Jean Troillet

Jean Troillet profile - © Jean Yves Fredriksen
Jean Troillet profile - © Jean Yves Fredriksen

Switzerland

CHE
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Photo portrait: 
Jean Troillet profile - © Jean Yves Fredriksen
Date de naissance: 
10 März 1948
Lieu de résidence: 
Valais (Schweiz)
Formation: 
Bergführer, Skilehrer und Canyoningführer
Statut actuel: 
Heliski-Guide, Vortragsredner, Veranstalter von Seminaren
Date d'entrée dans le Team Petzl: 
2000

«Ich bin stolz darauf, in meinem Alter Mitglied des Petzl-Teams zu sein.
Seit 1969 bin ich als Bergführer tätig. In den achtziger Jahren hat sich meine Haupttätigkeit auf die Organisation von Himalaya-Exeditionen verlagert. Am liebsten bewege ich mich in großen Höhen. Ich habe diese Leidenschaft durch die Einladung eines Freundes zur Besteigung des Makalu-Westpfeilers im Jahr 1982 entdeckt. Durch diese Aktivität habe ich sehr gute Freunde gewonnen. Ich liebe das Abenteuer mit Freunden und die Eleganz der gewählten Routen. Was ich nicht mag, sind politische Grenzen. Ich schwelge gerne in schönen Erinnerungen, wenn ich in der Presse über Themen wie dieses lese: "Um die 8000er im Himalaya zu bezwingen, kletterte die Seilschaft Lorétan-Troillet Tag und Nacht mit einem Minimum an Ausrüstung, d.h. fast nichts."»

Colonne gauche

«Was mich heute im Alter von 63 Jahren nach einer ziemlich einmaligen Karriere dazu bewegt, erneut zu einer Expedition zu den 8000 ern aufzubrechen, ist die Aussicht, dies mit Freunden zu erleben, deren Lebensphilosophie von der Achtung des Menschen und der Natur geprägt ist. Die Verbundenheit mit meinen Seilschaftsgefährten ist wichtiger als der Gipfel. Ich hatte in der Vergangenheit das Glück, außergewöhnliche Seilschaften zu erleben und erlebe sie noch heute mit Freunden wie Martial Dumas, Jean-Yves Fredriksen oder Sébastien Devrient, unserem Kameramann. Diese sympathischen jungen Leute vermitteln mir neue technische Kenntnisse und profitieren ihrerseits von meiner Erfahrung in großen Höhen. Es ist nicht meine Aufgabe, Ihnen irgendwelche Vorschriften zu machen.»
 
 
Expeditionsreisender
«Eine Expedition setzt eine gewisse Geisteshaltung voraus. Ist sie angeboren? Vielleicht. Wenn du etwas entdecken willst, musst du Lust haben, dich selbst entdecken. Zu meinen bevorzugten Landschaften zählen der Himalaya, der Südpol und der Norden Kanadas. Die Gewinnerin ist die unberührte Natur mit ihrer Schönheit und vor allem den Menschen, die dort leben und die meine Freunde geworden sind. Am meisten liebe ich das Wandern in der Natur. Das Wandern ist die Grundlage meiner Aktivität. Ich schöpfe meine Inspiration aus der Freude am Abenteuer und an der Entdeckung. Zu den erforderlichen Eigenschaften, um es mit einem 8000er aufzunehmen, gehören Willenskraft und eine große Leidensfähigkeit. Meine vorherrschenden Charakterzüge in Bezug auf meine Aktivität sind Geduld und die Fähigkeit zum Verzicht angesichts einer übermächtigen der Natur. In der Höhe habe ich furchtbare Leidensmomente erlebt. In diesem Fall musst zu verzichten können und vielleicht in einem anderen Jahr wiederkommen. Ich habe in diesem Momenten auch gelernt, dass du durch die Wut auf dich selbst dein Leiden vergisst.»
 
 
Sieg bedeutet Leben
«So lautet meine Devise. Du lebst bewusster, wenn du an die Grenze des Lebens kommst. In einem Basislager beispielsweise hast du nur das Allernötigste, aber damit hast du das Wesentliche, was du zum Glück brauchst. Hier entdeckst du die einfachen Freuden des Lebens wieder»
 
 
«Eins ist sicher, wenn du mit Freunden aufbrichst, kommst du mit diesen Freunden auch zurück.»

Colonne droite
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François Damilano

Francois Damilano profile - photo © Bertrand Delapierre
Francois Damilano profile - photo © Bertrand Delapierre

France

FRA
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Photo portrait: 
Francois Damilano - photo © Bertrand Delapierre
Date de naissance: 
30 Dezember 1959
Lieu de résidence: 
Chamonix (Frankreich)
Formation: 
Sozialpädagoge, Bergführer
Statut actuel: 
Bergführer, Schriftsteller, Filmemacher
Date d'entrée dans le Team Petzl: 
1985

Ein Anspruch und eine Ambition: eine langfristige Perspektive entwickeln
«Ich hatte das Glück, das goldene Zeitalter des Eiskletterns zu erleben und liebe es noch immer, im tiefen Winter im hintersten Winkel eines Tals zu klettern. Das Eisklettern hat meinem Leben als Bergsteiger einen unauslöschlichen Stempel aufgedrückt. An der Wende der achtziger Jahre habe ich eine Synthese zwischen dem Sportklettern einerseits und dem Bergsteigen andererseits gefunden. Zu diesem Zeitpunkt tendierten die beiden Sportarten dazu, sich in zwei getrennte Welten aufzuspalten. Beim Eisklettern habe ich den Bewegungsablauf und den Reiz des Sportkletterns kombiniert mit der Beherrschung eines ungewissen Geländes beim Bergsteigen gefunden. Beim Eisklettern habe ich auch wertvolle Freundschaften mit meinen Seilschaftspartnern geknüpft. Bilder haben einen starken Einfluss auf mich und es macht mir großen Spaß, die Ästhetik eines Bergs oder die Flucht einer Linie, die mich beeindruckt hat, mit nach Hause zu nehmen. Das sind wieder andere Geschichten von Kameradschaften. Mit Fotografen und Filmemachern. Ihre Ansprüche haben mich gelehrt, nach dem Licht zu suchen, die Materie auszuwählen und meine Ungeduld beim Klettern zu zügeln. Es ist meine Art, mich nicht in dem Wettlauf um höchste Performance zu verstricken. Beim Fotografieren oder Filmen geht es um die Wahl des Hintergrunds, um Emotionen zu erwecken, eines Blickwinkels, um eine Geschichte zu erzählen, damit ich die Aufnahmen anderen Menschen zeigen oder einfach einige Momente unseres Kletterlebens in Erinnerung behalten kann. Ich muss, jetzt oder später, den Mut aufbringen, meinen Film zu drehen, d.h. hinter die Kamera zu treten und mich auf andere Art zu äußern. Ich muss meinen Blick schärfen, meinen Ausdruck verfeinern, den anderen zum Sprechen bringen und die Erfahrung der vertikalen Welt mit meiner Liebe zu den Bildern kombinieren. Mehr noch als die Geschichten übers Klettern liebe ich Geschichten über die Kletterer.»

