Jorg Verhoeven

Jorg Verhoeven profile - © Erwan Lelann
Jorg Verhoeven profile - © Reni Fichtinger

Netherlands

NLD
Kopfbereich
Photo portrait: 
Jorg Verhoeven - © Erwan Lelann
Date de naissance: 
5 Juni 1985
Lieu de résidence: 
Innsbruck (Österreich)
Statut actuel: 
Professioneller Kletterer
Date d'entrée dans le Team Petzl: 
2008

Eine Wettkampfkarriere
«Alle Leistungssportler egal welcher Disziplin haben relativ ähnliche Vorstellungen. Sie haben die gleiche Beziehung zu ihrer Marke, ihrer Ausrüstung, ihrem Team. Der einzige Unterschied ist die mediale Anerkennung. Als niederländischer Kletterer bin ich anfangs in der Halle geklettert. Mir wurde dann aber sehr schnell bewusst, dass es noch etwas anderes gibt. Seit 2005 lebe ich in den österreichischen Alpen. Kurz gesagt, ich lebe einen Traum. Ich bin professioneller Wettkampfkletterer, aber ich klettere auch viel im Freien. Das wahre Vergnügen finde ich draußen in der freien Natur.»

Colonne gauche

Ein schneller Aufstieg von der Kletterhalle zur Bigwall
«Mein Leben als Kletterer lässt sich so zusammenfassen: an erster Stelle steht seit dem Anfang der Wettkampf, dann Bouldern und jetzt so viel wie möglich Sportklettern in Mehrseillängenrouten.
 
 
Schon kurz nachdem ich angefangen hatte zu klettern, war mir eines klar. Ich wollte ein professioneller Kletterer werden. Gleich nach Abschluss des Gymnasiums habe ich meinen Koffer gepackt und mein Flachland verlassen, um möglichst viele Klettergebiete zu erkunden.
 
 
Ich habe viele Orte auf der Welt gesehen, darunter wunderschöne aber auch verunreinigte Gebiete. Fels zum Klettern kannst du überall finden. Mein "Spot" um neue Kraft zu schöpfen ist die Insel La Réunion, da besteht kein Zweifel. Die Insel ist ganz einfach ein Paradies.»
 
 

Colonne droite
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Alexander Huber

Alex Huber profile - photo © Sam Bié
Alex Huber profile - photo © Sam Bié

Deutschland

DEU
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Photo portrait: 
Alex Huber - photo © Sam Bié
Date de naissance: 
30 Dezember 1968
Lieu de résidence: 
Berchtesgaden (Bayern)
Formation: 
Physiker
Statut actuel: 
Bergführer, professioneller Alpinist
Date d'entrée dans le Team Petzl: 
1993

Extrembergsteigen liegt mir im Blut
«Mein Bruder und ich waren durch unsere Eltern von Kindesbeinen an mit den Bergen und dem Bergsteigen vertraut. Mein Vater, der in den sechziger Jahren durch seine Speed-Begehungen der Droites-Nordwand bekannt wurde, hat uns die Liebe zum Extrembergsteigen vererbt.
Mein Zuhause - bei meiner Familie und meinen Freunden - ist die Basis meines Lebens. Was zählt, ist die Beständigkeit in jedem Lebensbereich. Eine neue Richtung kann ich nur einschlagen, wenn ich eine solide Ausgangsbasis habe, die mir als Sprungbrett dient. Deshalb arbeite ich auch seit über 15 Jahren mit den gleichen Sponsoren. 1997 habe ich an der Universität München meinen Master-Abschluss in Physik gemacht. Diese Ausbildung hat mir als Grundlage für mein Leben als Kletterer gedient.»

Colonne droite
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Sean Villanueva

Sean Villanueva profile - photo © Sam Bié
Sean Villanueva profile - photo © Sam Bié

Ireland

IRL
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Photo portrait: 
Sean Villanueva - photo © Sam Bié
Date de naissance: 
7 Februar 1981
Lieu de résidence: 
Brüssel (Belgien)
Statut actuel: 
Professioneller Kletterer
Date d'entrée dans le Team Petzl: 
2011

«Ich habe im Alter von dreizehn Jahren in einer Kletterhalle in Belgien mit dem Klettern angefangen. Danach habe ich mich dem Sportklettern zugewandt. Zu Anfang reichten wildes Campen und per Anhalter fahren aus, um meinen Abenteuerdurst zu stillen. Aber dann habe ich das entdeckt, was heute meine Spezialität ist, nämlich die freie Durchsteigung von Bigwalls, breite, feuchte Risse voller Moos, schwierige Platten usw.»

Colonne gauche

Freie Routenerschließungen in Begleitung meiner irischen Flöte
«Ich liebe den Klettersport, seine Schwierigkeiten und seine Herausforderungen. Ich liebe es, im Fels unterwegs zu sein, mit Leib und Seele zu klettern und zu erkunden. Ich liebe kompakten Fels von guter Qualität mit perfekten Griffen. Aber ich liebe auch nasse Risse, die dem Abenteuer einen zusätzlichen Reiz verleihen. Das Klettern ist meine Lebensweise, es ermöglicht mir, wunderbare Menschen kennen zu lernen und fantastische Erfahrungen mit ihnen zu teilen.
Dieser Sport lehrt mich das Leben, er zwingt mich, im Augenblick zu leben. Ich schenke dem Geschmack des Essens, dem Fels, der die Finger aufreißt und zum Bluten bringt, mehr Beachtung. Das Klettern ist eine oftmals schwierige Aktivität. Alle meine anderen Aktivitäten haben einen Bezug zum Klettersport. Ich liebe Slacklining, es lehrt mich, meine Gemütsverfassung zu optimieren, damit meine Gedanken, meine Gefühle und meine Erfahrung eine Einheit bilden. Slacklining versetzt mich in einen Zustand, in der die Zeit nicht existiert, wo sich alles um die Gegenwart dreht, wo alles einen Zusammenhang hat. Es ist wie ein Zustand der Meditation. Meine irische Flöte ist ein fester Bestandteil meiner Kletterausrüstung. Wenn ich mitten in einer Wand hoch über dem Boden hänge und mehrere Tage auf meinem Portaledge das Ende eines Unwetters abwarte, hilft mir die Flöte, die Zeit sinnvoll zu verbringen und nicht einfach nur zu warten. Musik zu spielen hilft mir, in der Gegenwart zu bleiben.»
 
Mein Lieblingsort ist der Planet Erde
«Ich liebe unberührte Orte in fernen Gefilden und ganz besonders hohe Felswände. Meine bevorzugten Klettergebiete sind Yosemite, Patagonien, der Himalaya in Pakistan, Baffin Island und Grönland. Aber es gibt noch viele andere Gegenden auf der Welt, in die ich gerne reise würde.»
 
