Jorg Verhoeven

Jorg Verhoeven profile - © Erwan Lelann
Jorg Verhoeven profile - © Reni Fichtinger

Netherlands

NLD
Kopfbereich
Photo portrait: 
Jorg Verhoeven - © Erwan Lelann
Date de naissance: 
5 Juni 1985
Lieu de résidence: 
Innsbruck (Österreich)
Statut actuel: 
Professioneller Kletterer
Date d'entrée dans le Team Petzl: 
2008

Eine Wettkampfkarriere
«Alle Leistungssportler egal welcher Disziplin haben relativ ähnliche Vorstellungen. Sie haben die gleiche Beziehung zu ihrer Marke, ihrer Ausrüstung, ihrem Team. Der einzige Unterschied ist die mediale Anerkennung. Als niederländischer Kletterer bin ich anfangs in der Halle geklettert. Mir wurde dann aber sehr schnell bewusst, dass es noch etwas anderes gibt. Seit 2005 lebe ich in den österreichischen Alpen. Kurz gesagt, ich lebe einen Traum. Ich bin professioneller Wettkampfkletterer, aber ich klettere auch viel im Freien. Das wahre Vergnügen finde ich draußen in der freien Natur.»

Colonne gauche

Ein schneller Aufstieg von der Kletterhalle zur Bigwall
«Mein Leben als Kletterer lässt sich so zusammenfassen: an erster Stelle steht seit dem Anfang der Wettkampf, dann Bouldern und jetzt so viel wie möglich Sportklettern in Mehrseillängenrouten.
 
 
Schon kurz nachdem ich angefangen hatte zu klettern, war mir eines klar. Ich wollte ein professioneller Kletterer werden. Gleich nach Abschluss des Gymnasiums habe ich meinen Koffer gepackt und mein Flachland verlassen, um möglichst viele Klettergebiete zu erkunden.
 
 
Ich habe viele Orte auf der Welt gesehen, darunter wunderschöne aber auch verunreinigte Gebiete. Fels zum Klettern kannst du überall finden. Mein "Spot" um neue Kraft zu schöpfen ist die Insel La Réunion, da besteht kein Zweifel. Die Insel ist ganz einfach ein Paradies.»
 
 

Colonne droite
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Diaporama Videos: 

Steve McClure

Steve McClure profile - photo © Sam Bié
Steve McClure profile - photo © Ben Pritchard

United Kingdom

GBR
Kopfbereich
Photo portrait: 
Steve McClure - photo © Lafouche
Date de naissance: 
25 Juli 1970
Lieu de résidence: 
Sheffield (Großbritannien)
Statut actuel: 
Ausbilder, Trainer, Routenausrüster, Schriftsteller, Vortragsredner
Date d'entrée dans le Team Petzl: 
2000

Am besten gefallen mir die Felsen in meiner Umgebung
«Ich habe mich hauptsächlich auf das Sportklettern spezialisiert und bin wahrscheinlich besser in kurzen, technischen Routen als in Mehrseillängenrouten. Am besten gefallen mir die Routen in meiner Umgebung. Dieses Leben ist eine natürliche Fortsetzung meiner Kindheit, da meine Eltern auch geklettert sind und mich immer mitgenommen haben. Ich habe mich eigentlich nicht bewusst für dieses Leben entschieden. Ich wusste einfach nur, dass es mein Leben ist. In der freien Natur sein und zu klettern gehört für mich einfach zum Leben. Anfangs kletterte ich in Routen ohne Bohrhaken. Ich machte schnell Fortschritte und hatte Schwierigkeiten Routen im traditionellen Stil zu finden. Heute gibt mir das Sportklettern die Möglichkeit, meine körperliche Kraft auf die Probe zu stellen und gleichzeitig nicht darauf zu verzichten, mit Freunden im Freien zu sein. Klettern ist mein Beruf. Ich arbeite in meiner Umgebung. Ich habe einen engen Bezug zum Klettersport meines Landes. Ich glaube, dass du den Ort, an dem du lebst, lieben musst.»

Colonne gauche

Ich liebe mein Land
«Es gibt so viele Orte, wo ich gerne bin. Mit jedem verbindet mich etwas anderes. Ich Lebe in der Nähe herrlicher Klettergebiete in einer angenehmen Umgebung, in Stadtnähe und doch abgeschieden. Hier verbringe ich viel Zeit. Ich liebe auch die entlegeneren Orte Englands, Schottlands sowie den unglaublich schönen und einsamen Norden von Wales. Ein Aufenthalt dort tut mir sehr gut, die Natur gibt mir unglaublich viel Kraft. Ein Abenteuer, das ich genieße. Aber auch in anderen Felswänden Europas (Rodellar, Teradettes, Verdon, Buoux, Ardèche, Osp, Arco) verbringe ich viel Zeit. Die Verdon-Schlucht nimmt einen besonderen Platz in meinem Herzen ein. Hier bin ich als Kind ab dem Alter von vier Jahren oft gewesen. Ich bin nicht geklettert sondern habe in den Bächen gespielt. Mit sechzehn Jahren war ich zwei Monate dort. Diese Zeit hat meinem Leben als Kletterer eine Wende gegeben. Wenn ich nach langer Abwesenheit in die Verdon-Schlucht zurückkehre, halte ich meinen Wagen am Aussichtspunkt an. Es gibt nichts Schöneres als die Aussicht von hier oben, die Gefühle, den Geruch, die Geräusche und die Luft, die zu mir emporsteigt, und dieser Blick auf den überall präsenten, perfekten grauen Fels.»
 
 
Eine professionelle Partnerschaft
«Ich habe sieben Jahre als Ingenieur in einem Entwicklungsbüro gearbeitet. Ich besitze technisches Verständnis. Das hilft mir wahrscheinlich beim Klettern. Wie dem auch sei, dieses Leben war nichts für mich. Die sich immer wiederholenden Tage und das Büroleben sagten mir nicht mehr zu. Heute bin ich in den Klettersport stark eingebunden. Mein Leben ist abwechslungsreich und meine Arbeit vielseitig. Ich komme an einen Punkt, wo ich nicht mehr nach Arbeit suche, sie kommt in immer schnellerem Rhythmus zu mir. Kletterrouten ausrüsten, Kletterer begleiten, ausbilden, Konferenzen geben, schreiben usw. Es wird zwar nicht sehr gut bezahlt, aber es macht mir Spaß. Ich habe das Glück, mir meine Arbeit, die Orte und die Personen, mit denen ich arbeite, aussuchen zu können. Ich bekomme regelmäßig Verträge zum Ausrüsten von Kletterrouten und in diesen Fällen wohne ich bei Freunden. Ich arbeite hart, aber es macht mich glücklich»
 
 
Der Wunsch, bis ans Ende zu gehen
«Für die Dinge, die ich liebe, bringe ich unheimlich viel Energie auf. Die Energie geht üblicherweise Hand in Hand mit Hartnäckigkeit, dem Wunsch, bis ans Ende zu gehen. Beim Klettern musst du durchhalten. Ich besitze dieses Durchhaltevermögen, das darin besteht, alles zu geben, und je mehr ich von mir gebe, desto mehr Erfolg habe ich. Ich gehe gerne bis an die Grenzen meiner Möglichkeiten. „Das Glas ist halb voll“ Das ist meine Devise. Wenn ich mich in einem Griff getäuscht habe und dieser nicht so gut ist wie ich dachte, sage ich mir nicht, dass der Griff wirklich mies ist, weil das nur negative Gefühle aufkommen lässt. Es ist besser, wenn ich mir sage, dass der Griff doch nicht so schlecht ist.»
 