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«Ich klettere nun seit geraumer Zeit und wie bei einem Aufstieg ist auch meine Laufbahn von einigen Schlüsselpassagen geprägt. Der Reiz der Entdeckung, die Befriedigung der Performance, innige Freundschaften, Tränen des Unglücks und das Wiederaufleben der Motivation gehören dazu.
Die Jahre zwingen dich, eine Richtung einzuschlagen: Es ist der Verlust der Unbekümmertheit. Vielleicht bemühe ich deshalb darum, nicht zu meiner eigenen Karikatur zu erstarren. Zwar ist das Eisklettern der Höhepunkt meines Bergsteigerlebens, aber es hat mir auch die Möglichkeit gegeben, mich anderswo umzusehen, die Dinge mit anderen Augen zu sehen und andere Berufe als meinen zu erlernen ! Obwohl ich weder Schriftsteller noch Filmemacher bin, habe ich viel Zeit damit verbracht, Bücher zu schreiben und Filme zu drehen. Meine Tätigkeit als Bergführer und Begleiter beim Höhenbergsteigen zwingt mich, meine Gedanken in andere Bahnen zu lenken und den Sport, meinen Sport mit einem gewissen Abstand zu betrachten. Die Leitung des Verlag JMéditions ermöglicht es mir, das Schreiben zu nutzen, um den schriftstellerischen Projekten von anderen zum Durchbruch zu verhelfen. Die Verbundenheit zwischen Verleger und Autor ist auch eine Frage der Seilschaft. Wenn du für eine Zeit dein Handwerkszeug wechselst und das Eisgerät gegen eine Kamera eintauschst, gibt du die Position des Kletterers, der sich in Szene setzt, auf, um andere zu Wort kommen zu lassen. Den Blickwinkel einer Reportage zu bestimmen bedeutet, die kritische Analyse zu schärfen und sich durch die Gewohnheit nicht einschläfern zu lassen. Ich lebe noch immer in meinen Jugendträumen, die erfüllt sind von Berichten von Rebuffat, Terray und Desmaison. Ihre Bücher und Filme haben mich bewogen, mein heimatliches Flachland zu verlassen. Ich war schon immer von Menschen angetan, die die Fähigkeit besitzen, zwischen ihrer Leidenschaft (Klettern), ihrem Beruf (Bergführer) und dem Wunsch, anderen etwas zu vermitteln, zu jonglieren.»

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Francois Damilano - photo Bertrand Delapierre
 
 
 
 
Francois Damilano - photo Bertrand Delapierre

Audrey Gariepy

Audrey Gariepy profile - © Cory Richards
Audrey Gariepy profile - © Dan Elridge

Canada

CAN
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Photo portrait: 
Audrey Gariepy - © Cory Richards
Date de naissance: 
3 September 1979
Lieu de résidence: 
St-Jean-Chrysostome (Quebec)
Formation: 
Sportlehrerin
Statut actuel: 
Gruppenleiterin bei "Celtic Reforestation"
Date d'entrée dans le Team Petzl: 
2008

Ein gewählter "Lebensstil"
«Ich habe mein Studium an der Universität im Jahr 2002 abgeschlossen und bin Sportlehrerin geworden. Mit dem Klettern habe ich im letzten Jahr meines Studiums begonnen. Zum Schluss war ich total süchtig nach diesem Sport und dem damit verbundenen Lebensstil und beschloss, mir einen Lieferwagen zu kaufen und mich auf die Suche nach Abenteuern anstatt einer Anstellung als Lehrerin zu machen. Um mir meinen Lebensunterhalt zu verdienen und die Reisen während meiner freien Zeit zu finanzieren, habe ich angefangen, während des Sommers im Wald Bäume zu pflanzen.»

Colonne gauche

«Dieses Leben führe ich nun seit acht Jahren. Die Zeit vergeht und ich bin mittlerweile zur Gruppenleiterin aufgestiegen. Ich arbeite jeden Sommer drei oder vier Monate lang mit einem Team von sechzehn Pflanzern. Ich habe viel freie Zeit, um das zu tun, was ich am meisten liebe.
Das Klettern ist im Laufe der Jahre mehr als nur ein Sport für mich geworden.  Alles was ich tue, scheint einen Bezug zum Klettern zu haben: die Saisonarbeit, die ich anfänglich gewählt hatte, um mehr Zeit zum Klettern zu haben, die Reisen, die ich gemacht habe. Heute kann ich mir ein Leben ohne den Klettersport nicht mehr vorstellen. Ich glaube, dass es wichtig ist, in der Gegenwart zu leben und den Augenblick zu genießen. Es ist klar, dass die meisten von uns altern und man auch daran denken muss, aber dass sollte nicht unser ganzes Leben beherrschen. Das Klettern gibt mir die Möglichkeit, jeden kleinsten Moment auszukosten. Es hilft mir, mich darauf zu konzentrieren, was ich tue. Im Herbst klettere ich soviel wie möglich, um wieder in Form zu kommen. Wenn dann der Winter kommt, kehre ich häufig in die kanadischen Rocky Mountains zurück, um von der langen Saison im Eiskletterparadies mit seinen fantastischen Bergen zu profitieren.»
 
Eine wesentliche Erkenntnis in meinem Leben
«SEIN ist wichtiger als BESITZEN.
Ich bin ohne großen materiellen Besitz glücklich.
Von der Kletterausrüstung abgesehen...»
 
Das Gefühl lebendig zu sein
«Ich hatte immer das Bedürfnis, im Freien zu spielen. Meine Eltern hatten sogar im Winter, wenn es kalt war, Schwierigkeiten, mich im Haus zu behalten. Als ich 1999 mit dem Felsklettern anfing, habe ich die Empfindungen, die mir dieser neue Sport bescherte, sofort geliebt. Im Freien sein, sich auf jeden Moment konzentrieren, mir aller Dinge bewusst sein, die mich umgeben. Es scheint mir, als wenn alles, was ich vorher in meinem Leben unternommen habe, dazu beigetragen hat, eine Kletterin aus mir zu machen. Als ich auf der Universität war, musste ich im Winter in der Halle klettern. Eine Zeit lang habe ich Gefallen daran gefunden, aber nach einem Jahr hatte ich das Bedürfnis, regelmäßig im Freien zu klettern. Deshalb habe ich mit dem Eisklettern begonnen und konnte so mein Bedürfnis zu klettern und in der freien Natur zu sein, während des langen kanadischen Winters stillen. Ich bin sehr schnell süchtig danach geworden. Ich musste ein neues Terrain erkunden und neue Techniken erlernen. Ich liebe es, morgens früh aufzustehen, noch halb schlafend bei Dunkelheit loszufahren und Musik zu hören, den Zustieg mit der Stirnlampe zurückzulegen und zuzusehen, wie die Sonne langsam aufgeht, während ich unten an der Route ankomme. Nichts in meinem Leben gibt mir mehr das Gefühl, lebendig zu sein als das Eisklettern. Ich bin von der ersten bis zur letzten Bewegung vollkommen konzentriert, nehme die Geräusche meines Eisgeräts und meiner Steigeisen und alles, was um mich herum ist, wahr. Ich habe keine Zeit, darüber nachzudenken, was ich am Abend zu essen mache. Ich werde so und so nicht rechtzeitig zu Hause sein. Es ist ein zugleich friedvolles und intensives Gefühl. Natürlich frage ich mich zuweilen, wenn ich mir an einem Stand den Po abfriere, wenn ich an einer zugigen Stelle hänge oder wenn nach einer kalten Woge plötzlich das Blut wieder in meine Finger zurückkehrt, was ich an diesem Sport so liebe. Zum Glück vergesse ich das alles sehr schnell, wenn ich einen Blick auf die Umgebung werfe. Ich fühle mich so klein inmitten dieser gigantischen, verschneiten Berge. Ich kann mich sehr glücklich schätzen, dass ich hier sein und tun darf, was ich gerade mache.»
 