Mein Lebensziel: Menschen begegnen, Erfahrungen austauschen und weitergeben
«Ich gebe meine Erfahrungen gerne durch Artikel und Filme weiter. Es ist wunderbar, Menschen zu inspirieren, sie zu motivieren und ihnen zu helfen, die nötige Energie zu finden, damit sie ihre Träume verwirklichen können. Außerdem will ich den Menschen vermitteln, wie wichtig es ist, den Fels, die Berge und die Natur zu achten und stets eine positive Einstellung zu bewahren. Ich möchte auch weiterhin neue Bigwall-Routen entdecken und das Erlebnis mit anderen teilen.»
 
Eine Anekdote von Sean
«Den schwierigsten Moment in einer Felswand habe ich am Südturm der Torres Del Paine in Patagonien, Chile erlebt. Es war der fünfte Tag eines elftägigen Aufstiegs. Ich musste auf die Toilette. Wir befanden uns 150 m über dem Boden. Mein letztes Stück Toilettenpapier ist davongeweht. Also war ich gezwungen, bis zum Ende des Aufstiegs Steine, Eis und alles, was ich finden konnte, zu benutzen.»

Colonne droite
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Playlist video featuring Sean Villanueva.

Vertical Sailing expedition, courtesy of Patagonia video

Nina Caprez

Nina Caprez profile - photo © Stefan Schlumpf
Nina Caprez profile - photo © Lafouche

Switzerland

CHE
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Photo portrait: 
Nina Caprez - photo © Stefan Schlumpf
Date de naissance: 
15 November 1986
Lieu de résidence: 
Grenoble
Statut actuel: 
Leistungssportlerin
Date d'entrée dans le Team Petzl: 
2010

Auf der Suche nach dem augenblicklichen Glück
"Ich habe sehr großes Selbstvertrauen. Ich bin eine selbstsichere Person. Das ist die Grundvoraussetzung in unserem Sport, um schwierige Routen zu bewältigen. Draußen sein, das Leben in vollen Zügen genießen, Menschen begegnen, die das Gleiche empfinden... Das bedeutet Glück für mich. Mein erster großer Wettkampf war die Jugend-Weltmeisterschaft in Peking. Es war das erste große Ereignis für die "kleine Nina". Ich liebe das Gefühl, bei einem Wettkampf erfolgreich zu sein. Aber der Wettkampf an sich berührt mich nicht sonderlich. Ich versuche ständig Fortschritte beim Sportklettern zu machen und Mehrseillängenrouten zu meistern, die mir wirklich am Herzen liegen. Ich bin in der Nähe des Rätikon, der legendären Wand für Mehrseillängenrouten, aufgewachsen. Ich habe dieses Gefühl von Höhe, Natur und Freiheit schon immer geliebt.
Laurent Triay war es, der mir von der "Ultime Démence" im Verdon erzählte. Ihm habe ich es zu verdanken, dass ich gefunden habe, wonach ich beim Klettersport suchte. Heute suche ich nach der wirklichen Herausforderung und konzentriere mich auf die Begehung von Mehrseillängenrouten. Das Klettern ist ein Weg, um zu sich selbst zu finden. Wenn ich meine ganze Kraft einsetze, in der ganzen Welt umherreise, Menschen aus allen Teilen der Erde begegne, dann wird mir bewusst, dass das wirklich Wichtige im Leben ist, glücklich zu sein. Das bedeutet das Klettern für mich. Es ist ein Sport, der auf der Leichtigkeit des Lebens basiert. Wir brauchen nichts als einen Stein, einen Gurt, Kletterschuhe und einen Seilpartner."

Colonne gauche

Mein Devise: Das Leben ist zu schön und die Tage sind zu kurz, um traurig zu sein
"Aber in Wirklichkeit möchte ich der Welt des Klettersports, den Spezialisten, Amateuren und Anfängern eine Botschaft zukommen lassen. Durch meine Art zu leben, habe ich gelernt, was das Wort "eigenständig" bedeutet. Mein Lebensinhalt ist, meine Projekte zu Ende zu führen. Um das zu schaffen, muss ich meine Gedanken und meine Energie auf das Wesentliche konzentrieren. Wenn mir die Begehung einer extremen Mehrseillängenroute gelingt, liegt das daran, dass ich glücklich bin, es zu tun. Ich fühlte mich schon seit langem von den Mehrseillängenrouten angezogen. Es war nur eine Frage der Zeit. Dann habe ich ernsthaft angefangen daran zu arbeiten und Mehrseillängenrouten zu klettern. Seit meiner Kindheit habe ich mich niemals sehr wohl in einem System gefühlt, das von Leuten geführt wird, die glauben alles zu wissen. Auf dem Gymnasium war ich sehr unglücklich, weil wir immer genau wissen mussten, was am nächsten Tag geschah. Dieses Gefühl hat mich daran gehindert, Fortschritte zu machen. Ich musste mich aus diesem Zustand befreien. Beim Klettern ist alles wichtig, die Art eine Linie zu betrachten, eine Routenführung zu planen und schließlich den Fels zu erleben. Ich bestimme selbst, was gut für mich ist. Ich übernehme die Verantwortung für meine Vorhaben und Entscheidungen und suche niemals nach einer Entschuldigung für das, was ich tue oder nicht tue. Ich bin zum Klettern geboren. Durch das Klettern reise ich um die ganze Welt an wunderschöne und verborgene Orte. Ich lerne, mache weiter und lerne wieder. Die Mehrseillängenrouten sind in mein Leben getreten, als ich dazu bereit war. Jedes Mal, wenn ich die Stufen überspringe, gibt es ein Problem Du musst dich natürlich bewegen und auf den Fels einstellen können. Aber jetzt höre ich auf mich, denn ich weiß, was mich stark macht. Ich bin mir meiner sicher, ich will das tun, wozu ich wirklich Lust habe und nicht versuchen, Dinge zu tun, die ich nicht will. Wie für viele andere Kletterinnen ist Lynn Hill auch mein Vorbild, aber die Person, die mir direkt dazu verholfen hat, auf diesem Gebiet Fortschritte zu machen, ist Cédric Lachat."
 
 
Die Wahl meiner Seilschaftspartner ist wichtig für mich
"Menschen, die mit mir in die Wand gehen, sind mehr für mich als eine Unterstützung, sie sind so etwas wie eine Stimulation. Um eine Mehrseillängenroute zu meistern, brauche ich Freundschaft und Vertrauen in meinen Seilschaftspartner. Ich klettere niemals mit Leuten, mit denen ich mich nicht wohl fühle. Ich muss eine gemeinsame Wellenlänge, Einverständnis und Verbundenheit fühlen. Mein Partner und ich müssen gleichberechtigt sein. Ich will, dass auch mein Partner die Route meistern will. Ich werde auf keinen Fall jemanden mitnehmen, nur um mich zu sichern."
 