 
Zukunft in der Gegenwart
«Ich projiziere mich nicht in die Zukunft. Ich habe keine Rente und keinen sicheren Arbeitsplatz. Obwohl ich ein Kind habe. Ist das verantwortungslos? Vielleicht, aber so bin ich eben. Bis jetzt ist alles gut gelaufen. Ich denke, dass jeder sein eigenes Glück finden kann, wenn er hart arbeitet und nicht mogelt. Es ist mir nie etwas geschenkt worden. Ich liebe das Leben wie es ist. Ich empfinde nicht das Bedürfnis, meine früheren Erfahrungen mit anderen zu teilen. Das alles liegt hinter mir. Es ist jedoch wichtig für mich, mich mit anderen über das augenblickliche Erleben auszutauschen.»

Colonne droite
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Video by Posing Productions
 
 

Video by Posing Productions
 
 
Video playlist featuring Steve McClure :

Said Belhaj

Steve McClure profile - photo © Stéphan Denys
Said Belhaj profile - photo © John Evans

Sweden

SWE
Kopfbereich
Photo portrait: 
Said Belhaj - photo © collection Said Belhaj
Date de naissance: 
18 Juni 1981
Lieu de résidence: 
Göteborg (Schweden)
Statut actuel: 
Professioneller Kletterer und Musiker
Date d'entrée dans le Team Petzl: 
2005

Klettern um zu leben
«Für die Kletterer des Petzl-Teams ist das Klettern mehr als nur die Begeisterung für den Sport, es ist ihr Leben. Wir üben unsere Aktivität täglich aus und bekommen nie genug davon. Es ist ein Leben, das nie ein Ende hat, auch wenn es nicht immer zum Leben reicht. Dieser Sport verbindet uns mit dem Leben und der Natur. Immer im Freien zu sein und zu klettern bringt uns den Tieren näher. Reisen, Menschen begegnen, teilen, was es gestern noch nicht gab, all dies hat einen unschätzbaren Wert. Ich habe das Klettern im Alter von zehn Jahren entdeckt, als ich noch auf die Bäume kletterte. Seither klettere ich immer auf die eine oder andere Weise. Ich war zehn Jahre in der schwedischen Nationalmannschaft und habe an Wettkämpfen in der ganzen Welt teilgenommen. Da ich es vorziehe, im Freien am Fels zu klettern, fällt mir das Klettern in der Halle schwer. Heute praktiziere ich alle Spielarten des Freikletterns: Bouldern, Sportklettern, Wettkampfklettern, Bigwall-Klettern.»

Colonne gauche

Wettkampf und Paradox
«Als aktives Mitglied der schwedischen Nationalmannschaft ist mir bewusst geworden, dass es einen hohen Einsatz erfordert, um innerhalb eines eingeschweißten Teams eine positive Energie zu entwickeln. Ich bin sehr gesellig und die Menschen um mich herum sind mir wirklich wichtig. Ich kann nicht zu einem Wettkampf gehen, nur um zu gewinnen und alles andere vergessen. Bei einem guten Wettkampf entwickelt sich eine positive Dynamik zwischen den Teilnehmern, Veranstaltern und Zuschauern. Das Ziel eines Wettkampfs ist normalerweise, den anderen zu schlagen und als Sieger aus dem Wettkampf hervorzugehen. Da ich eine starke Achtung für die anderen empfinde, ihnen dabei helfe, besser zu werden oder sogar an meiner Stelle zu gewinnen, stehe ich vor einem gewissen Widerspruch.»
 
 
Freiklettern und On-Sight-Klettern
«In der Regel habe ich ein gutes Gefühl, wenn ich on-sight an der Grenze meiner Möglichkeiten klettere. In den abgelegensten Regionen unseres Planeten am Fels zu klettern, macht meine Aktivität noch interessanter. Der erfolgreichen Bezwingung einer erarbeiteten Route ziehe ich die On-Sight-Begehung einer Route vor, da ich mich hier hundertprozentig auf die augenblickliche Bewegung und die Schwierigkeit des Kletterns konzentrieren kann. Was mir beim On-Sight-Klettern besonders gefällt, ist die Entdeckung, die Erkundung. Du bist gezwungen zu improvisieren. Du entdeckst, was geschehen wird in dem Moment, da du es tust, so als wärst du Schauspieler und Zuschauer gleichzeitig.»
 
 
Die spirituelle Dimension
«Klettern ist für mich vor allen Dingen eine Möglichkeit, mit unterschiedlichen Menschen zusammen zu kommen und an Orte zu reisen, die ich sonst wahrscheinlich nie kennen gelernt hätte. Außerdem liebe ich den stimulierenden Aspekt dieses Sport und die damit verbundenen Herausforderungen. Was die spirituelle Dimension angeht, so führt mich eine Art dynamische Meditation in verschiedene Regionen meines Geistes. Mein Leben wird durch den mentalen Ansatz des Klettersports, der Musik und der Träume inspiriert. Mein tägliches Ziel ist ein gesundes Leben mit allem, was einen Bezug zum Klettern hat. Wenn ich nicht klettere, tue ich gern etwas, das mein Leben bereichert. Mir gefällt die Idee, dass mehrere Lebensformen möglich sind und nicht nur die, die dem Klischee der westlichen Gesellschaft entsprechen. Ich tue viele Dinge ganz einfach deshalb, weil ich nicht rund um die Uhr klettern kann. Ich mache gerne Musik, laufe, fahre Fahrrad oder schwimme und manchmal mache ich auch alles gleichzeitig. Außer liebe ich Tanzen, Qigong, Meditation, Fotografie und gute Bücher. Mein wichtigster Mentor ist mein musikalischer Meister, Christer Bothén, ein außergewöhnlicher Musiker, der fast siebzig Jahre alt ist und immer für seine Liebe zur Musik gelebt hat.»
 
 
Ständig unterwegs
«Als Kletterer fühle ich mich fast allen Felsen der Welt verbunden. Am liebsten klettere ich jedoch in Katalonien (Spanien). Die Erfahrungen, die mir diese Region bietet, sind einzigartig. Ich habe viele Freunde in Katalonien. Ich kann allein reisen und vor Ort zufällig einen Freund zum Klettern treffen.
Ich klettere auch gerne in Marokko. Hier liebe ich neben dem Klettern auch die improvisierten Musikabende und das gute Essen.»
 