Bäume pflanzen
«Meine Hobbys außer dem Klettern sind Snowkiten, mit Holz arbeiten, lesen, Filme gucken und Eis essen. Allerdings nimmt meine Arbeit einen großen Teil meines Lebens in Anspruch. Von April bis Juli bin ich für ein Team von kräftigen Pflanzern verantwortlich. Zusammen pflanzen wir ungefähr 30.000 Bäume pro Tag. Die Tage dauern fast 15 Stunden und da bleibt mir keine Zeit mehr zum Klettern. Aber ich liebe meine Arbeit und genieße die kurze Kletterpause.»
 
Meine Lieblingsorte
«Ich reise gerne in die nördlichen Gebiete Kanadas. Die Menschen sind sehr stolz auf den Ort, an dem sie leben. Es scheint, als würde die Zeit langsamer vergehen und als bekäme alle Menschen leuchtende Augen, wenn sie über ihr Land reden. Ein anderer Lieblingsort von mir ist der Nepal. Die Menschen aus dem Khumbu-Tal beeindrucken mich enorm. Sie tragen und bauen alles mit ihren Händen. Sie verlassen Lukla für mehrere Tage, um Früchte in ihre Dörfer zu bringen. Ich war von ihrer mentalen und körperlichen Stärke ebenso beeindruckt wie von den gigantischen, endlosen Bergen, von denen sie umgeben sind. Ich könnte auch Island dazu zählen, denn es ist ebenfalls ein fantastisches Land. Als ich zusammen mit Inès Papert dort war, hatten wir großes Glück mit dem Wetter und konnten klettern, so viel wir wollten. Wir haben sogar 1000 m vertikales Eis an einem Tag gemeistert. Aber wenn ich mich wirklich für einen einzigen Ort entscheiden müsste, würde ich Norwegen sagen. Ich denke mit Freude an meinen Aufenthalt im Februar 2008 mit Guy Lacelle, Mathieu Audibert, Chris Alstrin und Alex Lavigne zurück. Das Timing war perfekt, es gab viel Eis zum klettern. Das Fahren entlang der Fjorde, durch Tunnel, die Berge rauf und wieder runter. Dank der Erfahrung von Guy, der uns an die richtigen Orte führte und uns mit seiner positiven Energie ansteckte wurde es ein fantastisches Erlebnis. Das Eis war traumhaft und wir haben wohl einige Erstbesteigungen gemacht (jedenfalls glauben wir das). Was diese Reise aber von anderen unterscheidet sind die Personen, mit denen ich unterwegs war. Mit den richtigen Menschen zusammen zu sein, ist heute für mich wichtiger als das Ziel.»

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Ich erinnere mich
«Als ich 2003 mit meiner Arbeit, also mit dem Bäume pflanzen anfing, war Guy Lacelle mein Gruppenleiter. So habe ich Guy kennen gelernt. Es war eine Ehre, in seinem Team arbeiten zu dürfen. Er arbeitete jeden Tag so hart wie möglich und setzte seine ganze Kraft ein. Ohne von uns zu verlangen, es ihm gleichzutun, war er doch ein Vorbild und motivierte alle Mitglieder des Teams, hundertprozentigen Einsatz zu leisten. Egal, ob bei schönem Wetter oder Regen, er hat immer gerne gearbeitet. Er hatte das Gefühl, als Verantwortlicher eines Teams, das Tag für Tag hochwertige Bäume pflanzt, etwas Gutes für unseren Planeten zu tun. Man spürte, dass er stolz darauf war. Vergangenen Winter hatte ich das Glück, Guy unter vollkommen anderen Umständen bei seiner Lieblingsaktivität, dem Eisklettern, zu erleben. Er zeigte alle Qualitäten, die ihn auch beim Bäume pflanzen kennzeichnen, aber in einem cooleren Umfeld. Ich war noch ein Neuling im Eisklettern, aber unter der Anleitung von Guy habe ich sehr schnell Fortschritte gemacht. Er hat mir nie direkt gesagt, was ich tun sollte, sondern erzählte mir immer eine gute Anekdote, die mich zum Nachdenken und Handeln anregte. Guy war mein Mentor und eine unerschöpfliche Inspirationsquelle. Er verstand es, immer das Beste aus allen Menschen herauszuholen.»
Guy Lacelle ist im Jahr 2009 in einer Lawine in Bozeman ums Leben gekommen
 
 

 

Alexander Huber

Alex Huber profile - photo © Sam Bié
Alex Huber profile - photo © Sam Bié

Deutschland

DEU
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Photo portrait: 
Alex Huber - photo © Sam Bié
Date de naissance: 
30 Dezember 1968
Lieu de résidence: 
Berchtesgaden (Bayern)
Formation: 
Physiker
Statut actuel: 
Bergführer, professioneller Alpinist
Date d'entrée dans le Team Petzl: 
1993

Extrembergsteigen liegt mir im Blut
«Mein Bruder und ich waren durch unsere Eltern von Kindesbeinen an mit den Bergen und dem Bergsteigen vertraut. Mein Vater, der in den sechziger Jahren durch seine Speed-Begehungen der Droites-Nordwand bekannt wurde, hat uns die Liebe zum Extrembergsteigen vererbt.
Mein Zuhause - bei meiner Familie und meinen Freunden - ist die Basis meines Lebens. Was zählt, ist die Beständigkeit in jedem Lebensbereich. Eine neue Richtung kann ich nur einschlagen, wenn ich eine solide Ausgangsbasis habe, die mir als Sprungbrett dient. Deshalb arbeite ich auch seit über 15 Jahren mit den gleichen Sponsoren. 1997 habe ich an der Universität München meinen Master-Abschluss in Physik gemacht. Diese Ausbildung hat mir als Grundlage für mein Leben als Kletterer gedient.»

