Vielseitigkeit
"Neben meinem Beruf, meiner Arbeit, den Dreharbeiten und der Öffentlichkeitsarbeit übe ich gerne kostenlos Aktivitäten wie Sportklettern und Bergsteigen aus. Ich liebe den Kontakt mit dem Fels und bin gerne in den Bergen. Es ist ein einzigartiger Moment für mich, nur zum Vergnügen, auch wenn es mir später beim Snowboarden viel hilft. Ich liebe das Surfen auf dem Meer, es ist ein gesunder Sport, das pure Gleitvergnügen unter den Füßen. Meines Erachtens gibt es keine idiotischere und gefährlichere Aktivität als das Downhill-Biken, aber es macht verdammt viel Spaß, idiotisch zu sein. Das ist ein gutes Thema, um über mein Bewusstsein zu sprechen. Es kommt immer darauf an, wie du den Sport betreibst... Ich drücke nie auf die Bremsen, ich habe keine Lust zu bremsen, keine Lust, die Dinge nur halb zu tun. Das erfordert eine größtmögliche Beherrschung der Aktivität. Um ein so großes Risiko einzugehen, musst du alle Eventualitäten einplanen, körperlich in Höchstform sein, großen Scharfblick hinsichtlich der Wahl der Strecke besitzen und verinnerlicht haben, was improvisieren im Notfall bedeutet."
Alaska
"Die Qualitäten von Alaska habe ich erst in diesem Jahr schätzen gelernt. Ich reise bereits seit mehreren Jahre nach Alaska. Die Heliskiing-Stationen mit ihrer Hektik und dem übercoolen Gehabe der Leute sagen mir nichts. In diesem Jahr aber habe ich zwei Wochen lang 80 km von den ersten Stationen, fernab jeglicher Zivilisation mein Lager aufgeschlagen und endlich das Besondere am Schnee von Alaska entdeckt. Alaska ist ein wahres Paradies für Spins. Den Rest könnte ihr euch selber ausmalen, wir konnten nicht genug bekommen. Zur Erklärung für alle nicht Eingeweihten, Alaska ist für seine Freeride-Küstenzonen bekannt, die unendliche Massen an Schnee bieten, und zwar nicht irgendeinen Schnee. Es ist ein Pulverschnee mit hohem Feuchtigkeitsgehalt, der sogar an den steilsten Hängen haftet. Er tendiert dazu, die berühmten "Spins" zu formen, bei denen es sich um eine Art vertikaler Schrammen handelt, zwischen denen ständig Schnee fließt und die abgesehen von der spielerischen Seite des Freeride ein klares Zeichen für Stabilität sind, was nach Schneestürmen mit drei Meter hohen Schneeansammlungen und Wind nicht zu verachten ist. Im Großen und Ganzen ermöglicht es dir, bei Bedingungen zu riden, die bei uns unvorstellbar sind. Die Zeit da oben, fernab von dem ganzen Trubel (Helikopter-Unternehmen, Freerider, die über ihre Sessions sprechen, Leute, die ein wenig Abenteuer in Alaska schnuppern wollen, bevor sie wieder nach New York zurückkehren) hat mir gut getan und dazu beigetragen, dass ich letztendlich Gefallen an dem Ort gefunden habe. Natürlich bist du zu Fuß nach mehreren Nächten im Zelt und dem Aufstehen um zwei Uhr morgens, um den Aufstieg zu bewältigen, nicht so effizient wie mit dem Hubschrauber (fernab von jeglicher Zivilisation, im Notfall auf dich selbst gestellt), wo du deine Leistung im Laufe des Tages steigern und nach und nach immer schwierigere Hänge riden kannst."
Eine neue Dimension
"Aber die Stresskomponente fällt weg und das ist wirklich angenehm. Nach einer langen Reise und der Zeitumstellung hat es mir gut getan, allein, ohne PC und ohne Telefon in meinem Zelt zu liegen, zu schlafen und nachzudenken. Bislang war ich kein Fan von Alaska, aber jetzt haben sich die Dinge geändert, es ist, als hätte sich eine neue Dimension aufgetan: kein Helikopter und Abstand zur Tourismusindustrie. Ich möchte vom Leben profitieren. Jeder Sport ist ein Mittel, um das Leben auszukosten. Die Berge in ihrer unverfälschten Schlichtheit ermöglichen dir, Abstand zu gewissen Oberflächlichkeiten des Lebens zu gewinnen und sich wieder auf das Wesentliche zu besinnen. Aber das muss jeder mit sich selbst ausmachen. Für Leute, die ständig in den Medien gehandelt werden und die laufend in den Snowboard-Gebieten unterwegs sind, ist es ein gutes Mittel, um die Füße wieder auf den Boden zu bekommen."
Eine gewisse Art Ski zu fahren oder zu surfen
"Wenn ich vor einer Wand oder auf dem Gipfel stehe, kommt die Inspiration von alleine. Es gibt immer eine Linie, die sich von anderen differenziert, die mich anzieht und die ich fühle. Das kommt von innen. Du musst nur einen guten technischen Background haben, einen kühlen Kopf bewahren und die Lust dazu verspüren. Du brauchst einen starken Charakter, ein bisschen Weisheit, Liebe zum Risiko und zu zu den Bergen."
Erfahrung dient der Fantasie
"Erfahrung ist mein Mehrwert für alles, was ich leiste, zumindest hoffe ich das. Wenn ich mir eine Abfahrt ausgesucht habe und gestartet bin, halte ich nicht an, ich mache weiter, bis ich unten bin. Ich denke, das Wichtigste ist, sich in die Aktion, in die Aktivität hineinversetzen zu können. Der Rest folgt automatisch: eine möglichst genaue Analyse, mentale Stärke, Urteilungsvermögen, Kontrolle sowie das Gleichgewicht zwischen Emotion und rationaler Beherrschung. Dies alles ist nur möglich, wenn du im Vorfeld Schritt für Schritt und Jahr um Jahr eine enorme, langfristig angelegte Arbeit leistest. Und manchmal reicht schon ein Lächeln, um einen Tag perfekt zu machen. Du musst daran glauben..."
Eine Anekdote von Xavier