 
Meine Devise
«Es ist nie zu spät.»
 

Colonne droite
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Video Playlist featuring Said Belhaj

Alexander Huber

Alex Huber profile - photo © Sam Bié
Alex Huber profile - photo © Sam Bié

Deutschland

DEU
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Photo portrait: 
Alex Huber - photo © Sam Bié
Date de naissance: 
30 Dezember 1968
Lieu de résidence: 
Berchtesgaden (Bayern)
Formation: 
Physiker
Statut actuel: 
Bergführer, professioneller Alpinist
Date d'entrée dans le Team Petzl: 
1993

Extrembergsteigen liegt mir im Blut
«Mein Bruder und ich waren durch unsere Eltern von Kindesbeinen an mit den Bergen und dem Bergsteigen vertraut. Mein Vater, der in den sechziger Jahren durch seine Speed-Begehungen der Droites-Nordwand bekannt wurde, hat uns die Liebe zum Extrembergsteigen vererbt.
Mein Zuhause - bei meiner Familie und meinen Freunden - ist die Basis meines Lebens. Was zählt, ist die Beständigkeit in jedem Lebensbereich. Eine neue Richtung kann ich nur einschlagen, wenn ich eine solide Ausgangsbasis habe, die mir als Sprungbrett dient. Deshalb arbeite ich auch seit über 15 Jahren mit den gleichen Sponsoren. 1997 habe ich an der Universität München meinen Master-Abschluss in Physik gemacht. Diese Ausbildung hat mir als Grundlage für mein Leben als Kletterer gedient.»

Colonne droite
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Sean Villanueva

Sean Villanueva profile - photo © Sam Bié
Sean Villanueva profile - photo © Sam Bié

Ireland

IRL
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Photo portrait: 
Sean Villanueva - photo © Sam Bié
Date de naissance: 
7 Februar 1981
Lieu de résidence: 
Brüssel (Belgien)
Statut actuel: 
Professioneller Kletterer
Date d'entrée dans le Team Petzl: 
2011

«Ich habe im Alter von dreizehn Jahren in einer Kletterhalle in Belgien mit dem Klettern angefangen. Danach habe ich mich dem Sportklettern zugewandt. Zu Anfang reichten wildes Campen und per Anhalter fahren aus, um meinen Abenteuerdurst zu stillen. Aber dann habe ich das entdeckt, was heute meine Spezialität ist, nämlich die freie Durchsteigung von Bigwalls, breite, feuchte Risse voller Moos, schwierige Platten usw.»

Colonne gauche

Freie Routenerschließungen in Begleitung meiner irischen Flöte
«Ich liebe den Klettersport, seine Schwierigkeiten und seine Herausforderungen. Ich liebe es, im Fels unterwegs zu sein, mit Leib und Seele zu klettern und zu erkunden. Ich liebe kompakten Fels von guter Qualität mit perfekten Griffen. Aber ich liebe auch nasse Risse, die dem Abenteuer einen zusätzlichen Reiz verleihen. Das Klettern ist meine Lebensweise, es ermöglicht mir, wunderbare Menschen kennen zu lernen und fantastische Erfahrungen mit ihnen zu teilen.
Dieser Sport lehrt mich das Leben, er zwingt mich, im Augenblick zu leben. Ich schenke dem Geschmack des Essens, dem Fels, der die Finger aufreißt und zum Bluten bringt, mehr Beachtung. Das Klettern ist eine oftmals schwierige Aktivität. Alle meine anderen Aktivitäten haben einen Bezug zum Klettersport. Ich liebe Slacklining, es lehrt mich, meine Gemütsverfassung zu optimieren, damit meine Gedanken, meine Gefühle und meine Erfahrung eine Einheit bilden. Slacklining versetzt mich in einen Zustand, in der die Zeit nicht existiert, wo sich alles um die Gegenwart dreht, wo alles einen Zusammenhang hat. Es ist wie ein Zustand der Meditation. Meine irische Flöte ist ein fester Bestandteil meiner Kletterausrüstung. Wenn ich mitten in einer Wand hoch über dem Boden hänge und mehrere Tage auf meinem Portaledge das Ende eines Unwetters abwarte, hilft mir die Flöte, die Zeit sinnvoll zu verbringen und nicht einfach nur zu warten. Musik zu spielen hilft mir, in der Gegenwart zu bleiben.»
 
Mein Lieblingsort ist der Planet Erde
«Ich liebe unberührte Orte in fernen Gefilden und ganz besonders hohe Felswände. Meine bevorzugten Klettergebiete sind Yosemite, Patagonien, der Himalaya in Pakistan, Baffin Island und Grönland. Aber es gibt noch viele andere Gegenden auf der Welt, in die ich gerne reise würde.»
 
Mein Lebensziel: Menschen begegnen, Erfahrungen austauschen und weitergeben
«Ich gebe meine Erfahrungen gerne durch Artikel und Filme weiter. Es ist wunderbar, Menschen zu inspirieren, sie zu motivieren und ihnen zu helfen, die nötige Energie zu finden, damit sie ihre Träume verwirklichen können. Außerdem will ich den Menschen vermitteln, wie wichtig es ist, den Fels, die Berge und die Natur zu achten und stets eine positive Einstellung zu bewahren. Ich möchte auch weiterhin neue Bigwall-Routen entdecken und das Erlebnis mit anderen teilen.»
 
Eine Anekdote von Sean
«Den schwierigsten Moment in einer Felswand habe ich am Südturm der Torres Del Paine in Patagonien, Chile erlebt. Es war der fünfte Tag eines elftägigen Aufstiegs. Ich musste auf die Toilette. Wir befanden uns 150 m über dem Boden. Mein letztes Stück Toilettenpapier ist davongeweht. Also war ich gezwungen, bis zum Ende des Aufstiegs Steine, Eis und alles, was ich finden konnte, zu benutzen.»

Colonne droite
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Diaporama Videos: 

Playlist video featuring Sean Villanueva.

Vertical Sailing expedition, courtesy of Patagonia video

Enzo Oddo

Enzo Oddo profile - Photo © Arnaud Petit
Enzo Oddo profile - Photo © Sam Bié

France

FRA
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Photo portrait: 
Enzo Oddo profile - Photo © Arnaud Petit
Date de naissance: 
22 Februar 1995
Lieu de résidence: 
Côte d’Azur (Frankreich)
Date d'entrée dans le Team Petzl: 
2010

Enzo, in der Blüte seiner Jugend…
 
«Das Klettern von Kindheit an, das hat mir gefallen. Warum? Ich bin in Nizza geboren. Dort gibt es Felsen in Hülle und Fülle und keine schlechte Jahreszeit. Klettern ist ganz leicht. Meine Eltern sind geklettert. Bereits in meinen ersten Lebensjahren nahmen sie mich mit zu den Felsen. Sie sind wie mein Zuhause.
Bis zum Alter von dreizehn Jahren liebte ich die Felswände der Côte d’Azur, aber jetzt nach all den Reisen mit dem Petzl-Team ist das Vergnügen hier für mich nicht mehr so groß.»

