. So funktioniere ich. Auch wenn es vorkommen kann, dass ich Zweifel hege oder mich von meinem Konzept entferne, gibt es immer wieder Zeichen und Wünsche, die mich dahin zurückführen. Und wenn ich eine Idee im Kopf habe, halte ich mich daran und setze mich entschlossen dafür ein.»

Colonne gauche

In Verbundenheit mit der Natur, in der ich aufgewachsen bin
«Wir haben in Frankreich viele bedeutende Klettergebiete, angefangen von Bouldergebieten über klassische Routen im Gebirge bis hin zu fantastischen abgespeckten Felsen. Mit Fontainebleau, dem Verdon, den Tarn-Schluchten und anderen Gebieten mit ausgezeichnetem Fels und wunderbaren Routen sowie den alpinen Routen von Chamonix, les Ecrins im Oisans usw. sind die Möglichkeiten schwer zu überbieten. Ich persönlich habe eine engere Beziehung zu den Bergen, wo ich lebe und geboren bin, als zu einem Klettergebiet. Meine Vorfahren stammen aus demselben Tal, mit dem ich tief verwurzelt bin. Ich spüre eine gewisse Verbundenheit mit der Natur, in der ich aufgewachsen bin. Ich habe das Gefühl, Teil ihrer Bäume zu sein, die Steine in den Wildbächen zu kennen und spüre das Wohlwollen der Berge, die mich umgeben. Ich habe das Gefühl, eins zu sein mit der Natur und kein hinzugefügter Fremdkörper. Das Gleiche gilt für die Menschen. Ich kenne viele Einwohner von Bourg-Saint-Maurice von den Großeltern bis zu den Enkelkindern. Deshalb stehe ich den Veränderungen, die dem Tal zugefügt werden, auch nicht gleichgültig gegenüber: die Probleme in Bezug auf die Stadtentwicklung, die Einrichtung neuer Skilifte und Pisten, welche die Berghänge zerstören, Kunstschnee und Menschenmassen im Winter.»
 
 
Weitergabe von Erfahrungen
«Ich interessiere mich von Natur aus für den Menschen. Ich möchte gerne verstehen, wie wir funktionieren. Ich lerne gerne von anderen und von mir selbst und ich lerne einfach gerne zu lernen. Ich lasse mich gerne überraschen und durch Interaktionen, Gespräche und deren Wirkungen mitreißen. Manchmal wird mir durch eine einfache Begegnung etwas Elementares in meinem Leben bewusst. Ohne diese Begegnung hätte ich Jahre dafür gebraucht. Anfangs waren meine Fragen vorwiegend auf die Performance gerichtet. Wie kann es sein, dass dieser eine Kletterer gewinnt und jener andere niemals das Ziel erreicht, obwohl sie beide das gleiche körperliche, technische und taktische Niveau haben? Mit der Zeit hat sich mein Interesse gewandelt und betrifft den Menschen insgesamt. Es ist sehr wichtig für mich, bestimmte Dinge an aufstrebende junge Leute weiterzugeben. Auf meine Art an ihrer Entwicklung mitzuwirken. Bei anderen das Verlangen zu erwecken, ihren Traum auszuleben, neue Neigungen zu entdecken und ihnen eine gewisse Energie zu übermitteln. Dies geschieht oftmals stillschweigend. Und dann erhalte ich eines Tages einen Brief, eine E-Mail oder ich sehe einen Menschen wieder, der sich bei mir bedankt, weil ich vor einem Jahr, vor drei oder vor zehn Jahren etwas gemacht oder gesagt habe, das bei diesem Menschen einen Wunsch oder eine Motivation geweckt hat. Es ist ein tolles Gefühl. Darum bemühe ich mich, wenn ich mit einem jungen Menschen an seiner Performance, d.h. an seiner mentalen Vorbereitung arbeite. Ich begleite ihn bei seinem Vorhaben Leistungssportler zu werden, aber ich versuche auch, ihm einen Schlüssel für sein künftiges Erwachsenenleben an die Hand zu geben. Das ist sehr bereichernd.»
 