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Nina Caprez

Nina Caprez profile - photo © Stefan Schlumpf
Nina Caprez profile - photo © Lafouche

Switzerland

CHE
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Photo portrait: 
Nina Caprez - photo © Stefan Schlumpf
Date de naissance: 
15 November 1986
Lieu de résidence: 
Grenoble
Statut actuel: 
Leistungssportlerin
Date d'entrée dans le Team Petzl: 
2010

Auf der Suche nach dem augenblicklichen Glück
"Ich habe sehr großes Selbstvertrauen. Ich bin eine selbstsichere Person. Das ist die Grundvoraussetzung in unserem Sport, um schwierige Routen zu bewältigen. Draußen sein, das Leben in vollen Zügen genießen, Menschen begegnen, die das Gleiche empfinden... Das bedeutet Glück für mich. Mein erster großer Wettkampf war die Jugend-Weltmeisterschaft in Peking. Es war das erste große Ereignis für die "kleine Nina". Ich liebe das Gefühl, bei einem Wettkampf erfolgreich zu sein. Aber der Wettkampf an sich berührt mich nicht sonderlich. Ich versuche ständig Fortschritte beim Sportklettern zu machen und Mehrseillängenrouten zu meistern, die mir wirklich am Herzen liegen. Ich bin in der Nähe des Rätikon, der legendären Wand für Mehrseillängenrouten, aufgewachsen. Ich habe dieses Gefühl von Höhe, Natur und Freiheit schon immer geliebt.
Laurent Triay war es, der mir von der "Ultime Démence" im Verdon erzählte. Ihm habe ich es zu verdanken, dass ich gefunden habe, wonach ich beim Klettersport suchte. Heute suche ich nach der wirklichen Herausforderung und konzentriere mich auf die Begehung von Mehrseillängenrouten. Das Klettern ist ein Weg, um zu sich selbst zu finden. Wenn ich meine ganze Kraft einsetze, in der ganzen Welt umherreise, Menschen aus allen Teilen der Erde begegne, dann wird mir bewusst, dass das wirklich Wichtige im Leben ist, glücklich zu sein. Das bedeutet das Klettern für mich. Es ist ein Sport, der auf der Leichtigkeit des Lebens basiert. Wir brauchen nichts als einen Stein, einen Gurt, Kletterschuhe und einen Seilpartner."

Colonne gauche

Mein Devise: Das Leben ist zu schön und die Tage sind zu kurz, um traurig zu sein
"Aber in Wirklichkeit möchte ich der Welt des Klettersports, den Spezialisten, Amateuren und Anfängern eine Botschaft zukommen lassen. Durch meine Art zu leben, habe ich gelernt, was das Wort "eigenständig" bedeutet. Mein Lebensinhalt ist, meine Projekte zu Ende zu führen. Um das zu schaffen, muss ich meine Gedanken und meine Energie auf das Wesentliche konzentrieren. Wenn mir die Begehung einer extremen Mehrseillängenroute gelingt, liegt das daran, dass ich glücklich bin, es zu tun. Ich fühlte mich schon seit langem von den Mehrseillängenrouten angezogen. Es war nur eine Frage der Zeit. Dann habe ich ernsthaft angefangen daran zu arbeiten und Mehrseillängenrouten zu klettern. Seit meiner Kindheit habe ich mich niemals sehr wohl in einem System gefühlt, das von Leuten geführt wird, die glauben alles zu wissen. Auf dem Gymnasium war ich sehr unglücklich, weil wir immer genau wissen mussten, was am nächsten Tag geschah. Dieses Gefühl hat mich daran gehindert, Fortschritte zu machen. Ich musste mich aus diesem Zustand befreien. Beim Klettern ist alles wichtig, die Art eine Linie zu betrachten, eine Routenführung zu planen und schließlich den Fels zu erleben. Ich bestimme selbst, was gut für mich ist. Ich übernehme die Verantwortung für meine Vorhaben und Entscheidungen und suche niemals nach einer Entschuldigung für das, was ich tue oder nicht tue. Ich bin zum Klettern geboren. Durch das Klettern reise ich um die ganze Welt an wunderschöne und verborgene Orte. Ich lerne, mache weiter und lerne wieder. Die Mehrseillängenrouten sind in mein Leben getreten, als ich dazu bereit war. Jedes Mal, wenn ich die Stufen überspringe, gibt es ein Problem Du musst dich natürlich bewegen und auf den Fels einstellen können. Aber jetzt höre ich auf mich, denn ich weiß, was mich stark macht. Ich bin mir meiner sicher, ich will das tun, wozu ich wirklich Lust habe und nicht versuchen, Dinge zu tun, die ich nicht will. Wie für viele andere Kletterinnen ist Lynn Hill auch mein Vorbild, aber die Person, die mir direkt dazu verholfen hat, auf diesem Gebiet Fortschritte zu machen, ist Cédric Lachat."
 
 
Die Wahl meiner Seilschaftspartner ist wichtig für mich
"Menschen, die mit mir in die Wand gehen, sind mehr für mich als eine Unterstützung, sie sind so etwas wie eine Stimulation. Um eine Mehrseillängenroute zu meistern, brauche ich Freundschaft und Vertrauen in meinen Seilschaftspartner. Ich klettere niemals mit Leuten, mit denen ich mich nicht wohl fühle. Ich muss eine gemeinsame Wellenlänge, Einverständnis und Verbundenheit fühlen. Mein Partner und ich müssen gleichberechtigt sein. Ich will, dass auch mein Partner die Route meistern will. Ich werde auf keinen Fall jemanden mitnehmen, nur um mich zu sichern."
 
 
Die wichtigsten Orte für mich sind der Verdon und Céüse
"In Céüse habe ich meine ersten Kletterferien verbracht. Der Ort hatte von Anfang an etwas Magisches für mich. In Verdon habe ich den Kletterstil gefunden, nach dem ich gesucht hatte, nämlich das Sportklettern in Mehrseillängenrouten. Ich habe selten eine so wunderschöne Landschaft gesehen!"
 
 
Außer dem Klettersport liebe ich Dinge, die Tempo haben
"Ich mache viele Skitouren. Ich bin mit Skiern an den Füßen geboren. Ich liebe die Leichtigkeit bei der Abfahrt eines unberührten Hangs, wenn ich die erste Spur mache. Außerdem arbeite ich gerne mit Holz und befasse mich mit Fotografie. Ich höre gerne Musik und koche gerne.
Wenn ich nicht klettern würde, wäre ich sicherlich Künstlerin geworden. Vielleicht würde ich beim Zirkus arbeiten."