 
Die wichtigsten Orte für mich sind der Verdon und Céüse
"In Céüse habe ich meine ersten Kletterferien verbracht. Der Ort hatte von Anfang an etwas Magisches für mich. In Verdon habe ich den Kletterstil gefunden, nach dem ich gesucht hatte, nämlich das Sportklettern in Mehrseillängenrouten. Ich habe selten eine so wunderschöne Landschaft gesehen!"
 
 
Außer dem Klettersport liebe ich Dinge, die Tempo haben
"Ich mache viele Skitouren. Ich bin mit Skiern an den Füßen geboren. Ich liebe die Leichtigkeit bei der Abfahrt eines unberührten Hangs, wenn ich die erste Spur mache. Außerdem arbeite ich gerne mit Holz und befasse mich mit Fotografie. Ich höre gerne Musik und koche gerne.
Wenn ich nicht klettern würde, wäre ich sicherlich Künstlerin geworden. Vielleicht würde ich beim Zirkus arbeiten."

Colonne droite
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Video playlist featuring Nina Caprez

Ueli Steck

Ueli Steck profile - photo © coll. U.Steck
Ueli Steck profile - photo © Tony lamiche

Switzerland

CHE
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Photo portrait: 
Ueli Steck profile - © photo coll. U.Steck
Date de naissance: 
4 Oktober 1976
Lieu de résidence: 
Ringgenberg (Schweiz)
Formation: 
Zimmermann
Statut actuel: 
professioneller Bergsteiger
Date d'entrée dans le Team Petzl: 
2007

Die Philosophie des Klettersports
"Ich bin in der Nähe der Berge aufgewachsen. Im Alter von zwölf Jahren habe ich mit dem Klettern angefangen. Das Klettern in der Felswand habe ich in Eigenregie entdeckt, es war eine große Herausforderung. Der Alpinismus ist eine gute Denkschule. Die Regeln sind einfach und klar. Das gefällt mir, es ist sehr leicht zu verstehen. Wenn du keinen warmen Schlafsack dabei hast, musst du frieren. Wenn du nicht genügend Kraft hast, schaffst du den Aufstieg nicht.
Für mich ist es wichtig, die Philosophie des Klettersports mit anderen zu teilen. Ich bin gerne mit Leuten zusammen, die darauf achten, wie sie klettern. Stil, Haltung und die Art und Weise, wie der Aufstieg durchgeführt wird, sind von Bedeutung."

Colonne gauche

Der Weg zur Höchstleistung
"Ich bin ein Allround-Kletterer. Ich liebe den Fels aber auch das Eis. Das Wichtigste für mich ist, dass ich mich auf imposanten Bergen wie beispielsweise im Himalaya sowie generell in jedem Terrain (vom einfachsten bis zum extremsten) wohl fühle. Ich liebe die Herausforderung mit mir selbst und mit der Natur, aber nicht mit anderen Kletterern. Mein größtes Problem ist es, zwischen der Gefahr und der Suche nach Schwierigkeiten das richtige Gleichgewicht zu finden. Es ist wie ein Spiel, bei dem es darum geht, wie ich diese Kombination beurteile und nicht um die Frage, warum ich mein Leben riskiere. Ich gehe ein hohes Risiko ein aber mit einer großen Selbstkontrolle. Diese Beherrschung in einer nicht beherrschbaren Umgebung ist nicht einfach zu realisieren. Das gilt ganz besonders für meine Herangehensweise im Himalaya, wo du schnell sein musst, meistens on sight kletterst und die Abschnitte immer schwieriger werden. Für mich ist dies der Weg zur Höchstleistung. Obwohl ich mich gerne kopfüber ins Abenteuer stürze, bin ich glücklich, intensiver zu leben. Übung macht den Meister. Genauso wird aus einem Kletterer Schritt für Schritt ein Himalayabergsteiger. Um eine Solobegehung in Rekordzeit zu bewältigen, benötige ich eine gute Technik in Fels und Eis und vor allem Ausdauer. Ich trainiere täglich und lege beim Laufen oder Skiwandern jedes Mal 1600 Höhenmeter zurück."
 
 
Himalaya
"Ich liebe Nepal und den Himalaya" Das sind echte Berge. Ich bin gerne dort. Bis zum Basislager müssen wir einen mehrtägigen Fußmarsch zurücklegen. Es gibt keine Autos. Wenn wir einen Ort besichtigen oder jemanden besuchen möchten, müssen wir zu Fuß gehen. Ich liebe die Kultur dieses Landes. Die Menschen sind so positiv, auch wenn ihr Leben wirklich hart ist. Ich habe generell Menschen gern, die einen starken Charakter haben. Menschen, die selbst über ihr Leben entscheiden. Nicht die, die anderen folgen."
 
 
Ständig besser werden
"Ich muss regelmäßig neue Kraft tanken und ein bisschen Zeit zu Hause verbringen. Ich brauche eine Weile der Ruhe und muss mich auf einen Traum konzentrieren können. Aber ich bin ein entschlossener Mensch. Wenn ich eine Idee habe, lasse ich mich durch nichts aufhalten. Meine wichtigste Inspirationsquelle ist mein Wissensdurst. Wissen bedeutet Freiheit. Um dieses Wissen zu erlangen, musst du lernen. Um frei zu sein, musst du dich sicher fühlen und um sicher zu sein, musst du hart trainieren. Um ein Allround-Kletterer auf hohem Niveau zu werden, musst du die Aktivität von Grund auf verstehen, du musst eine Leidenschaft für den Sport entwickeln und vor allem musst du akzeptieren, zuweilen wieder Schüler oder Anfänger zu sein, um weiter zu lernen. Das gilt für alle komplementären und verschiedenen Disziplinen, auch wenn es um ein einziges Ziel geht: den Erfolg."
 
 
Meine Devise
"Alles was ich mir vorstellen kann ist möglich".
 