 
Innere Kraft und Energie
«Es gibt dir innere Kraft, wenn du fühlst, dass du etwas in dir trägst und du es mit Entschlossenheit, Willenskraft und Fantasie umsetzt. Sich vorstellen, dass die Dinge möglich sind und in der Lage sein, alles dafür einzusetzen, dass sie verwirklicht werden. Diese innere Kraft ist eine Art von Energie, ein Fluidum.  Und Energie ist alles. Sie ist die Grundlage jeden Handelns, jeder Emotion, jedes Wunsches und Traumes. Sie ermöglicht uns das zu tun, was wir tun möchten. Unsere Energie stimuliert und stützt uns bei allem, was wir tun. Ich hätte fast Lust, das Wort "Mission" zu benutzen. Ich lebe meine Energie wie etwas, das untrennbar mit meiner Mission verbunden ist. Aber da wird es schwierig, noch weiter zu gehen.»
 
 
Inspiration, Lebenserfahrung, Träume, Reisen
«Ich lese gerne Geschichten über die Berge, Romane und philosophische Werke. Als Jugendliche haben mich die Tagebuchaufzeichnungen "Les carnets du Vertige" und die Hauptperson Louis Lachenal tief beeindruckt. Er hat mich nachhaltig inspiriert. Ich bewunderte seinen reinen und starken Charakter. Aber das ist nicht alles. Ich spürte, dass unter seiner harten Schale ein Mann mit einer gewissen Demut, einer gewissen Haltung steckte. Hinter seiner körperlichen Kraft und seiner Charakterstärke verbirgt sich etwas sehr Schönes. Außerdem mag ich seine draufgängerische Art: keine Zeit verlieren beim Zustieg, nicht zu viele Fragen stellen, wenn du auf ein Hindernis triffst, sich den Schwierigkeiten stellen, im richtigen Augenblick und bestmöglich auf eine Situation reagieren... So sehe ich ihn jedenfalls. Wie beim Lesen gewisser Bücher, gibt es auch Reisen, die keinen großen Eindruck hinterlassen. Und es gibt Reisen, die dich fürs Leben prägen. Ich glaube, dass alles eine Frage der Begegnung zu einem bestimmten Zeitpunkt in deinem Leben ist. Und wieder das Wort Begegnung. Begegnung mit einem Land, mit den Menschen in diesem Land, mit sich selbst... Eine bestimmte Reise zu einem bestimmten Zeitpunkt deines Lebens hat nicht den gleichen Reiz und auch nicht die gleiche Wirkung, als wenn du sie drei Jahre früher gemacht hättest. Das gilt auch für Bücher. Damit die Begegnung funktioniert, müssen auch andere Dinge stimmen: unsere Energie, unser Verlangen, den Dingen und den Menschen aufgeschlossen gegenüber zu stehen... Unter diesem Aspekt muss man nicht unbedingt in die Ferne reisen.»

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Josune Bereziartu

Josune Bereziartu - photo © Rikar Otegui
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Spain

ESP
Kopfbereich
Photo portrait: 
Josune Bereziartu - photo © Rikar Otegui
Date de naissance: 
19 Januar 1972
Lieu de résidence: 
Baskenland (Spanien)
Statut actuel: 
halbprofessionelle Sportlerin
Date d'entrée dans le Team Petzl: 
2002

Ein Leben in Verbundenheit mit der Natur und das Streben nach dem Wahren
"Meine Klettertouren sind Teile meines Lebens, die ich intensiv ausleben will. Der Versuch, eine Route zu klettern, ist bereits der Anfang des zurückzulegenden Weges. Nur hin und wieder stehen am Ende des Weges Anerkennung und Sieg. Der Erfolg ist wichtig, aber noch wichtiger ist es, sich des Weges bewusst zu sein, der dich dahin geführt hat. Ich bin hartnäckig. Ich setze mich mit aller Kraft für meine Ziele ein. Wenn ich letztendlich das Ziel nicht erreiche, ist es nicht so schlimm, ich habe zumindest alles getan, um es zu versuchen. Ich liebe meinen Sport. Ich lebe gerne intensiv."