Colonne gauche

Meine Lieblingslandschaften?
«Mit dem Team entdecke ich so viele fantastische Klettergebiete. Wir reisen in diese Gebiete, um neue Kletterrouten zu erschließen. Wir sind immer in der freien Natur und von der Außenwelt abgeschnitten. Die perfektesten für mich sind die Boulder in Bishop, Millau, im Tarn, im Briançonnais, Entraigues und Roche de Rame. In diesen Bergen fühle ich mich wohl. Ich brauche vielleicht Ruhe, Gelassenheit...»
 
Das Gefühl vorwärts zu kommen
«Was mir am Klettern gefällt? Ich weiß es nicht. Es gefällt mir einfach. Ich habe keine langfristige Motivation. Aber im Augenblick bin ich sehr motiviert. Es ist ein Ganzes, etwas das mir immer wieder neue Energie gibt. Was mir bei der Bewältigung einer Kletterroute gefällt, ist nicht der Erfolg. Es ist das Gefühl, dass es vorwärts geht. Das Gefühl zu haben, in dem was ich tue aufzugehen, wie ein Tag, an dem alles richtig läuft, ohne dass du weißt warum.»
 
Die Zukunft?
«Diese Frage stelle ich mir nicht. Ich werde sehen. Ich würde gerne weiterhin möglichst viel klettern. Ich sehe mich allerdings nicht bis zur Rente im Klettersport. Das ist nicht mein Ding! Ich habe keine Lust, das Staatsexamen als Kletterlehrer zu absolvieren oder eine Trainings- oder Ausbildungseinrichtung aufzumachen. Auf der anderen Seite kann ich mir ein Leben ohne den Klettersport aber auch nicht recht vorstellen. Ansonsten vertraue ich auf die Zukunft. Zu Anfang war es schwierig, meinen Eltern beizubringen, dass ich mit der Schule aufhöre. Heute unterstützen sie mich. Ich schulde ihnen großen Dank. Sie sagen, ich soll mein Leben so gut wie möglich meistern und das, wozu ich wirklich Lust habe, ernsthaft betreiben. Mit 17 Jahren kann man schon ein bisschen ernsthaft sein.»
 
Schwierigkeiten, Zwänge?
«An den Dingen arbeiten, in denen ich nicht gut bin. Ich muss dazu mich zwingen, meine Ausdauer zu trainieren. Im Übrigen nehme ich nicht an Wettkämpfen teil, also habe ich auch keine Zwänge. Wettkämpfe nehmen zu viel Zeit in Anspruch. Das Klettern in der Halle verkörpert nicht das, was ich mir vorstelle. Es ist etwas anderes. Ich schaffe es nicht, mich am Kunststoff zu verwirklichen. Für mich hat das nichts mit dem Sport zu tun, den ich in der Natur und in vollkommener Freiheit ausübe.»
 
Im Leben...
«Die Menschen, mit denen ich mich am besten verstehe, sind Kletterer. Im Augenblick bin ich nur mit Kletterern zusammen und oftmals mit Kletterern im Alter zwischen 16 und 24 Jahren. Mein Lieblingsbuch ist "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" von Jonas Jonasson. Mein Lieblingsfilm ist "A serious man" der Brüder Coen.»
 
Eine Anekdote von Enzo
«Auf einer Party unter Freunden im März 2011 frage ich einen Bekannten, ob er Lust habe zu klettern? Er ist einverstanden. Ich nehme ihn also mit auf eine Baustelle in der Nachbarschaft und klettere mit ihm zu einem Balanceakt auf den Kran. Er hat in seinem ganzen Leben noch nie einen Klettergurt angelegt. Es ist 3 Uhr morgens. Wir haben keine Erlaubnis. Wir haben weder eine Stirnlampe noch einen Helm. Wir sind gerade sechzehn Jahre alt. Wir haben ein Seil, ein GRIGRI und eine Schlinge für uns beide. Er braucht jedes Mal eine halbe Stunde, um eine Stange hochzuklettern. Wir wollten eine Trapeznummer wie im Zirkus vollführen, aber in der Mitte des Auslegers hat er keine Kraft mehr und stürzt. Er hat sehr große Angst. Die Lage auf dem Kran ist ziemlich kritisch. Charles zappelt herum. Wir sind trotz allem angeseilt. Ich drifte zur Seite. Ich bringe ihn nach unten. Es endet gut.»
 
Sie sprechen über Enzo:
Mike Fuselier
«Enzo ist für mich ein Jugendlicher, der voller Überraschungen und Spontaneität steckt. Mit Enzo zu klettern ist wie eine Schachtel Pralinen, du weißt nie, was als Nächstes kommt... Es gibt viele Anekdoten zu erzählen, aber eine ist mir ganz besonders in Erinnerung geblieben. Die Szene spielt sich in einem Guest House in Cuba ab. In einer Diskussion über amerikanische Filme hebt Enzo den Mut von Jean-Claude Van Damme hervor, der in der Lage ist, eine aus 10 m Höhe fallende Kokosnuss mit den Bauchmuskeln abzufangen. Wir wollten ihm diese fantastische Erfahrung ermöglichen und seinen Mut auf die Probe stellen. Also haben wir ihm kurzerhand die Augen verbunden und Wasserflaschen auf seine stahlharten Bauchmuskeln prasseln lassen. Seine Furcht ist schnell in eine Herausforderung umgeschlagen und Enzo wollte wissen, welche Schlagkraft er einzustecken könne. Das Spiel hat einige Minuten gedauert und Enzo hat die auf ihn niederprasselnden Schläge souverän weggesteckt - zumindest für den Augenblick. Am nächsten Tag konnten wir an den blauen Flecken die Zahl der eingesteckten Schläge abzählen. "Das stärkt die Muskulatur und ist gut für einen flachen Bauch", so der O-Ton von Enzo. Jetzt wisst ihr Bescheid...»
 
Aymeric Clouet
«In der Taghia-Schlucht im marokkanischen Atlasgebirge haben Arnaud und ich bei einer theoretischen Trainingssitzung mit praktischen Aufgaben Enzo die Grundtechniken der Bewegungsabläufe beim technischen Klettern mit einem Goutte d'Eau Hook sowie die Sicherheitshandgriffe und den Aufstieg am Seil mit Seilklemmen mit Griff erklärt. Nach einer Weile hat Enzo abgeschaltet, er hörte nicht mehr zu, war überhaupt nicht mehr anwesend und wir haben es aufgegeben und uns gesagt, dass wir später weitermachen würden. Kurz darauf wurde uns klar, dass er alles verstanden hatte. Enzo lernt schnell, er verarbeitet alles sofort und hat außerdem ein sehr gutes Gedächtnis. Dieser Junge ist einfach genial.»
 