Colonne droite
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This video is part of the ReelRockTour - video courtesy of Mountain Hardware
 
 

Video playlist featuring Ueli Steck
Watch Ueli sending "the Secret" (X, 10) during the Scottish Ice Trip in Ben Nevis

 

Stéphanie Bodet

Stéphanie Bodet profile - Photo © Stéphan Denys
Stéphanie Bodet profile - Photo © Sean Leary

France

FRA
Kopfbereich
Photo portrait: 
Stéphanie Bodet - Photo © Thibault Saubusse
Date de naissance: 
14 März 1976
Lieu de résidence: 
Céüse, Hautes-Alpes (Frankreich)
Formation: 
Philologin (Lehramt), Ausbildung zur staatlich geprüften Kletterlehrerin
Statut actuel: 
professionelle Kletterin, freigestellte Literaturlehrerin
Date d'entrée dans le Team Petzl: 
1996

Das Leben in der Felswand ist eine echte Bereicherung und Selbstfindung
"Ich hatte das Glück, zusammen mit Arnaud fantastische Expeditionen und wunderschöne Reisen zu erleben. Alle Bigwalls, die ich geklettert bin, und ganz besonders die unbeschreiblichen Biwaks haben einen starken Eindruck bei mir hinterlassen. Um etwas zu schaffen, das mir am Herzen liegt, will ich das Beste aus mir herausholen. Ich lerne, Bigwall-Routen zu eröffnen und gleichzeitig wird mir bewusst, dass ich mich mehr und mehr einer gewissen Ethik zuwende, die meines Erachtens den Klettersport auf Dauer schützt. Ohne unnütze Risiken einzugehen, habe ich eine Vorliebe für schwierige Routen, die mir eine hundertprozentige Konzentration und Motivation abverlangen. Es bereitet mir praktisch kein Vergnügen mehr, eine irgendwie vorgezeichnete Route zu klettern. Ich habe nicht das Gefühl, dass dies eine elitäre Sichtweise ist, und ich glaube, dass wir auf jedem Niveau für die gleichen Werte eintreten können. In Céüse klettere ich zuweilen mit Kletterern der jungen Generation. Es macht Spaß zu sehen, dass uns die gleichen Dinge motivieren und dass sich nicht nur die "Alten" Gedanken um ethische Standpunkte machen. Sie stellen im Gegenteil in gewissen Punkten oftmals höhere Ansprüche und Forderungen als wir."

Colonne gauche

Keine Angst haben, sich weh zu tun
"Ich liebe das Klettern in jeder Form, wende mich seit ein paar Jahren jedoch mehr dem Klettern von Bigwall-Routen zu. Ich hätte mir nie träumen lassen, eines Tages von meinem Sport leben zu können. Als Kind wollte ich Schäferin oder Ägyptologin werden. Ich fühlte mich zum Unbekannten, zum Abenteuer und zu wild lebenden Pflanzen und Tieren hingezogen, so gesehen ist mein jetziger Lebensstil eigentlich nicht verwunderlich. Wenn ich klettere, konzentriere ich mich auf den Augenblick, die Zukunft beschränkt sich auf den nächsten Griff. Ich vergesse meine Sorgen, vergesse mich selbst und habe das Gefühl, mit dem Fels zu verschmelzen. Diesen Aspekt liebe und brauche ich. Ich finde ihn auch in anderen Aktivitäten wieder, wie z.B. beim Yoga, beim Schreiben oder bei der Gartenarbeit. Das Leben erscheint plötzlich so einfach. Beim Klettern fühle ich mich gut. Ich bin gerne draußen in der geschützten Natur, hier finde ich mein inneres Gleichgewicht. Mich reizt die Vielseitigkeit der Aktivität, Bouldern; Klettern an abgespecktem Fels oder der Aufbruch zu einer Expedition. Es kommt nicht oft vor, dass ich gleichzeitig mit den Felswänden auch eine andere Kultur entdecke. Ein Leben würde nicht ausreichen, um alle Facetten des Klettersports zu erkunden.
Klettern ist auch ein gute Schule, um Demut zu lernen. Ich versuche, meine Aufmerksamkeit nicht auf die Schwierigkeitsbewertung zu fixieren sondern darauf, was eine Route von mir verlangt oder was ich von ihr lernen kann. Ich fühle mich zu Kletterstilen hingezogen, die ich nicht beherrsche und die mir immer wieder das Gefühl geben, ein Anfänger in diesem Sport zu sein. Dadurch bleibe ich motiviert und neugierig. Letztendlich sind es oftmals Kinderträume, die sich konkretisieren oder Träume, die möglich werden, wenn du genügend Erfahrung gesammelt hast, um sie zu verwirklichen. Das trifft auch auf den Trango Tower zu. Ich habe schon als junge Wettkämpferin davon geträumt, aber dieser Traum hat sich erst einige Jahre später, nachdem ich mich ernsthaft mit dem Klettern im Gebirge befasst habe und mehr am Granit geklettert bin, erfüllt."
 
 
Natur und...
"Ich laufe viel und nehme mir dabei Zeit, um die Natur zu beobachten, nach Vögeln Ausschau zu halten und Tierspuren im Schnee ausfindig zu machen.
"Ich habe das Glück in den Hochalpen, am Fuße der Mauer von Céüse zu leben. Ich gebe zu, es ist mein Lieblingsort zum Klettern natürlich, aber vor allem wegen der Lebensqualität in der Umgebung von Gap. Die Gegend ist relativ unberührt, sie ist kaum verstädtert und hat abwechslungsreiche Landschaften zu bieten. Diese Qualitäten liebe ich auch im Verdon. In Céüse bin ich jedes Frühjahr auf Neue entzückt über das in der Felswand herrschende Treiben. Die Wand ist eine wundervolle Heimstatt für die Vögel und es macht mir Spaß, sie zu beobachten. Ich gehe davon aus, dass wir wie die Vögel die Erde nur gepachtet haben. Es ist kein Problem für mich, auf eine 8a zu verzichten, in der Vögel nisten. Es ist interessant, eine Alpenkrähe dabei zu beobachten, wie sie in einer Mulde ihre Jungen füttert oder dem Tanz der Schwalben zuzusehen, wenn sie hinter dem Wasserfall oder in der Biographie-Wand ihre feinen Nester aus Erde bauen. Eine andere Region, die mir am Herzen liegt, ist Taghia in Marokko, das ich wegen seiner Landschaften und der Menschen dort liebe. "Ich fahre jedes Jahr seit 8 Jahren nach Taghia. Ich habe dort ein paar sehr liebe Freunde gewonnen und kann mich auf Berberisch verständigen, wodurch meine Reisen noch interessanter werden."
 
 
Literatur...
"Ich lese seit meiner Kindheit. Ich habe Literatur studiert und mich eingehend mit gewissen Autoren befasst. Ich habe viele Klassiker gelesen, aber auch moderne Romane und vor zehn Jahren war mein Spezialfach die Reiseliteratur (Ella Maillard, Bruce Chatwin, Alexandra David-Néel usw.). Mir gefallen die Reiseberichte von Sylvain Tesson. Heute lese ich kaum noch Romane und habe eine Vorliebe für die Poesie entwickelt: Valérie Rouzeau, Philippe Jaccottet, Michel Jourdan, Yves Bonnefoy, Bashô, Emilie Dikinson, Henri Michaux usw. Den stärksten Eindruck hat bei mir das Buch "Die Erfahrung der Welt" von Nicolas Bouvier hinterlassen. Sein Stil berührt mich und ich mag seine Art, sich in seinen Schriften zurückzunehmen, um das Land, das er bereist und die Leute, denen er begegnet, in den Vordergrund zu stellen. Wenn ich dieses Buch lese, möchte ich so leicht sein wie eine Seifenblase und um die Welt fliegen. In diesem Jahr hatte ich für kurze Zeit mein Studium wieder aufgenommen, um an Bouvier zu arbeiten, aber ich habe mich von den Prosawerken Gionos über die Memoiren von Simone de Beauvoir und die Essays von Montaigne, Henri Miller und Kenneth White bis hin zur Philosophie von Nietzsche treiben lassen.  Letztendlich habe ich keine einzige Zeile geschrieben, aber interessante Bekanntschaften gemacht. Ich habe keinen Mentor sondern nur Schriftsteller, von denen einige bereits seit eintausend Jahren nicht mehr unter uns weilen, in denen ich mich erkenne und deren Fragen Ähnlichkeit mit meinen haben, die aber unendlich besser formuliert sind und mir das Gefühl geben, einer Gemeinschaft des Geistes anzugehören."
 