Colonne gauche

Die Natur voll auskosten
"Ich habe das Klettern zufällig durch eine Sendung im spanischen Fernsehen entdeckt. Es wurden zwei Frauen beim Klettern in der Verdon-Schlucht gezeigt. Es hat mich fasziniert. Ich war überrascht. Ich wollte diesen neuen Sport sofort ausprobieren. Es war wie eine offene Tür zu etwas, das für mich noch nicht existierte. Ich liebe kontrastreiche Landschaften. Ich lebe in San Sebastian, im Baskenland zwischen Ozean und Gebirge. Es ist ein wunderbarer Ort in einer natürlichen Umgebung. Wir haben nicht nur Kletterspots sondern auch das Meer. Aus den gleichen Gründen liebe ich auch Japan und seine Kultur. Ich lese immer wieder gerne "Das Meer der Fruchtbarkeit" von Yujio Mishima. Wenn ich nicht klettern würde, wäre ich auf dem Meer…"
 
 
Versuchen, versuchen und nochmals versuchen
"Das bedeutet, seine eigenen Grenzen immer weiter zu verschieben. Ich kann nicht nein sagen. Ich bin für alles Erdenkliche aufgeschlossen. Der Klettersport und die Berge haben mich gelehrt, geduldig zu sein. Ich will weiterhin meine eigenen Grenzen austesten. Es ist nicht witzig, keine Grenzen zu haben. Diese Grenzen sind es, die ich beim Klettern genieße. Nebenbei bemerkt, wenn ich eine 9a-Route bewältige, habe ich das Gefühl, effizient zu leben."
 
 
Eine Anekdote von Josune
"Vor einigen Jahren bin ich im Winter in den Riglos, einem seltsamen Kletterspot im Norden Spaniens, geklettert. Das Auto hatte eine Panne. Wir sind dann zu einem uns bekannten Automechaniker gegangen. Dieser hat uns einen Wagen geliehen. Es war schon spät, als wir an der Felswand ankamen und der Tag war kurz. Wir haben die Autoschlüssel mit Schnürbändern am Gurt befestigt. Bei der sechsten Seillänge war es dunkel. Die beiden letzten Längen waren eine echte Odyssee. Jeder gefundene Sicherungspunkt wurde zu einem wahren Rettungsanker. Auf dem Gipfel angekommen haben wir für den Abstieg die Schuhe angezogen. Wir haben uns mehrmals verirrt. Schließlich sind wir mit besorgter Miene beim Auto angekommen. Die Autoschlüssel? Wo sind die Autoschlüssel? Sie müssten am Fuße der Wand sein, oder? Wir können das Auto nicht aufschließen. Entschlossen machen wir uns am Fuße der Wand auf die Suche. Aber es sind keine Schlüssel zu finden. Die Schlüssel konnten also nur auf dem Gipfel der Visera sein. Ziemlich müde sind wir dann über den Pfad auf den Gipfel gestiegen und als wir dort ankamen, lagen die Schlüssel da, genau an der Stelle, an der wir die Schuhe angezogen hatten. Um drei Uhr morgens haben wir uns auf den Rückweg gemacht."
 

Colonne droite
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Gérôme Pouvreau

Gérôme Pouvreau profile - photo © Sam Bié
Gérôme Pouvreau profile - photo © Keith Ladzinski

France

FRA
Kopfbereich
Photo portrait: 
Gérôme Pouvreau - photo © Sam Bié
Date de naissance: 
26 Oktober 1983
Lieu de résidence: 
Provence (Frankreich)
Formation: 
staatlich geprüfter Kletterlehrer
Statut actuel: 
Kletterlehrer im Club AS "Grimper" von Aix en Provence und Marseille
Date d'entrée dans le Team Petzl: 
2002

"Der Unterzeichnete, Gérome Pouvreau, erklärt und bescheinigt hiermit, den Kampf zu lieben, seine eigenen Grenzen zu überwinden und Kletterrouten stehenden Fußes in Angriff zu nehmen.