Nina Caprez
«Ich habe eine sehr schöne Erinnerung an unsere Reise nach Kuba zusammen mit Enzo. Der Titel könnte eine kurze Psychoanalyse lauten.
Es ist der letzte Tag, und wir sind an den Strand gegangen. Gewöhnlich nimmt es Enzo mit der 'Sauberkeit der Kleidung' nicht so genau. Aber an diesem Tag hat er für die Rückkehr saubere Kleidung zum Wechseln mitgenommen. Er hat sich herausgeputzt für die Rückfahrt mit dem Bus. Wir hatten noch unsere Badesachen an und Cédric ist nichts Besseres eingefallen, als Enzos Klamotten mit Cola zu bespritzen. Angesichts der Seltenheit dieses Zustands bei Enzo (saubere, strahlend weiße Sachen) ist das, was dann geschah einfach köstlich. Enzo war furchtbar wütend und hat lautstark zum Besten gegeben "Verdammt noch mal, ich war perfekt!" Wir haben viel über diesen Satz gelacht, er übrigens auch, nachdem er sich darüber klar geworden ist, was er gesagt hat. "Ich war perfekt", der O-Ton von Enzo.»

Colonne droite
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Video playlist featuring Enzo Oddo

Nina Caprez

Nina Caprez profile - photo © Stefan Schlumpf
Nina Caprez profile - photo © Lafouche

Switzerland

CHE
Kopfbereich
Photo portrait: 
Nina Caprez - photo © Stefan Schlumpf
Date de naissance: 
15 November 1986
Lieu de résidence: 
Grenoble
Statut actuel: 
Leistungssportlerin
Date d'entrée dans le Team Petzl: 
2010

Auf der Suche nach dem augenblicklichen Glück
"Ich habe sehr großes Selbstvertrauen. Ich bin eine selbstsichere Person. Das ist die Grundvoraussetzung in unserem Sport, um schwierige Routen zu bewältigen. Draußen sein, das Leben in vollen Zügen genießen, Menschen begegnen, die das Gleiche empfinden... Das bedeutet Glück für mich. Mein erster großer Wettkampf war die Jugend-Weltmeisterschaft in Peking. Es war das erste große Ereignis für die "kleine Nina". Ich liebe das Gefühl, bei einem Wettkampf erfolgreich zu sein. Aber der Wettkampf an sich berührt mich nicht sonderlich. Ich versuche ständig Fortschritte beim Sportklettern zu machen und Mehrseillängenrouten zu meistern, die mir wirklich am Herzen liegen. Ich bin in der Nähe des Rätikon, der legendären Wand für Mehrseillängenrouten, aufgewachsen. Ich habe dieses Gefühl von Höhe, Natur und Freiheit schon immer geliebt.
Laurent Triay war es, der mir von der "Ultime Démence" im Verdon erzählte. Ihm habe ich es zu verdanken, dass ich gefunden habe, wonach ich beim Klettersport suchte. Heute suche ich nach der wirklichen Herausforderung und konzentriere mich auf die Begehung von Mehrseillängenrouten. Das Klettern ist ein Weg, um zu sich selbst zu finden. Wenn ich meine ganze Kraft einsetze, in der ganzen Welt umherreise, Menschen aus allen Teilen der Erde begegne, dann wird mir bewusst, dass das wirklich Wichtige im Leben ist, glücklich zu sein. Das bedeutet das Klettern für mich. Es ist ein Sport, der auf der Leichtigkeit des Lebens basiert. Wir brauchen nichts als einen Stein, einen Gurt, Kletterschuhe und einen Seilpartner."

Colonne gauche

Mein Devise: Das Leben ist zu schön und die Tage sind zu kurz, um traurig zu sein
"Aber in Wirklichkeit möchte ich der Welt des Klettersports, den Spezialisten, Amateuren und Anfängern eine Botschaft zukommen lassen. Durch meine Art zu leben, habe ich gelernt, was das Wort "eigenständig" bedeutet. Mein Lebensinhalt ist, meine Projekte zu Ende zu führen. Um das zu schaffen, muss ich meine Gedanken und meine Energie auf das Wesentliche konzentrieren. Wenn mir die Begehung einer extremen Mehrseillängenroute gelingt, liegt das daran, dass ich glücklich bin, es zu tun. Ich fühlte mich schon seit langem von den Mehrseillängenrouten angezogen. Es war nur eine Frage der Zeit. Dann habe ich ernsthaft angefangen daran zu arbeiten und Mehrseillängenrouten zu klettern. Seit meiner Kindheit habe ich mich niemals sehr wohl in einem System gefühlt, das von Leuten geführt wird, die glauben alles zu wissen. Auf dem Gymnasium war ich sehr unglücklich, weil wir immer genau wissen mussten, was am nächsten Tag geschah. Dieses Gefühl hat mich daran gehindert, Fortschritte zu machen. Ich musste mich aus diesem Zustand befreien. Beim Klettern ist alles wichtig, die Art eine Linie zu betrachten, eine Routenführung zu planen und schließlich den Fels zu erleben. Ich bestimme selbst, was gut für mich ist. Ich übernehme die Verantwortung für meine Vorhaben und Entscheidungen und suche niemals nach einer Entschuldigung für das, was ich tue oder nicht tue. Ich bin zum Klettern geboren. Durch das Klettern reise ich um die ganze Welt an wunderschöne und verborgene Orte. Ich lerne, mache weiter und lerne wieder. Die Mehrseillängenrouten sind in mein Leben getreten, als ich dazu bereit war. Jedes Mal, wenn ich die Stufen überspringe, gibt es ein Problem Du musst dich natürlich bewegen und auf den Fels einstellen können. Aber jetzt höre ich auf mich, denn ich weiß, was mich stark macht. Ich bin mir meiner sicher, ich will das tun, wozu ich wirklich Lust habe und nicht versuchen, Dinge zu tun, die ich nicht will. Wie für viele andere Kletterinnen ist Lynn Hill auch mein Vorbild, aber die Person, die mir direkt dazu verholfen hat, auf diesem Gebiet Fortschritte zu machen, ist Cédric Lachat."
 
 
Die Wahl meiner Seilschaftspartner ist wichtig für mich
"Menschen, die mit mir in die Wand gehen, sind mehr für mich als eine Unterstützung, sie sind so etwas wie eine Stimulation. Um eine Mehrseillängenroute zu meistern, brauche ich Freundschaft und Vertrauen in meinen Seilschaftspartner. Ich klettere niemals mit Leuten, mit denen ich mich nicht wohl fühle. Ich muss eine gemeinsame Wellenlänge, Einverständnis und Verbundenheit fühlen. Mein Partner und ich müssen gleichberechtigt sein. Ich will, dass auch mein Partner die Route meistern will. Ich werde auf keinen Fall jemanden mitnehmen, nur um mich zu sichern."
 
 
Die wichtigsten Orte für mich sind der Verdon und Céüse
"In Céüse habe ich meine ersten Kletterferien verbracht. Der Ort hatte von Anfang an etwas Magisches für mich. In Verdon habe ich den Kletterstil gefunden, nach dem ich gesucht hatte, nämlich das Sportklettern in Mehrseillängenrouten. Ich habe selten eine so wunderschöne Landschaft gesehen!"
 