 
Ich habe keine wirkliche Devise, aber...
"Wenn ich mich zu hyperaktiv oder unzufrieden mit meinem Tag fühle, rufe ich mir gerne diesen schönen Satz von Montaigne in Erinnerung: "Ich habe heute nichts getan. Wie? Hast du nicht gelebt? Das ist nicht nur die wichtigste, sondern auch die rühmlichste deiner Beschäftigungen."
 

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Sam Beaugey

Sam Beaugey profile - Photo © David Ravanel
Sam Beaugey profile - Photo © Tony Lamiche

France

FRA
Kopfbereich
Photo portrait: 
Sam Beaugey - Photo © Collection S.Beaugey
Date de naissance: 
3 Juni 1971
Lieu de résidence: 
Chamonix
Formation: 
ENSA (Nationale Schule für Ski und Alpinismus in Chamonix)
Statut actuel: 
Bergführer
Date d'entrée dans le Team Petzl: 
2000

Ich bin in den Bergen aufgewachsen und habe dort das Leben entdeckt
"Mein Vater war Bergführer und hat mich in seine Bergwelt eingeführt. Diese Aktivität gibt meinem Leben auch weiterhin einen Sinn. Ich möchte dem Abstieg wie dem Aufstieg einen neuen Wert geben. Den Sinn meiner Aktivität sehe ich darin, etwas zu erobern, das keinen Nutzen bringt, und dieses Abenteuer im Respekt vor der Natur, mit einem Lächeln und viel Freude mit anderen zu teilen. Der wichtigste Wert, den ich mit meinen Seilschaftskameraden teile, ist der Einsatz. Ich möchte zeigen, dass Alpinismus sich nicht auf eine einzige Disziplin beschränkt, sondern aus einer Fülle von Bewegungen besteht und dass es immer wieder neue zu entdecken gibt. Die Freude am Fliegen nach einem wunderbaren Aufstieg ist für mich lebenswichtig geworden. Das größte Problem sind die Unfälle beim Landen mit vielerlei Verletzungen."

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Fest verankert im Familien- und Freundeskreis
"Ich habe eine enge Beziehung zu meiner Umgebung und ganz besonders zu meinen Eltern, denen ich es verdanke, dass ich bis ans Ende der Welt reisen kann. Meinen Jugendfreunden steht ich besonders nahe, zumindest denen, die mich am meisten inspirieren: Jérôme Ruby, weil er eben Jérôme ist, Dean Potter wegen seiner Träume, die er in die Praxis umsetzt, mein Bruder, weil er meinem Leben nahe steht, Erwan Le Lann und Manu Pellissier, weil es nicht so viele echte Bergkameraden gibt. Meine Inspiration bekomme ich von all den anderen Kletterern. Ich habe große Achtung vor den ehemaligen Kletterern. Sie beflügeln mein Fantasie. Ich bewundere sie. Durch sie habe ich gelernt, Geduld zu haben. Auch bin ich dankbar für die Arbeit aller Kletterer, die insbesondere durch ihren Erfindungsgeist in Bezug auf die Produkte zur Weiterentwicklung des Alpinismus beigetragen haben. Ich stelle mir vor, wie die Pioniere der Höhlenforschung nach einer gelungenen Expedition an ihren Lampen gebastelt haben und ich weiß, dass wir es den Vätern unseres Sports verdanken, dass wir etwas hatten, von dem wir träumen konnten und noch heute träumen können."
 
 
Im Entwicklungsprozess
"Jeder weiß, dass ich an der Weiterentwicklung des Alpinismus mitwirke, aber ich bin mir der unendlich vielen Möglichkeiten bewusst, die mir teils durch das Internet mit seinem unerschöpflichen Informations- und Austauschangebot in Bezug auf Spots, Wände, Berichte und Wettervorhersagen zur Verfügung stehen. Die gesamte Alpenkette beispielsweise ist noch immer ein beliebtes Spielfeld für die Kinder, die wir sind. Wir können nicht mehr von Erkundung eines Terrains sprechen, aber wir können weiterhin neue Techniken und Kompetenzen entdecken. Ich betrachte Alpinismus nicht als Aktivität sondern als die Summe aller Dinge, die du in den Bergen machen kannst. Das Wort "aller" steht für unterschiedliche Aktivitäten mit dem gleichen Anteil an Einsatz, Optimismus und guter Laune. Umso besser, wenn ich zur Entwicklung neuer, seriöser Produkte im Umfeld eines nicht seriösen Sports beitragen kann. Dieser Sport ist nicht seriös, da er keinen wirklichen Nutzen hat. Er ist jedoch eine der besten Schulen zum Erlernen von Disziplin.
 
 
Als ob der Planet Erde mein Garten sei
"Ich glaube nicht, dass ich überspannt bin sondern eher, dass für alles empfänglich bin und so die Erde als meinen Garten und fantastisches Spielfeld betrachten kann. Meine Lieblingsorte auf dieser Erde sind die Polarregionen und Kanada. Mein verrücktester Traum ist, mit einem Weltraumschiff zu reisen und mir einen Sprung von 20.000 m an einer Felswand auf dem Mars zu gönnen. Eine andere Idee mit einem direkten Bezug zu meiner Aktivität wäre, in drei Jahren von der Antarktis über Amerika zum Nordpol und dann über Asien und Afrika wieder zurück zur Antarktis zu reisen."
 
 
Kommunikation
"Mit der Firma Lineprod organisiere ich Veranstaltungen, Firmenseminare und Konferenzen. Wir sind Partner der Vereinigungen, die es Kindern ermöglichen, in die Berge zu reisen, wie z.B. der Verein "Raid Choucas", der eine kostenlose Bergrallye für Kinder aus Frankreich und der Schweiz organisiert. Während unserer Expedition in die Antarktis im Jahr 2010 hatten wir über unsere Satellitentelefone direkten Kontakt mit den schweizerischen und französischen Schulen in Valorcine und Maurienne."
 