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Video playlist featuring Nina Caprez

Xavier De Le Rue

Xavier De Le Rue profile - photo © Xavier De Le Rue
Xavier De Le Rue profile - photo © Xavier De Le Rue

France

FRA
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Photo portrait: 
Xavier De Le Rue - photo © Xavier De Le Rue
Date de naissance: 
1 Juli 1979
Lieu de résidence: 
Saint Lary (französische Pyrenäen)
Formation: 
Industriekaufmann
Statut actuel: 
Berufssportler
Date d'entrée dans le Team Petzl: 
2008

Ich schätze mich glücklich, dass ich die Weiterentwicklung meines Sports miterleben darf
"Lange Zeit war ich mehr für meine Leistungen und Titel im Snowboard Cross bekannt, aber seit einigen Jahren kann ich mich meiner wahren Leidenschaft, dem Snowboard Freeride widmen. Ich bin viel auf Reise für verschiedene Filme. Außerdem verbringe ich viel Zeit in Wettkampfgebieten wie z.B. in der Freeride World Tour. Schon als Kind habe ich es geliebt, am Rande de Pisten durch den Pulverschnee zu brettern. Meine weitere Entwicklung war eine natürliche Folge meiner Liebe zum Sport. Es ist meine ganz persönliche Art, alles zu geben, die Berge zu genießen, zu reisen und meinen Horizont zu erweitern. Und es ist mein Beruf. Ich führe ein recht angenehmes Leben. Ich habe großes Glück und sollte mir das öfters mal ins Gedächtnis rufen. Ich liebe Pulverschnee, aber ich mag keine Lawinen. Eine etwas vereinfachte Darstellung, die meine Problematik jedoch gut umschreibt. Das Schwierigste für mich ist, den Schnee und die Bedingungen einzuschätzen. Es ist nie hundertprozentig. Du musst trotz aller Euphorie einen kühlen Kopf behalten. Schnee ist von Natur aus instabil, unvorhersehbar, überraschend. Manchmal setzt er sich in Bewegung und du nicht warum. Und manchmal bewegt er sich nicht und du weißt auch nicht warum. Die Leute von Petzl halten mich für einen Spezialisten, einen Experten für Lawinen, aber der Schnee wird niemals eine exakte Wissenschaft sein. Ich gehe nicht davon aus, dass eine Lawine ausgelöst werden könnte, sondern dass sie ausgelöst wird. Das Wenige, was ich zu diesem Thema weiß, habe ich durch jahrelange Beobachtungen und Gespräche mit den Leuten vom Pistendienst und jenen, die täglich Sprengstoff legen, sowie durch stundenlange Diskussionen mit erfahrenen Bergführern gelernt."

Colonne gauche

Vielseitigkeit
"Neben meinem Beruf, meiner Arbeit, den Dreharbeiten und der Öffentlichkeitsarbeit übe ich gerne kostenlos Aktivitäten wie Sportklettern und Bergsteigen aus. Ich liebe den Kontakt mit dem Fels und bin gerne in den Bergen. Es ist ein einzigartiger Moment für mich, nur zum Vergnügen, auch wenn es mir später beim Snowboarden viel hilft. Ich liebe das Surfen auf dem Meer, es ist ein gesunder Sport, das pure Gleitvergnügen unter den Füßen. Meines Erachtens gibt es keine idiotischere und gefährlichere Aktivität als das Downhill-Biken, aber es macht verdammt viel Spaß, idiotisch zu sein. Das ist ein gutes Thema, um über mein Bewusstsein zu sprechen. Es kommt immer darauf an, wie du den Sport betreibst... Ich drücke nie auf die Bremsen, ich habe keine Lust zu bremsen, keine Lust, die Dinge nur halb zu tun. Das erfordert eine größtmögliche Beherrschung der Aktivität. Um ein so großes Risiko einzugehen, musst du alle Eventualitäten einplanen, körperlich in Höchstform sein, großen Scharfblick hinsichtlich der Wahl der Strecke besitzen und verinnerlicht haben, was improvisieren im Notfall bedeutet."
 
 
Alaska
"Die Qualitäten von Alaska habe ich erst in diesem Jahr schätzen gelernt. Ich reise bereits seit mehreren Jahre nach Alaska. Die Heliskiing-Stationen mit ihrer Hektik und dem übercoolen Gehabe der Leute sagen mir nichts. In diesem Jahr aber habe ich zwei Wochen lang 80 km von den ersten Stationen, fernab jeglicher Zivilisation mein Lager aufgeschlagen und endlich das Besondere am Schnee von Alaska entdeckt. Alaska ist ein wahres Paradies für Spins. Den Rest könnte ihr euch selber ausmalen, wir konnten nicht genug bekommen. Zur Erklärung für alle nicht Eingeweihten, Alaska ist für seine Freeride-Küstenzonen bekannt, die unendliche Massen an Schnee bieten, und zwar nicht irgendeinen Schnee. Es ist ein Pulverschnee mit hohem Feuchtigkeitsgehalt, der sogar an den steilsten Hängen haftet. Er tendiert dazu, die berühmten "Spins" zu formen, bei denen es sich um eine Art vertikaler Schrammen handelt, zwischen denen ständig Schnee fließt und die abgesehen von der spielerischen Seite des Freeride ein klares Zeichen für Stabilität sind, was nach Schneestürmen mit drei Meter hohen Schneeansammlungen und Wind nicht zu verachten ist. Im Großen und Ganzen ermöglicht es dir, bei Bedingungen zu riden, die bei uns unvorstellbar sind. Die Zeit da oben, fernab von dem ganzen Trubel (Helikopter-Unternehmen, Freerider, die über ihre Sessions sprechen, Leute, die ein wenig Abenteuer in Alaska schnuppern wollen, bevor sie wieder nach New York zurückkehren) hat mir gut getan und dazu beigetragen, dass ich letztendlich Gefallen an dem Ort gefunden habe. Natürlich bist du zu Fuß nach mehreren Nächten im Zelt und dem Aufstehen um zwei Uhr morgens, um den Aufstieg zu bewältigen, nicht so effizient wie mit dem Hubschrauber (fernab von jeglicher Zivilisation, im Notfall auf dich selbst gestellt), wo du deine Leistung im Laufe des Tages steigern und nach und nach immer schwierigere Hänge riden kannst."
 
 
Eine neue Dimension
"Aber die Stresskomponente fällt weg und das ist wirklich angenehm. Nach einer langen Reise und der Zeitumstellung hat es mir gut getan, allein, ohne PC und ohne Telefon in meinem Zelt zu liegen, zu schlafen und nachzudenken. Bislang war ich kein Fan von Alaska, aber jetzt haben sich die Dinge geändert, es ist, als hätte sich eine neue Dimension aufgetan: kein Helikopter und Abstand zur Tourismusindustrie. Ich möchte vom Leben profitieren. Jeder Sport ist ein Mittel, um das Leben auszukosten. Die Berge in ihrer unverfälschten Schlichtheit ermöglichen dir, Abstand zu gewissen Oberflächlichkeiten des Lebens zu gewinnen und sich wieder auf das Wesentliche zu besinnen. Aber das muss jeder mit sich selbst ausmachen. Für Leute, die ständig in den Medien gehandelt werden und die laufend in den Snowboard-Gebieten unterwegs sind, ist es ein gutes Mittel, um die Füße wieder auf den Boden zu bekommen."
 