 
Außer dem Klettersport liebe ich Dinge, die Tempo haben
"Ich mache viele Skitouren. Ich bin mit Skiern an den Füßen geboren. Ich liebe die Leichtigkeit bei der Abfahrt eines unberührten Hangs, wenn ich die erste Spur mache. Außerdem arbeite ich gerne mit Holz und befasse mich mit Fotografie. Ich höre gerne Musik und koche gerne.
Wenn ich nicht klettern würde, wäre ich sicherlich Künstlerin geworden. Vielleicht würde ich beim Zirkus arbeiten."

Colonne droite
Diaporama Photos: 
Diaporama Videos: 

 
Video playlist featuring Nina Caprez

Stéphanie Bodet

Stéphanie Bodet profile - Photo © Stéphan Denys
Stéphanie Bodet profile - Photo © Sean Leary

France

FRA
Kopfbereich
Photo portrait: 
Stéphanie Bodet - Photo © Thibault Saubusse
Date de naissance: 
14 März 1976
Lieu de résidence: 
Céüse, Hautes-Alpes (Frankreich)
Formation: 
Philologin (Lehramt), Ausbildung zur staatlich geprüften Kletterlehrerin
Statut actuel: 
professionelle Kletterin, freigestellte Literaturlehrerin
Date d'entrée dans le Team Petzl: 
1996

Das Leben in der Felswand ist eine echte Bereicherung und Selbstfindung
"Ich hatte das Glück, zusammen mit Arnaud fantastische Expeditionen und wunderschöne Reisen zu erleben. Alle Bigwalls, die ich geklettert bin, und ganz besonders die unbeschreiblichen Biwaks haben einen starken Eindruck bei mir hinterlassen. Um etwas zu schaffen, das mir am Herzen liegt, will ich das Beste aus mir herausholen. Ich lerne, Bigwall-Routen zu eröffnen und gleichzeitig wird mir bewusst, dass ich mich mehr und mehr einer gewissen Ethik zuwende, die meines Erachtens den Klettersport auf Dauer schützt. Ohne unnütze Risiken einzugehen, habe ich eine Vorliebe für schwierige Routen, die mir eine hundertprozentige Konzentration und Motivation abverlangen. Es bereitet mir praktisch kein Vergnügen mehr, eine irgendwie vorgezeichnete Route zu klettern. Ich habe nicht das Gefühl, dass dies eine elitäre Sichtweise ist, und ich glaube, dass wir auf jedem Niveau für die gleichen Werte eintreten können. In Céüse klettere ich zuweilen mit Kletterern der jungen Generation. Es macht Spaß zu sehen, dass uns die gleichen Dinge motivieren und dass sich nicht nur die "Alten" Gedanken um ethische Standpunkte machen. Sie stellen im Gegenteil in gewissen Punkten oftmals höhere Ansprüche und Forderungen als wir."

Colonne gauche

Keine Angst haben, sich weh zu tun
"Ich liebe das Klettern in jeder Form, wende mich seit ein paar Jahren jedoch mehr dem Klettern von Bigwall-Routen zu. Ich hätte mir nie träumen lassen, eines Tages von meinem Sport leben zu können. Als Kind wollte ich Schäferin oder Ägyptologin werden. Ich fühlte mich zum Unbekannten, zum Abenteuer und zu wild lebenden Pflanzen und Tieren hingezogen, so gesehen ist mein jetziger Lebensstil eigentlich nicht verwunderlich. Wenn ich klettere, konzentriere ich mich auf den Augenblick, die Zukunft beschränkt sich auf den nächsten Griff. Ich vergesse meine Sorgen, vergesse mich selbst und habe das Gefühl, mit dem Fels zu verschmelzen. Diesen Aspekt liebe und brauche ich. Ich finde ihn auch in anderen Aktivitäten wieder, wie z.B. beim Yoga, beim Schreiben oder bei der Gartenarbeit. Das Leben erscheint plötzlich so einfach. Beim Klettern fühle ich mich gut. Ich bin gerne draußen in der geschützten Natur, hier finde ich mein inneres Gleichgewicht. Mich reizt die Vielseitigkeit der Aktivität, Bouldern; Klettern an abgespecktem Fels oder der Aufbruch zu einer Expedition. Es kommt nicht oft vor, dass ich gleichzeitig mit den Felswänden auch eine andere Kultur entdecke. Ein Leben würde nicht ausreichen, um alle Facetten des Klettersports zu erkunden.
Klettern ist auch ein gute Schule, um Demut zu lernen. Ich versuche, meine Aufmerksamkeit nicht auf die Schwierigkeitsbewertung zu fixieren sondern darauf, was eine Route von mir verlangt oder was ich von ihr lernen kann. Ich fühle mich zu Kletterstilen hingezogen, die ich nicht beherrsche und die mir immer wieder das Gefühl geben, ein Anfänger in diesem Sport zu sein. Dadurch bleibe ich motiviert und neugierig. Letztendlich sind es oftmals Kinderträume, die sich konkretisieren oder Träume, die möglich werden, wenn du genügend Erfahrung gesammelt hast, um sie zu verwirklichen. Das trifft auch auf den Trango Tower zu. Ich habe schon als junge Wettkämpferin davon geträumt, aber dieser Traum hat sich erst einige Jahre später, nachdem ich mich ernsthaft mit dem Klettern im Gebirge befasst habe und mehr am Granit geklettert bin, erfüllt."
 
 
Natur und...
"Ich laufe viel und nehme mir dabei Zeit, um die Natur zu beobachten, nach Vögeln Ausschau zu halten und Tierspuren im Schnee ausfindig zu machen.
"Ich habe das Glück in den Hochalpen, am Fuße der Mauer von Céüse zu leben. Ich gebe zu, es ist mein Lieblingsort zum Klettern natürlich, aber vor allem wegen der Lebensqualität in der Umgebung von Gap. Die Gegend ist relativ unberührt, sie ist kaum verstädtert und hat abwechslungsreiche Landschaften zu bieten. Diese Qualitäten liebe ich auch im Verdon. In Céüse bin ich jedes Frühjahr auf Neue entzückt über das in der Felswand herrschende Treiben. Die Wand ist eine wundervolle Heimstatt für die Vögel und es macht mir Spaß, sie zu beobachten. Ich gehe davon aus, dass wir wie die Vögel die Erde nur gepachtet haben. Es ist kein Problem für mich, auf eine 8a zu verzichten, in der Vögel nisten. Es ist interessant, eine Alpenkrähe dabei zu beobachten, wie sie in einer Mulde ihre Jungen füttert oder dem Tanz der Schwalben zuzusehen, wenn sie hinter dem Wasserfall oder in der Biographie-Wand ihre feinen Nester aus Erde bauen. Eine andere Region, die mir am Herzen liegt, ist Taghia in Marokko, das ich wegen seiner Landschaften und der Menschen dort liebe. "Ich fahre jedes Jahr seit 8 Jahren nach Taghia. Ich habe dort ein paar sehr liebe Freunde gewonnen und kann mich auf Berberisch verständigen, wodurch meine Reisen noch interessanter werden."
 