 
Meine Devise
"Sprich dein Wort und zerbrich."
 
 
Eine Anekdote von Sam
"Ich hatte schon immer eine besondere Beziehung zu Bären. Ich habe noch nie einen blauen Bären gesehen, dafür aber einen Eisbären direkt neben unserem Zelt. Er nimmt ein Bad, trocknet sich, setzt sich auf sein Hinterteil und betrachtet uns spöttisch. Ein anderes Mal im Westen Kanadas die Spuren eines Grizzlybären, den ich nicht gesehen habe, dessen Begegnung ich jedoch bei jedem Schritt fürchtete, während ich mitten im Winter, ohne Wasser sechs Stunden durch den Wald lief, um einer Lawine auszuweichen, die mir den Weg versperrte."

Colonne droite
Diaporama Photos: 
Diaporama Videos: 

Video playlist featuring Sam Beaugey :

 

 
Big wall aid climbing in Baffin Island :

 

 
Holtanna Antartica project preparation :

Lynn Hill

Lynn Hill profile - photo © Stephan Denys
Lynn Hill profile - photo © Guérin / Lynn Hill collection

USA

USA
Kopfbereich
Photo portrait: 
Lynn Hill - photo © Stephan Denys
Date de naissance: 
3 Januar 1961
Lieu de résidence: 
Boulder, Colorado (USA)
Formation: 
Biologiestudium an der Universität New Paltz (New York), Ausbildung zur Psychotherapeutin
Statut actuel: 
Marken-Botschafterin für die Marken Patagonia, Petzl und Béal
Date d'entrée dans le Team Petzl: 
1989

Eine Leidenschaft
"Meine Hauptaktivität ist das Sportklettern und Bouldern, aber hin und wieder klettere ich auch längere Routen. Am liebsten klettere ich mit Freunden an einem Fels von guter Qualität. Ich ziehe gut strukturierte Kalkfelsen mit großen Stalaktiten vor. Ich habe das Klettern im Alter von vierzehn Jahren zusammen mit meinem Bruder und meiner älteren Schwester gelernt. Ich hätte nie gedacht, dass mein Leben so schön sein würde, da dieser Lebensstil zu jener Zeit nicht vorstellbar war! Meine Art zu leben hat sich mit der Zeit verändert. Ich habe meine Liebe zum Klettersport ausgelebt und bin sehr dankbar, dass ich bisher ein so schönes Leben hatte. Klettern ist meine Therapie! Es hilft mir, gesund zu bleiben und praktisch in jeder Lebenslage glücklich zu sein. Und was das Klettern mir in Bezug auf meine Lebensbalance nicht geben kann, das finde ich in anderen Bereichen meines Lebens, mit meinem Sohn, meiner Familie, meinen Freunden und durch verschiedene Projekte, an denen ich zur Zeit arbeite."

Colonne gauche

Immer klettern
"Ich werde oftmals als eine der besten Kletterinnen der Welt bezeichnet. Eine der bekanntesten Kletterinnen Amerikas… Als Kind habe ich bereits sehr früh mit dem Sport angefangen, zuerst mit Gymnastik und Laufen und als Jugendliche bin ich dann natürlich viel geklettert. 1978 gehörte ich bereits zu den Besten in meiner Kategorie, indem ich einen Kletterstil praktizierte, der den damals strengsten Kriterien in den USA (Art der Platzierung von Klemmkeilen, die Art einen Überhang zu klettern) sehr nahe kam. 1979 kletterte ich als erste Frau eine Route mit dem Schwierigkeitsgrad 5.12d. 1986 entdeckte ich bei einem Besuch in Frankreich das Wettkampfklettern. Ich stieß schnell zur Spitze vor und habe mehr als dreißig internationale Wettkämpfe, darunter fünfmal den Rock Master in Arco (Italien), gewonnen. Seither versuche ich, ich selbst zu bleiben. Meine Anekdote: Ich wurde ins Weiße Haus und häufig vom amerikanischen Fernsehen eingeladen, um über meine Erfahrungen zu berichten. Ich werde 2011 fünfzig und möchte meinen Geburtstag feiern, indem ich noch mehr klettere. Ich möchte das richtige Gleichgewicht zwischen einer guten Mutter und einem guten Menschen finden. Warum sollte ich das nicht feiern, indem ich mich stärker für die Aktivität einsetze, die ich seit fünfunddreißig Jahren liebe!"
 
 
Ziele?

"Natürlich habe ich Ziele! Ich habe immer in Projekten gearbeitet, die mit Bildung, freiem Sprechen, Schreiben, Fotografie, Videofilmen oder Radiointerviews zu tun haben. Ich möchte meine Leidenschaft und meine Erfahrungen mit allen Menschen teilen, die sich dafür interessieren. Dabei denke ich besonders an junge Menschen, die noch soviel vom Leben lernen können! Seit drei Jahren arbeite ich an einem Video über Klettertechniken, in die kulturelle und geschichtliche Elemente sowie psychologische Anekdoten einfließen, die meine Entwicklung als Freikletterin in den letzten fünfunddreißig Jahren beeinflusst haben."
 
 
Mein Bestreben
- "Ich möchte meine Zeit zwischen Klettern, Laufen, Ski, Reisen in die schönsten Gegenden der Erde und meinem Sohn Owen aufteilen."
- "In den kommenden Jahren möchte ich eine Firma gründen, die Kletterstrukturen für Spielplätze und Parks entwickelt und baut. Ich denke, damit könnte man auf nützliche und angenehme Art Gleichgesinnte jeden Alters zusammenbringen."
- "Ich möchte über meine Erfahrungen berichten, mich für etwas einsetzen, mich selbst in Frage stellen und Herausforderungen annehmen."
- "Ich mag Menschen nicht leiden sehen."
- "Ich kann es nicht ertragen mit anzusehen, wie unser Planet zerstört wird und dadurch alle Formen des Lebens in Mitleidenschaft gezogen werden."
- "Das Schwierigste für mich ist, mir in unserer hektischen Welt ein gesundes Gleichgewicht zu bewahren."
- "Wenn ich nicht Kletterin wäre, würde ich als Surferin auf einer Trauminsel mit glasklarem Wasser leben."
- "Ich träume von frischem Obst, nicht verunreinigtem Fisch, einem herrlichen Gemüsegarten umgeben von liebenden Menschen und riesigen Kalkfelsen auf einer der nahe gelegenen Hügel der Insel."
- "Ich lege Wert auf gute Nahrung."
- "Ich träume von herrlichen Klettertagen an einem fabelhaften Ort mit meinen Freunden, lautem Lachen und allem materiellen Komfort, den ich liebe!"