 
Eine gewisse Art Ski zu fahren oder zu surfen
"Wenn ich vor einer Wand oder auf dem Gipfel stehe, kommt die Inspiration von alleine. Es gibt immer eine Linie, die sich von anderen differenziert, die mich anzieht und die ich fühle. Das kommt von innen. Du musst nur einen guten technischen Background haben, einen kühlen Kopf bewahren und die Lust dazu verspüren. Du brauchst einen starken Charakter, ein bisschen Weisheit, Liebe zum Risiko und zu zu den Bergen."
 
 
Erfahrung dient der Fantasie
"Erfahrung ist mein Mehrwert für alles, was ich leiste, zumindest hoffe ich das. Wenn ich mir eine Abfahrt ausgesucht habe und gestartet bin, halte ich nicht an, ich mache weiter, bis ich unten bin. Ich denke, das Wichtigste ist, sich in die Aktion, in die Aktivität hineinversetzen zu können. Der Rest folgt automatisch: eine möglichst genaue Analyse, mentale Stärke, Urteilungsvermögen, Kontrolle sowie das Gleichgewicht zwischen Emotion und rationaler Beherrschung. Dies alles ist nur möglich, wenn du im Vorfeld Schritt für Schritt und Jahr um Jahr eine enorme, langfristig angelegte Arbeit leistest. Und manchmal reicht schon ein Lächeln, um einen Tag perfekt zu machen. Du musst daran glauben..."
 
 
 
Eine Anekdote von Xavier

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Diaporama Photos: 

Ueli Steck

Ueli Steck profile - photo © coll. U.Steck
Ueli Steck profile - photo © Tony lamiche

Switzerland

CHE
Kopfbereich
Photo portrait: 
Ueli Steck profile - © photo coll. U.Steck
Date de naissance: 
4 Oktober 1976
Lieu de résidence: 
Ringgenberg (Schweiz)
Formation: 
Zimmermann
Statut actuel: 
professioneller Bergsteiger
Date d'entrée dans le Team Petzl: 
2007

Die Philosophie des Klettersports
"Ich bin in der Nähe der Berge aufgewachsen. Im Alter von zwölf Jahren habe ich mit dem Klettern angefangen. Das Klettern in der Felswand habe ich in Eigenregie entdeckt, es war eine große Herausforderung. Der Alpinismus ist eine gute Denkschule. Die Regeln sind einfach und klar. Das gefällt mir, es ist sehr leicht zu verstehen. Wenn du keinen warmen Schlafsack dabei hast, musst du frieren. Wenn du nicht genügend Kraft hast, schaffst du den Aufstieg nicht.
Für mich ist es wichtig, die Philosophie des Klettersports mit anderen zu teilen. Ich bin gerne mit Leuten zusammen, die darauf achten, wie sie klettern. Stil, Haltung und die Art und Weise, wie der Aufstieg durchgeführt wird, sind von Bedeutung."

Colonne gauche

Der Weg zur Höchstleistung
"Ich bin ein Allround-Kletterer. Ich liebe den Fels aber auch das Eis. Das Wichtigste für mich ist, dass ich mich auf imposanten Bergen wie beispielsweise im Himalaya sowie generell in jedem Terrain (vom einfachsten bis zum extremsten) wohl fühle. Ich liebe die Herausforderung mit mir selbst und mit der Natur, aber nicht mit anderen Kletterern. Mein größtes Problem ist es, zwischen der Gefahr und der Suche nach Schwierigkeiten das richtige Gleichgewicht zu finden. Es ist wie ein Spiel, bei dem es darum geht, wie ich diese Kombination beurteile und nicht um die Frage, warum ich mein Leben riskiere. Ich gehe ein hohes Risiko ein aber mit einer großen Selbstkontrolle. Diese Beherrschung in einer nicht beherrschbaren Umgebung ist nicht einfach zu realisieren. Das gilt ganz besonders für meine Herangehensweise im Himalaya, wo du schnell sein musst, meistens on sight kletterst und die Abschnitte immer schwieriger werden. Für mich ist dies der Weg zur Höchstleistung. Obwohl ich mich gerne kopfüber ins Abenteuer stürze, bin ich glücklich, intensiver zu leben. Übung macht den Meister. Genauso wird aus einem Kletterer Schritt für Schritt ein Himalayabergsteiger. Um eine Solobegehung in Rekordzeit zu bewältigen, benötige ich eine gute Technik in Fels und Eis und vor allem Ausdauer. Ich trainiere täglich und lege beim Laufen oder Skiwandern jedes Mal 1600 Höhenmeter zurück."
 
 
Himalaya
"Ich liebe Nepal und den Himalaya" Das sind echte Berge. Ich bin gerne dort. Bis zum Basislager müssen wir einen mehrtägigen Fußmarsch zurücklegen. Es gibt keine Autos. Wenn wir einen Ort besichtigen oder jemanden besuchen möchten, müssen wir zu Fuß gehen. Ich liebe die Kultur dieses Landes. Die Menschen sind so positiv, auch wenn ihr Leben wirklich hart ist. Ich habe generell Menschen gern, die einen starken Charakter haben. Menschen, die selbst über ihr Leben entscheiden. Nicht die, die anderen folgen."
 
 
Ständig besser werden
"Ich muss regelmäßig neue Kraft tanken und ein bisschen Zeit zu Hause verbringen. Ich brauche eine Weile der Ruhe und muss mich auf einen Traum konzentrieren können. Aber ich bin ein entschlossener Mensch. Wenn ich eine Idee habe, lasse ich mich durch nichts aufhalten. Meine wichtigste Inspirationsquelle ist mein Wissensdurst. Wissen bedeutet Freiheit. Um dieses Wissen zu erlangen, musst du lernen. Um frei zu sein, musst du dich sicher fühlen und um sicher zu sein, musst du hart trainieren. Um ein Allround-Kletterer auf hohem Niveau zu werden, musst du die Aktivität von Grund auf verstehen, du musst eine Leidenschaft für den Sport entwickeln und vor allem musst du akzeptieren, zuweilen wieder Schüler oder Anfänger zu sein, um weiter zu lernen. Das gilt für alle komplementären und verschiedenen Disziplinen, auch wenn es um ein einziges Ziel geht: den Erfolg."
 
 
Meine Devise
"Alles was ich mir vorstellen kann ist möglich".
 