 
Literatur...
"Ich lese seit meiner Kindheit. Ich habe Literatur studiert und mich eingehend mit gewissen Autoren befasst. Ich habe viele Klassiker gelesen, aber auch moderne Romane und vor zehn Jahren war mein Spezialfach die Reiseliteratur (Ella Maillard, Bruce Chatwin, Alexandra David-Néel usw.). Mir gefallen die Reiseberichte von Sylvain Tesson. Heute lese ich kaum noch Romane und habe eine Vorliebe für die Poesie entwickelt: Valérie Rouzeau, Philippe Jaccottet, Michel Jourdan, Yves Bonnefoy, Bashô, Emilie Dikinson, Henri Michaux usw. Den stärksten Eindruck hat bei mir das Buch "Die Erfahrung der Welt" von Nicolas Bouvier hinterlassen. Sein Stil berührt mich und ich mag seine Art, sich in seinen Schriften zurückzunehmen, um das Land, das er bereist und die Leute, denen er begegnet, in den Vordergrund zu stellen. Wenn ich dieses Buch lese, möchte ich so leicht sein wie eine Seifenblase und um die Welt fliegen. In diesem Jahr hatte ich für kurze Zeit mein Studium wieder aufgenommen, um an Bouvier zu arbeiten, aber ich habe mich von den Prosawerken Gionos über die Memoiren von Simone de Beauvoir und die Essays von Montaigne, Henri Miller und Kenneth White bis hin zur Philosophie von Nietzsche treiben lassen.  Letztendlich habe ich keine einzige Zeile geschrieben, aber interessante Bekanntschaften gemacht. Ich habe keinen Mentor sondern nur Schriftsteller, von denen einige bereits seit eintausend Jahren nicht mehr unter uns weilen, in denen ich mich erkenne und deren Fragen Ähnlichkeit mit meinen haben, die aber unendlich besser formuliert sind und mir das Gefühl geben, einer Gemeinschaft des Geistes anzugehören."
 
 
Ich habe keine wirkliche Devise, aber...
"Wenn ich mich zu hyperaktiv oder unzufrieden mit meinem Tag fühle, rufe ich mir gerne diesen schönen Satz von Montaigne in Erinnerung: "Ich habe heute nichts getan. Wie? Hast du nicht gelebt? Das ist nicht nur die wichtigste, sondern auch die rühmlichste deiner Beschäftigungen."
 

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Robert Jasper

Robert Jasper profile - photo © coll. Robert Jasper
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Deutschland

DEU
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Photo portrait: 
Robert Jasper profile - photo © coll. Robert Jasper
Date de naissance: 
15 April 1968
Lieu de résidence: 
Baden-Württemberg
Statut actuel: 
Bergführer, Sportlehrer, Bergführerausbilder
Date d'entrée dans le Team Petzl: 
2000

Mein Beruf, die Erforschung der Natur"
"Die Leidenschaft verbindet die Menschen miteinander und mit der Natur. Je enger sich die Menschen mit der Natur verbunden fühlen, desto enger sind sie mit sich selbst verbunden und ruhen in sich selbst. Als Alpinist bin ich auf Eisfälle spezialisiert, aber ich mag alle Sportarten, die einen Bezug zu den Bergen haben. Mein Ziel ist es, einen modernen Kletterstil zu entwickeln, wie beispielsweise die erste freie Begehung der Japanese-Diretissima (1800 m / 8a) in der Eiger-Nordwand. Für mich ist dies die derzeit schwierigste Route der Alpen. Außerdem möchte ich den modernen Alpinstil in fernen Regionen wie Feuerland, Baffin Island, Svalbard und im Himalaya entwickeln."

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Ich arbeite mich Schritt für Schritt voran, indem ich meinen Traum verwirkliche
"Mit dem Klettern habe ich im Schwarzwald begonnen. Ich hatte den Fels direkt vor der Tür und in der Nähe die Schweizer Alpen. Meine Lieblingswand in den Alpen ist die Eiger-Nordwand. Hier habe ich unzählige Abenteuer erlebt. Sie hat etwas Magisches für mich. Außerdem mag ich Landschaften wie Feuerland in Patagonien und den Himalaya mit seiner wunderbaren Kultur. In Europa ist der Süden Frankreichs wegen seiner Kletterfelsen besonders interessant. Bleibt noch der Schwarzwald für Ausflüge mit meinen Kindern. Für mich ist es wichtig, aufzubrechen, zurückzukommen, wieder aufzubrechen usw. In den Schwarzwald, meinem Basislager, zurückzukehren und neue Kraft zu schöpfen, ist sehr wichtig für mich."
 
 
Einführung in die Reise
"Reisen bedeutet für mich mehr als Sport. Es ist eine Lebensform und eine Leidenschaft. Ich habe das Glück, andere Menschen in verschiedenen Ländern kennen zu lernen und das bereichert mein Leben. Je mehr ich das, was ich erlebe, mit anderen teile, desto reicher wird meine Erfahrung."
 
 
Ich erzähle gerne von neuen Wänden
"Meine Freizeit verbringe ich mit meiner Familie und meinen Kindern. Nach der Rückkehr von meinen Klettertouren oder Expeditionen lasse ich alle, die es interessiert durch Berichte, Diavorträge und Veranstaltungen an meinen Erfahrungen teilhaben. Ich nehme mir Zeit, um meine Leidenschaft und das, was ich durch meine Abenteuer gelernt habe, an andere weiterzugeben. Ich organisiere Konferenzen und Schulungen für Teilnehmer mit den unterschiedlichsten kulturellen und soziologischen Hintergründen. Es ist einfach eine Art, meine Lebensphilosophie an andere weiterzugeben. Ich versuche, die unterschiedlichen Disziplinen des Alpinismus miteinander zu verknüpfen. Ich spreche über meine persönliche Erfahrung, über das, was ich gelernt habe. Ich mag den Aspekt der Öffentlichkeitsarbeit in meinem Beruf, wenn ich beispielsweise an einer Managementschulung für Großkonzerne wie Holcim, ABB, Adidas usw. teilnehme."
 
 
Meine Devise
"Tun was zu tun ist, nachdem ich darüber nachgedacht habe, ob es mit meinen ethischen Vorstellungen übereinstimmt. Es mit ganzem Herzen und so gut wie möglich zu machen."