Colonne droite
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Liv Sansoz

Liv Sansoz - photo © Evrard Wendenbaum
Liv Sansoz profile - photo © Keith Ladzinski

France

FRA
Kopfbereich
Photo portrait: 
Liv Sansoz - photo © Evrard Wendenbaum
Date de naissance: 
12 Februar 1977
Lieu de résidence: 
Savoie (Frankreich)
Formation: 
Master 2 Forschung auf dem Gebiet der Neurokognition und sozialen Kognition, staatliche geprüfte Kletterlehrerin
Statut actuel: 
Sportklettern
Date d'entrée dans le Team Petzl: 
1994

Leidenschaft, über sich selbst hinauswachsen, Demut, Begegnung und Achtung vor den Bergen
«Ich möchte meine Leidenschaft ausleben, Träume haben, sie verwirklichen und mit anderen teilen in der Hoffnung, andere Klettererinnen und Kletterer zu inspirieren. Wenn ich eine Idee habe, setze ich sie um. Ich mache die Dinge gründlich, setze mich voll ein. Meine Hauptaktivität? Klettern, aber im Plural: Klettern an abgespecktem Fels, Bergsteigen, Bouldern usw. Ich liebe die unterschiedlichen Herangehensweisen und die Vielfalt. Klettern gibt meinem Leben einen gewissen Sinn. Es ist der Motor für meine Motivationen und gewisse Wünsche. Klettern ist eine ausgezeichnete Schule fürs Leben. Es ermöglicht mir, zu leben und besondere Momente mit anderen zu teilen, unheimlich interessante Menschen kennen zu lernen und mich ständig weiterzuentwickeln.
Klettern hat so viele Gesichter! Ich liebe vor allem die Freude, die mir das Klettern an sich bereitet, dies mit Menschen zu teilen, die das Gleiche mit der gleichen Intensität erleben. Und dann die Schönheit. Die Schönheit der Linie, die Schönheit der Bewegung, die Schönheit des Kampfes, den du mit dir selbst führst, um eine Route zu meistern. Und schließlich das Gefühl frei und vom Schicksal begünstigt zu sein. Klettern ist ein besonderer Sport, der dir alles abverlangt und für den du dich mit deiner ganzen Kraft einsetzen musst. Mit gefällt das Konzept des "Aufbaus". Bei Punkt A aufbrechen, um über eine Reihe von Etappen (B, C, D usw.), bei denen es sich um bereichernde Erfahrungen handelt, nach Punkt Z zu gelangen. So funktioniere ich. Auch wenn es vorkommen kann, dass ich Zweifel hege oder mich von meinem Konzept entferne, gibt es immer wieder Zeichen und Wünsche, die mich dahin zurückführen. Und wenn ich eine Idee im Kopf habe, halte ich mich daran und setze mich entschlossen dafür ein.»

Colonne gauche

In Verbundenheit mit der Natur, in der ich aufgewachsen bin
«Wir haben in Frankreich viele bedeutende Klettergebiete, angefangen von Bouldergebieten über klassische Routen im Gebirge bis hin zu fantastischen abgespeckten Felsen. Mit Fontainebleau, dem Verdon, den Tarn-Schluchten und anderen Gebieten mit ausgezeichnetem Fels und wunderbaren Routen sowie den alpinen Routen von Chamonix, les Ecrins im Oisans usw. sind die Möglichkeiten schwer zu überbieten. Ich persönlich habe eine engere Beziehung zu den Bergen, wo ich lebe und geboren bin, als zu einem Klettergebiet. Meine Vorfahren stammen aus demselben Tal, mit dem ich tief verwurzelt bin. Ich spüre eine gewisse Verbundenheit mit der Natur, in der ich aufgewachsen bin. Ich habe das Gefühl, Teil ihrer Bäume zu sein, die Steine in den Wildbächen zu kennen und spüre das Wohlwollen der Berge, die mich umgeben. Ich habe das Gefühl, eins zu sein mit der Natur und kein hinzugefügter Fremdkörper. Das Gleiche gilt für die Menschen. Ich kenne viele Einwohner von Bourg-Saint-Maurice von den Großeltern bis zu den Enkelkindern. Deshalb stehe ich den Veränderungen, die dem Tal zugefügt werden, auch nicht gleichgültig gegenüber: die Probleme in Bezug auf die Stadtentwicklung, die Einrichtung neuer Skilifte und Pisten, welche die Berghänge zerstören, Kunstschnee und Menschenmassen im Winter.»
 
 
Weitergabe von Erfahrungen
«Ich interessiere mich von Natur aus für den Menschen. Ich möchte gerne verstehen, wie wir funktionieren. Ich lerne gerne von anderen und von mir selbst und ich lerne einfach gerne zu lernen. Ich lasse mich gerne überraschen und durch Interaktionen, Gespräche und deren Wirkungen mitreißen. Manchmal wird mir durch eine einfache Begegnung etwas Elementares in meinem Leben bewusst. Ohne diese Begegnung hätte ich Jahre dafür gebraucht. Anfangs waren meine Fragen vorwiegend auf die Performance gerichtet. Wie kann es sein, dass dieser eine Kletterer gewinnt und jener andere niemals das Ziel erreicht, obwohl sie beide das gleiche körperliche, technische und taktische Niveau haben? Mit der Zeit hat sich mein Interesse gewandelt und betrifft den Menschen insgesamt. Es ist sehr wichtig für mich, bestimmte Dinge an aufstrebende junge Leute weiterzugeben. Auf meine Art an ihrer Entwicklung mitzuwirken. Bei anderen das Verlangen zu erwecken, ihren Traum auszuleben, neue Neigungen zu entdecken und ihnen eine gewisse Energie zu übermitteln. Dies geschieht oftmals stillschweigend. Und dann erhalte ich eines Tages einen Brief, eine E-Mail oder ich sehe einen Menschen wieder, der sich bei mir bedankt, weil ich vor einem Jahr, vor drei oder vor zehn Jahren etwas gemacht oder gesagt habe, das bei diesem Menschen einen Wunsch oder eine Motivation geweckt hat. Es ist ein tolles Gefühl. Darum bemühe ich mich, wenn ich mit einem jungen Menschen an seiner Performance, d.h. an seiner mentalen Vorbereitung arbeite. Ich begleite ihn bei seinem Vorhaben Leistungssportler zu werden, aber ich versuche auch, ihm einen Schlüssel für sein künftiges Erwachsenenleben an die Hand zu geben. Das ist sehr bereichernd.»
 