Colonne droite
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This video is part of the ReelRockTour - video courtesy of Mountain Hardware
 
 

Video playlist featuring Ueli Steck
Watch Ueli sending "the Secret" (X, 10) during the Scottish Ice Trip in Ben Nevis

 

Sam Beaugey

Sam Beaugey profile - Photo © David Ravanel
Sam Beaugey profile - Photo © Tony Lamiche

France

FRA
Kopfbereich
Photo portrait: 
Sam Beaugey - Photo © Collection S.Beaugey
Date de naissance: 
3 Juni 1971
Lieu de résidence: 
Chamonix
Formation: 
ENSA (Nationale Schule für Ski und Alpinismus in Chamonix)
Statut actuel: 
Bergführer
Date d'entrée dans le Team Petzl: 
2000

Ich bin in den Bergen aufgewachsen und habe dort das Leben entdeckt
"Mein Vater war Bergführer und hat mich in seine Bergwelt eingeführt. Diese Aktivität gibt meinem Leben auch weiterhin einen Sinn. Ich möchte dem Abstieg wie dem Aufstieg einen neuen Wert geben. Den Sinn meiner Aktivität sehe ich darin, etwas zu erobern, das keinen Nutzen bringt, und dieses Abenteuer im Respekt vor der Natur, mit einem Lächeln und viel Freude mit anderen zu teilen. Der wichtigste Wert, den ich mit meinen Seilschaftskameraden teile, ist der Einsatz. Ich möchte zeigen, dass Alpinismus sich nicht auf eine einzige Disziplin beschränkt, sondern aus einer Fülle von Bewegungen besteht und dass es immer wieder neue zu entdecken gibt. Die Freude am Fliegen nach einem wunderbaren Aufstieg ist für mich lebenswichtig geworden. Das größte Problem sind die Unfälle beim Landen mit vielerlei Verletzungen."

Colonne gauche

Fest verankert im Familien- und Freundeskreis
"Ich habe eine enge Beziehung zu meiner Umgebung und ganz besonders zu meinen Eltern, denen ich es verdanke, dass ich bis ans Ende der Welt reisen kann. Meinen Jugendfreunden steht ich besonders nahe, zumindest denen, die mich am meisten inspirieren: Jérôme Ruby, weil er eben Jérôme ist, Dean Potter wegen seiner Träume, die er in die Praxis umsetzt, mein Bruder, weil er meinem Leben nahe steht, Erwan Le Lann und Manu Pellissier, weil es nicht so viele echte Bergkameraden gibt. Meine Inspiration bekomme ich von all den anderen Kletterern. Ich habe große Achtung vor den ehemaligen Kletterern. Sie beflügeln mein Fantasie. Ich bewundere sie. Durch sie habe ich gelernt, Geduld zu haben. Auch bin ich dankbar für die Arbeit aller Kletterer, die insbesondere durch ihren Erfindungsgeist in Bezug auf die Produkte zur Weiterentwicklung des Alpinismus beigetragen haben. Ich stelle mir vor, wie die Pioniere der Höhlenforschung nach einer gelungenen Expedition an ihren Lampen gebastelt haben und ich weiß, dass wir es den Vätern unseres Sports verdanken, dass wir etwas hatten, von dem wir träumen konnten und noch heute träumen können."
 
 
Im Entwicklungsprozess
"Jeder weiß, dass ich an der Weiterentwicklung des Alpinismus mitwirke, aber ich bin mir der unendlich vielen Möglichkeiten bewusst, die mir teils durch das Internet mit seinem unerschöpflichen Informations- und Austauschangebot in Bezug auf Spots, Wände, Berichte und Wettervorhersagen zur Verfügung stehen. Die gesamte Alpenkette beispielsweise ist noch immer ein beliebtes Spielfeld für die Kinder, die wir sind. Wir können nicht mehr von Erkundung eines Terrains sprechen, aber wir können weiterhin neue Techniken und Kompetenzen entdecken. Ich betrachte Alpinismus nicht als Aktivität sondern als die Summe aller Dinge, die du in den Bergen machen kannst. Das Wort "aller" steht für unterschiedliche Aktivitäten mit dem gleichen Anteil an Einsatz, Optimismus und guter Laune. Umso besser, wenn ich zur Entwicklung neuer, seriöser Produkte im Umfeld eines nicht seriösen Sports beitragen kann. Dieser Sport ist nicht seriös, da er keinen wirklichen Nutzen hat. Er ist jedoch eine der besten Schulen zum Erlernen von Disziplin.
 
 
Als ob der Planet Erde mein Garten sei
"Ich glaube nicht, dass ich überspannt bin sondern eher, dass für alles empfänglich bin und so die Erde als meinen Garten und fantastisches Spielfeld betrachten kann. Meine Lieblingsorte auf dieser Erde sind die Polarregionen und Kanada. Mein verrücktester Traum ist, mit einem Weltraumschiff zu reisen und mir einen Sprung von 20.000 m an einer Felswand auf dem Mars zu gönnen. Eine andere Idee mit einem direkten Bezug zu meiner Aktivität wäre, in drei Jahren von der Antarktis über Amerika zum Nordpol und dann über Asien und Afrika wieder zurück zur Antarktis zu reisen."
 
 
Kommunikation
"Mit der Firma Lineprod organisiere ich Veranstaltungen, Firmenseminare und Konferenzen. Wir sind Partner der Vereinigungen, die es Kindern ermöglichen, in die Berge zu reisen, wie z.B. der Verein "Raid Choucas", der eine kostenlose Bergrallye für Kinder aus Frankreich und der Schweiz organisiert. Während unserer Expedition in die Antarktis im Jahr 2010 hatten wir über unsere Satellitentelefone direkten Kontakt mit den schweizerischen und französischen Schulen in Valorcine und Maurienne."
 
 
Meine Devise
"Sprich dein Wort und zerbrich."
 
 
Eine Anekdote von Sam
"Ich hatte schon immer eine besondere Beziehung zu Bären. Ich habe noch nie einen blauen Bären gesehen, dafür aber einen Eisbären direkt neben unserem Zelt. Er nimmt ein Bad, trocknet sich, setzt sich auf sein Hinterteil und betrachtet uns spöttisch. Ein anderes Mal im Westen Kanadas die Spuren eines Grizzlybären, den ich nicht gesehen habe, dessen Begegnung ich jedoch bei jedem Schritt fürchtete, während ich mitten im Winter, ohne Wasser sechs Stunden durch den Wald lief, um einer Lawine auszuweichen, die mir den Weg versperrte."

Colonne droite
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Diaporama Videos: 

Video playlist featuring Sam Beaugey :

 

 
Big wall aid climbing in Baffin Island :

 

 
Holtanna Antartica project preparation :

Robert Jasper

Robert Jasper profile - photo © coll. Robert Jasper
Robert Jasper profile - photo © Klaus Fengler

Deutschland

DEU
Kopfbereich
Photo portrait: 
Robert Jasper profile - photo © coll. Robert Jasper
Date de naissance: 
15 April 1968
Lieu de résidence: 
Baden-Württemberg
Statut actuel: 
Bergführer, Sportlehrer, Bergführerausbilder
Date d'entrée dans le Team Petzl: 
2000

Mein Beruf, die Erforschung der Natur"
"Die Leidenschaft verbindet die Menschen miteinander und mit der Natur. Je enger sich die Menschen mit der Natur verbunden fühlen, desto enger sind sie mit sich selbst verbunden und ruhen in sich selbst. Als Alpinist bin ich auf Eisfälle spezialisiert, aber ich mag alle Sportarten, die einen Bezug zu den Bergen haben. Mein Ziel ist es, einen modernen Kletterstil zu entwickeln, wie beispielsweise die erste freie Begehung der Japanese-Diretissima (1800 m / 8a) in der Eiger-Nordwand. Für mich ist dies die derzeit schwierigste Route der Alpen. Außerdem möchte ich den modernen Alpinstil in fernen Regionen wie Feuerland, Baffin Island, Svalbard und im Himalaya entwickeln."