Meine seit zehn Jahren anhaltende Wettkampfkarriere im Schwierigkeitsklettern ist von ihrer Dauer her eine hohe Anforderung. Das Wort dafür heißt Performance."

Colonne gauche

Eine unerwartete Entdeckung
"Ich habe den Klettersport an meinem Heimatort, La Rochelle, entdeckt. Auf einem Jahrmarkt stand zwischen zwei Wohnwagen eine Kletterwand. Zu dieser Wand habe ich meine Eltern geschleift. Ich habe einen Klettergurt angelegt und wurde vom Klettervirus angesteckt. Einen Monat später bin ich in den Kletterverein von La Rochelle eingetreten. Da meine Eltern nicht kletterten und im Flachland von La Rochelle der Wassersport an erster Stelle steht, konnte ich mir nicht im Entferntesten vorstellen, einmal im Klettersport Karriere zu machen. Heute bedeutet das Klettern sehr viel für mich. Zum Klettern reise ich um die ganze Welt. Ich habe einen tollen Freundeskreis und viele Bekannte in der ganzen Welt."
 
 
Asien, ein Königreich des Klettersports
"Meine Lieblingsspots sind: Yangshuo in China mit seinen traumhaften Landschaften und Hampi in Indien, das wie ein Hauch Zen-Philosophie anmutet, ein Paradies für Kletterer. Hampi besitzt ein Chaos an Felsblöcken soweit das Auge reicht. Ich hatte wirklich das Gefühl, in einem Traum zu leben. Und Badami, eine kleine Stadt in Indien. Ein Bad in der trotz aller Armut faszinierenden indischen Kultur."
 
 
Eine Aktivität, die in der Gegenwart verankert ist
"Mein Leben spielt sich in einem Dorf in der Provence mit echten Freunden und vielen Klettermöglichkeiten ab. Es hätte eine Illusion sein können, war es aber nicht. Ich lebe seit zehn Jahren in der Provence. Ich bin umgeben von herrlichen Felswänden, zahlreichen Kletterfreunden, die aber auch Fußball und Boule spielen können. Ich liebe Grillabende bei den Nachbarn. Ich mag es, mit einem Bier in der Hand im Kletterzentrum "Grimper" einen Moment inne zu halten und die jungen Kletterer aus dem Verein zu coachen." Ich gebe meine Liebe zu diesem Sport und meine Erfahrung an sie weiter, damit sie Fortschritte machen. Nebenbei mache auch ich dadurch Fortschritte."
 
 
Hinter all dem steht eine enorme Arbeit
"Meine ganze Energie schöpfe ich aus der Natur". Die Voraussetzungen, um ein guter Kletterer zu werden, sind Spaß am Klettern und Hartnäckigkeit. Du musst für den Erfolg kämpfen. Ein normaler Tagesablauf sieht bei mir so aus: ausschlafen, dann klettern und die Route beim ersten Versuch abhaken, anschließend im Café mit Freunden über diesen schönen Tag reden. Aber um so weit zu kommen, darfst du in den Kletterrouten nicht aufgeben."
 
 
Ein cooles Leben also?
Antwort: "Ein lautes Ja und ein leises Nein."