 
Innere Kraft und Energie
«Es gibt dir innere Kraft, wenn du fühlst, dass du etwas in dir trägst und du es mit Entschlossenheit, Willenskraft und Fantasie umsetzt. Sich vorstellen, dass die Dinge möglich sind und in der Lage sein, alles dafür einzusetzen, dass sie verwirklicht werden. Diese innere Kraft ist eine Art von Energie, ein Fluidum.  Und Energie ist alles. Sie ist die Grundlage jeden Handelns, jeder Emotion, jedes Wunsches und Traumes. Sie ermöglicht uns das zu tun, was wir tun möchten. Unsere Energie stimuliert und stützt uns bei allem, was wir tun. Ich hätte fast Lust, das Wort "Mission" zu benutzen. Ich lebe meine Energie wie etwas, das untrennbar mit meiner Mission verbunden ist. Aber da wird es schwierig, noch weiter zu gehen.»
 
 
Inspiration, Lebenserfahrung, Träume, Reisen
«Ich lese gerne Geschichten über die Berge, Romane und philosophische Werke. Als Jugendliche haben mich die Tagebuchaufzeichnungen "Les carnets du Vertige" und die Hauptperson Louis Lachenal tief beeindruckt. Er hat mich nachhaltig inspiriert. Ich bewunderte seinen reinen und starken Charakter. Aber das ist nicht alles. Ich spürte, dass unter seiner harten Schale ein Mann mit einer gewissen Demut, einer gewissen Haltung steckte. Hinter seiner körperlichen Kraft und seiner Charakterstärke verbirgt sich etwas sehr Schönes. Außerdem mag ich seine draufgängerische Art: keine Zeit verlieren beim Zustieg, nicht zu viele Fragen stellen, wenn du auf ein Hindernis triffst, sich den Schwierigkeiten stellen, im richtigen Augenblick und bestmöglich auf eine Situation reagieren... So sehe ich ihn jedenfalls. Wie beim Lesen gewisser Bücher, gibt es auch Reisen, die keinen großen Eindruck hinterlassen. Und es gibt Reisen, die dich fürs Leben prägen. Ich glaube, dass alles eine Frage der Begegnung zu einem bestimmten Zeitpunkt in deinem Leben ist. Und wieder das Wort Begegnung. Begegnung mit einem Land, mit den Menschen in diesem Land, mit sich selbst... Eine bestimmte Reise zu einem bestimmten Zeitpunkt deines Lebens hat nicht den gleichen Reiz und auch nicht die gleiche Wirkung, als wenn du sie drei Jahre früher gemacht hättest. Das gilt auch für Bücher. Damit die Begegnung funktioniert, müssen auch andere Dinge stimmen: unsere Energie, unser Verlangen, den Dingen und den Menschen aufgeschlossen gegenüber zu stehen... Unter diesem Aspekt muss man nicht unbedingt in die Ferne reisen.»

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Josune Bereziartu

Josune Bereziartu - photo © Rikar Otegui
Josune Bereziartu profile - photo © Rikar Otegui

Spain

ESP
Kopfbereich
Photo portrait: 
Josune Bereziartu - photo © Rikar Otegui
Date de naissance: 
19 Januar 1972
Lieu de résidence: 
Baskenland (Spanien)
Statut actuel: 
halbprofessionelle Sportlerin
Date d'entrée dans le Team Petzl: 
2002

Ein Leben in Verbundenheit mit der Natur und das Streben nach dem Wahren
"Meine Klettertouren sind Teile meines Lebens, die ich intensiv ausleben will. Der Versuch, eine Route zu klettern, ist bereits der Anfang des zurückzulegenden Weges. Nur hin und wieder stehen am Ende des Weges Anerkennung und Sieg. Der Erfolg ist wichtig, aber noch wichtiger ist es, sich des Weges bewusst zu sein, der dich dahin geführt hat. Ich bin hartnäckig. Ich setze mich mit aller Kraft für meine Ziele ein. Wenn ich letztendlich das Ziel nicht erreiche, ist es nicht so schlimm, ich habe zumindest alles getan, um es zu versuchen. Ich liebe meinen Sport. Ich lebe gerne intensiv."

Colonne gauche

Die Natur voll auskosten
"Ich habe das Klettern zufällig durch eine Sendung im spanischen Fernsehen entdeckt. Es wurden zwei Frauen beim Klettern in der Verdon-Schlucht gezeigt. Es hat mich fasziniert. Ich war überrascht. Ich wollte diesen neuen Sport sofort ausprobieren. Es war wie eine offene Tür zu etwas, das für mich noch nicht existierte. Ich liebe kontrastreiche Landschaften. Ich lebe in San Sebastian, im Baskenland zwischen Ozean und Gebirge. Es ist ein wunderbarer Ort in einer natürlichen Umgebung. Wir haben nicht nur Kletterspots sondern auch das Meer. Aus den gleichen Gründen liebe ich auch Japan und seine Kultur. Ich lese immer wieder gerne "Das Meer der Fruchtbarkeit" von Yujio Mishima. Wenn ich nicht klettern würde, wäre ich auf dem Meer…"
 
 
Versuchen, versuchen und nochmals versuchen
"Das bedeutet, seine eigenen Grenzen immer weiter zu verschieben. Ich kann nicht nein sagen. Ich bin für alles Erdenkliche aufgeschlossen. Der Klettersport und die Berge haben mich gelehrt, geduldig zu sein. Ich will weiterhin meine eigenen Grenzen austesten. Es ist nicht witzig, keine Grenzen zu haben. Diese Grenzen sind es, die ich beim Klettern genieße. Nebenbei bemerkt, wenn ich eine 9a-Route bewältige, habe ich das Gefühl, effizient zu leben."
 
 
Eine Anekdote von Josune
"Vor einigen Jahren bin ich im Winter in den Riglos, einem seltsamen Kletterspot im Norden Spaniens, geklettert. Das Auto hatte eine Panne. Wir sind dann zu einem uns bekannten Automechaniker gegangen. Dieser hat uns einen Wagen geliehen. Es war schon spät, als wir an der Felswand ankamen und der Tag war kurz. Wir haben die Autoschlüssel mit Schnürbändern am Gurt befestigt. Bei der sechsten Seillänge war es dunkel. Die beiden letzten Längen waren eine echte Odyssee. Jeder gefundene Sicherungspunkt wurde zu einem wahren Rettungsanker. Auf dem Gipfel angekommen haben wir für den Abstieg die Schuhe angezogen. Wir haben uns mehrmals verirrt. Schließlich sind wir mit besorgter Miene beim Auto angekommen. Die Autoschlüssel? Wo sind die Autoschlüssel? Sie müssten am Fuße der Wand sein, oder? Wir können das Auto nicht aufschließen. Entschlossen machen wir uns am Fuße der Wand auf die Suche. Aber es sind keine Schlüssel zu finden. Die Schlüssel konnten also nur auf dem Gipfel der Visera sein. Ziemlich müde sind wir dann über den Pfad auf den Gipfel gestiegen und als wir dort ankamen, lagen die Schlüssel da, genau an der Stelle, an der wir die Schuhe angezogen hatten. Um drei Uhr morgens haben wir uns auf den Rückweg gemacht."
 

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