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Michaël Fuselier

Michaël Fuselier profile - photo © Boris Stephan
Michaël Fuselier profile - photo © Lafouche

France

FRA
Kopfbereich
Photo portrait: 
Michaël Fuselier - photo © Tony Lamiche
Date de naissance: 
4 Januar 1981
Lieu de résidence: 
Grenoble (Frankreich)
Formation: 
Betriebswirtschaftsstudium, staatlich geprüfter Kletterlehrer
Statut actuel: 
Trainer des Clubs Maurienne Escalade, nationaler Erschließer für Wettkämpfe
Date d'entrée dans le Team Petzl: 
2005

Erster Gipfel
"Meine erste Klettertour war die Besteigung eines nicht unbedeutenden Gipfels. Das Klettern habe ich durch Jean Bonin, einem sehr guten Freund der Familie, entdeckt. Wir sind zusammen über eine klassische Route auf den Mont Aiguille (Vercors, Frankreich) gestiegen. Ich war damals 16 Jahre alt. Warum wurde an jenem Tag meine Begeisterung für den Klettersport geweckt? Der Mont Aiguille entspricht meiner Vorstellung eines Gipfels. Der Mont Aiguille hat eine große Bedeutung für mich. Eigentlich mag ich das Wort Gipfel nicht, es widerstrebt mir, einen Gipfel als eine Decke zu betrachten, die nicht zu überwinden ist. Mit dem Mont Aiguille beginnen auch meine Klettererinnerungen, das erste Seil, das meine Mutter mir schenkte, die vielen Kilometer, die ich auf einem alten Moped zurückgelegt habe, um in der Umgebung von Grenoble zu klettern."

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Der Weg zum 9. Grad
"Ein Zitat von Marc Twain berührt mich ganz besonders: "Alle wussten, dass es unmöglich war, doch dann kam einer, der es nicht wusste und hat es einfach gemacht". Das Wettkampfklettern hat mir in sportlicher und menschlicher Hinsicht sehr viel gegeben. Beim Training habe ich Disziplin und Kampfgeist gelernt. Hier habe ich viele Menschen mit starken Charakteren und Temperamenten kennen gelernt, wie z.B. Laurent Boudier, mein Trainer, der mir eine gewisse Sichtweise vom Klettersport und vom Leben allgemein vermittelt hat. Mein Training lässt sich in wenigen Worten zusammenfassen: Ausdauer, Disziplin, Einsatz, Neugierde und Begeisterung. Konkret gesprochen laufe ich regelmäßig, um die für diese Aktivität erforderliche Ausdauer und Selbstüberwindung zu trainieren und gegen die Müdigkeit anzukämpfen. Die Einsamkeit beim Laufen ist eine hervorragende Gelegenheit, um deinen Gedanken freien Lauf zu lassen, ganz im Gegensatz zum Bouldern, wo du niemals alleine bist. Der Felsblock ist meine Sucht. Ich bin ständig auf der Suche nach einem neuen Felsblock oder einen neuen Linie, denn ich weiß, dass es für mich noch viel zu lernen und zu entdecken gibt. Die Herausforderung des 9. Grads ist in meinen Gedanken sehr präsent."
 
 
Entdecken, weitergeben, sich weiterentwickeln
"Das Rezept für ein perfektes Leben besteht darin, ein gewisses Gleichgewicht zu finden. Das Leben eines Kletterers ist nicht unbedingt ein "langer, ruhiger Fluss". Es besteht aus Tausenden von Schubladen, die geöffnet und geschlossen werden, wie gute und weniger gute Griffe in einer Wand, die im Laufe des Aufstiegs erscheinen und verschwinden und sich in unser Gedächtnis eingraben. Ich liebe das Gefühl, einer Art Sippe, einer Gruppe von Menschen anzugehören, die durch ihre Herangehensweise an den Sport, ihre Beziehung zur Umwelt und die Achtung vor gewissen Regeln einander ähnlich sind. Mir gefällt die Idee der Sippe, deren gemeinsamer Nenner das Klettern ist. Ich liebe es, mit Freunden aller Generationen zu neuen Spots aufzubrechen, sie gemeinsam zu entdecken, wobei jeder auf seine Kosten kommt. In meinem Job als Trainer gebe ich meine gelebten Erfahrungen heute an die Jüngeren weiter. Die Weitergabe von Erfahrungen ist eine Frage des gesunden Menschenverstandes. Sie ist sogar eine Pflicht. Ich versuche, so viele Dinge wie möglich zu vermitteln, zu erklären und mit möglichst vielen Leuten zu teilen. Ich liebe es, etwas aufzubauen, Ideen umzusetzen und aus gelebten Erfahrungen Inspiration zu schöpfen. Wenn ich den Verlauf einer Route vorbereite, gehe ich vor wie Tischler beim Bauen seiner Möbel. Ich arbeite übrigens gern mit Holz.
Ich habe nicht eine sondern mehrere Lieblingslandschaften. Sie sind abwechslungsreich und total verschieden. In den USA haben mir Spots wie Smith Rock und Red River Gorge besonders gut gefallen. Etwas Besonderes ist es für mich auch, ein paar Tage in Hampi, Indien, oder in der Wüste Algeriens und im Tassili verbringen zu dürfen. Es ist erstaunlich, so verschiedene Orte zu lieben, aber für mich bilden sie ein Ganzes. Die mineralischen Landschaften mit ihrer Fauna und Flora bieten ein einzigartiges und unvergessliches Schauspiel. Du musst diese Orte entdecken, um ihre Verletzbarkeit und ihre Verwundbarkeit zu verstehen. Die Einwohner dieser Orte haben alle ihre eigene Kultur und Lebensanschauung. Die Begegnung mit Menschen, die in einer ganz anderen Welt aufgewachsen sind und leben, ist eine große Bereicherung für mich."
 
 
Auf der Suche nach Wahrhaftigkeit
"Wenn alles machbar wäre, würde ich ohne Einschränkung überall auf der Welt umherreisen.
Ich würde eine Zeitreise unternehmen und mir die Persönlichkeiten und Orte, welche die Weltgeschichte geprägt haben, mit eigenen Augen ansehen. Ich würde nach dem wie und warum suchen und vor allem danach, was wahr ist und was nicht. Mein Leben ist eine ständige Hinterfragung dessen, was geschrieben steht.
Ich will den Dingen auf den Grund gehen und mich selbst davon überzeugen, ob es wahr ist. Ich will ich selbst bleiben, die Dinge spüren, die Natur jeden Tag neu erleben, nach meiner Methode und in meinem Beruf experimentieren anstatt Theorien aufzustellen, die Dinge zulassen, verarbeiten, wieder aufnehmen, überprüfen und anhand der gelebten Erfahrung der Wahrheit so nahe wie möglich kommen. Ich liebe es, meine guten und schlechten Erfahrungen zu analysieren und zu sortieren. Je mehr ich meine Klettergebiete variiere, je mehr Kletterer ich kennen lerne, je mehr Ideen und Widersprüche mir durch den Kopf gehen, desto mehr fange ich an mir vorzustellen, was mir bisher unvorstellbar erschien. Ich wage mehr, lasse mich von anderen inspirieren und je mehr ich entdecke, desto neugieriger werde ich, noch einen Schritt weiter zu gehen."

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