"Erklärung: Das Leben, das ich führe, lohnt sich wirklich. Ich bin glücklich, aber das heißt nicht, dass alle Momente wirklich cool sind. Da sind all die Risiken, all die Kämpfe, die diejenigen, die nicht klettern, sich überhaupt nicht vorstellen können. Du brauchst viel Durchhaltevermögen. Du musst auf dich aufmerksam machen, der Beste sein, präsent sein. Die Kletter-Weltreise ist nicht umsonst und niemals gewonnen. So habe ich beispielsweise am Abend, bevor ich eine 9a Route klettere, Schwierigkeiten einzuschlafen. Es ist wie eine Besessenheit. Mein Herz schlägt schneller, wenn ich nur daran denke. Im Auto spiele ich ständig den nächsten Bewegungsablauf durch. Ich gebe zu, dass ich mich nach dem Erfolg im wahrsten Sinne des Wortes befreit fühle. Es kann sogar passieren, dass ich einen kleinen Durchhänger habe. Ich bewundere Kletterer in einem gewissen Alter, die noch die gleiche Motivation wie am ersten Tag haben und weiter von Entdeckung zu Entdeckung gehen."
 
 
Meine Devise
"Wenn du nichts versuchst, kannst du auch nichts erreichen."
 
 
Die Anekdote, die um die ganze Welt gegangen ist
"Mein Sturz beim RocTrip in Millau 2004, der große Sprung. Ich glaube, das war der Moment meines Lebens, in dem ich beim Klettern die größte Angst hatte. Ich glaube, dass ich nie wieder so große Angst haben kann, das ist einfach unmöglich. Als ich stürzte, dachte ich, ich schlage auf den Boden auf, aber das Seil hat mich knapp davor gehalten... Ja, jetzt kann ich darüber lachen."
 

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Florence Pinet

Florence Pinet profile - Photo © Florence Pinet
Florence Pinet profile - Photo © Sam Bié

France

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Kopfbereich
Photo portrait: 
Florence Pinet profile - Photo © Florence Pinet
Date de naissance: 
3 März 1986
Lieu de résidence: 
Provence (Frankreich)
Statut actuel: 
Kinderpflegerin
Date d'entrée dans le Team Petzl: 
2009

Grenzen verschieben
"Ich genieße das Klettern in der Wand mit Freunden und in einem schönen landschaftlichen Rahmen.
Ich liebe es, meine Grenzen zu verschieben und fantastische Routen zu klettern wegen der Bewegungsabläufe und der Suche nach dem richtigen Routenverlauf.
Ich liebe das Klettern in allen Variationen, Klettern an abgespecktem Fels, Bouldern, Klettern von Mehrseillängenrouten und ganz besonders das On-Sight-Klettern. Wenn ich klettere, ist die Welt in Ordnung!"

Colonne gauche

Meine Lieblingswand ist Buoux en Provence im Süden Frankreichs. Ich habe im Alter von sechs Jahren angefangen. Ich kletterte auf alles, was hoch war.  Seither habe ich nicht mehr aufgehört. Ich habe schon immer viel Sport getrieben, ich brauche das einfach. Ich bin nicht gerne eingesperrt. Ich liebe die Natur und verbringe soviel Zeit wie möglich im Freien. Ich liebe die unberührte Schönheit, das gemeinsame Erlebnis, den Kampfgeist, die Bewältigung einer vertikalen Wand wie die «Infinity Lane» in der Jonte-Schlucht beim RocTrip in Millau (Frankreich)."
 
 
 
"Beim Klettern am Fels konzentriere ich mich lieber auf mein Empfinden und mein Feeling anstatt nach einer so genannten Methode vorzugehen. Ich liebe das Gefühl, mit dem Element zu verschmelzen. Was mich interessiert und am stärksten motiviert, ist die Vielfalt der Bewegungsabläufe, die jede Linie bietet, und sie nach meiner eigenen Kombination zu meistern. Ich achte darauf, an jedem Ort etwas Neues zu finden.

Um auf meinem Gebiet erfolgreich zu sein, setze ich meine ganze Kraft und Entschlossenheit ein. Meine Devise nach dieser Spiel- bzw. Lebensregel lautet: zuerst kommt das Vergnügen. Ich träume davon zu reisen, um die schönsten Routen der Welt zu klettern und alles zu entdecken, was die Erde zu bieten hat."
 

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