Colonne gauche

Ich arbeite mich Schritt für Schritt voran, indem ich meinen Traum verwirkliche
"Mit dem Klettern habe ich im Schwarzwald begonnen. Ich hatte den Fels direkt vor der Tür und in der Nähe die Schweizer Alpen. Meine Lieblingswand in den Alpen ist die Eiger-Nordwand. Hier habe ich unzählige Abenteuer erlebt. Sie hat etwas Magisches für mich. Außerdem mag ich Landschaften wie Feuerland in Patagonien und den Himalaya mit seiner wunderbaren Kultur. In Europa ist der Süden Frankreichs wegen seiner Kletterfelsen besonders interessant. Bleibt noch der Schwarzwald für Ausflüge mit meinen Kindern. Für mich ist es wichtig, aufzubrechen, zurückzukommen, wieder aufzubrechen usw. In den Schwarzwald, meinem Basislager, zurückzukehren und neue Kraft zu schöpfen, ist sehr wichtig für mich."
 
 
Einführung in die Reise
"Reisen bedeutet für mich mehr als Sport. Es ist eine Lebensform und eine Leidenschaft. Ich habe das Glück, andere Menschen in verschiedenen Ländern kennen zu lernen und das bereichert mein Leben. Je mehr ich das, was ich erlebe, mit anderen teile, desto reicher wird meine Erfahrung."
 
 
Ich erzähle gerne von neuen Wänden
"Meine Freizeit verbringe ich mit meiner Familie und meinen Kindern. Nach der Rückkehr von meinen Klettertouren oder Expeditionen lasse ich alle, die es interessiert durch Berichte, Diavorträge und Veranstaltungen an meinen Erfahrungen teilhaben. Ich nehme mir Zeit, um meine Leidenschaft und das, was ich durch meine Abenteuer gelernt habe, an andere weiterzugeben. Ich organisiere Konferenzen und Schulungen für Teilnehmer mit den unterschiedlichsten kulturellen und soziologischen Hintergründen. Es ist einfach eine Art, meine Lebensphilosophie an andere weiterzugeben. Ich versuche, die unterschiedlichen Disziplinen des Alpinismus miteinander zu verknüpfen. Ich spreche über meine persönliche Erfahrung, über das, was ich gelernt habe. Ich mag den Aspekt der Öffentlichkeitsarbeit in meinem Beruf, wenn ich beispielsweise an einer Managementschulung für Großkonzerne wie Holcim, ABB, Adidas usw. teilnehme."
 
 
Meine Devise
"Tun was zu tun ist, nachdem ich darüber nachgedacht habe, ob es mit meinen ethischen Vorstellungen übereinstimmt. Es mit ganzem Herzen und so gut wie möglich zu machen."

Colonne droite
Diaporama Photos: 

Mike Horn

Mike Horn profile - photo © collection M.Horn
Mike Horn profile - photo © Ousland Borge

South Africa

ZAF
Kopfbereich
Photo portrait: 
Mike Horn - photo © coll. Mike Horn
Date de naissance: 
16 Juli 1966
Lieu de résidence: 
Schweiz
Formation: 
Studium der Sport- und Bewegungswissenschaften an der Universität Stellenbosch (Südafrika)
Statut actuel: 
Professioneller Abenteurer / Forscher
Date d'entrée dans le Team Petzl: 
1998

Meine wichtigste Devise: Wir können unsere Träume verwirklichen
«In puncto Ausdauer, Entschlossenheit und Mut habe ich recht ansehnliche Leistungen vollbracht, die auf jeden Fall meine eigenen und vielleicht auch die Grenzen der Menschen und ihrer Träume verschoben haben. Meine Erfahrungen mit Ozeanen, Flüssen, Bergen, Sumpfgebieten, Tundra, Eis, Dschungel und Wüsten passen in keine Norm. Meine Lieblingsaktivitäten sind jedoch auf dem Wasser angesiedelt. In den letzten zehn Jahren habe ich viel Zeit im Amazonas-Regenwald und in der Arktis verbracht. Dort fühle ich mich im Einklang mit der Natur und ihren Elementen, es ist die einzige Möglichkeit um zu überleben. Du musst die Natur und ihre Bewohner respektieren und von ihnen lernen. Die wichtigen Lektionen, die mir das Leben erteilt hat, verdanke ich den Indianern im Amazonas und den in der Arktis lebenden Inuit. Ich habe große Achtung vor früheren Entdeckungsreisenden wie Amundsen und Jacques-Yves Cousteau. Worauf es bei Soloexpeditionen ankommt, ist Entschlossenheit; eine große mentale Kraft und Durchhaltevermögen. Meine Energie schöpfe ich aus Gott und meiner Familie, meinem engsten Team und meinem Freundeskreis.»

Colonne gauche

Heute: weitergeben
«Ich möchte ein Maximum an Energie an die junge Generation weitergeben und Jugendliche auf meine Expeditionen mitnehmen, um ihnen die Gelegenheit zum Forschen zu geben. Ich möchte meine Erfahrungen mit ihnen teilen und ihnen zeigen, dass man aus der Erforschung lernen und das Gelernte nutzen kann, um Maßnahmen für den Schutz der natürlichen Ressourcen unseres Planeten zu ergreifen.
 
Dies ist das Ziel des Pangaea Young Explorer Programms (YEP). Diese Jugendlichen sind zukünftige Erwachsene. Das Programm entwickelt sich vielleicht zu einem wichtigen Umweltschutzprojekt. Ich kenne die Natur so gut, dass ich Angst um die Zukunft habe. Auf unserem Planeten wird es mehr und mehr Dinge zu schützen geben, wie zum Beispiel das Leben.»
 
 
«Was ich später machen werde? Ich weiß es noch nicht, morgen ist ein anderer Tag. Ich lebe heute. Jede Sekunde und jede Minute zählen. Ich bin mit dem, was ich tue zufrieden und möchte nichts ändern. Aber es wäre schön, wenn die Tage 36 Stunden hätten.»
 
 
«Abschließend möchte ich sagen, dass es besser ist, etwas zu versuchen und es nicht zu schaffen, als es nicht zu schaffen, etwas zu versuchen. Das Unmögliche existiert so lange, bis wir einen Weg finden, es möglich zu machen.»
 
 

Colonne droite
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Diaporama Videos: 

Pangaea Expedition project introduction :

 
 
Pangaea Expedition in Himalaya :