Welcher Kletterer hat nicht schon Kalymnos gehört? Die griechische Insel im Südosten der Ägäis vor der türkischen Küste ist für ihre zahlreichen Felswände bekannt. Das Gebiet verfügt über mehr als 2000 Kletterrouten aller Schwierigkeitsgrade. 2006 wurde der Petzl-Trip auf der Insel ausgetragen. Das stark besuchte Klettergebiet hatte bisher noch keinen Rettungsdienst für Kletterunfälle. Die Bewohner der Insel sind an die Petzl-Stiftung herangetreten und haben um Unterstützung bei der Ausbildung in den Seilrettungstechniken gebeten.

 

Ein Freiwilligenteam

© Fondation Petzl/S. Lozach'meur

Da es keinen staatlichen Bergrettungsdienst auf der Insel gibt, haben die Inselbewohner mit dem Einverständnis und der Unterstützung des Gemeinderats eigenhändig ein Rettungsteam  aufgestellt. Die von der Notwendigkeit eines Rettungsteams überzeugten Unternehmer der Insel (Hotel- und Gaststättenbetriebe, Sportgeschäfte usw.) haben sich zusammengeschlossen, um eine bodengebundene Rettungseinheit für Touristen, Kletterer, Wanderer und  Scooter-Fahrer zu organisieren. Ehrenamtliche Inselbewohner nehmen regelmäßig an Rettungseinsätzen teil. Sie bilden das Rettungsteam von Kalymnos, dem bereits sechs freiwillige Helfer angehören. Um ihren Rettungsverein zu finanzieren, werden sie demnächst für Touristen und Kletterer eine Mitgliedskarte herausgeben. Die Einnahmen sollen zur Sanierung von Kletterrouten und zur Einrichtung neuer Klettergebiete dienen.

 

Für die Rettung aus der Felswand sind spezielle Kompetenzen erforderlich

© Fondation Petzl/S. Lozach'meur

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Die Rettung von Kletterern aus der Felswand erfordert spezielle Kenntnisse über das Einrichten eines Systems für die Evakuierung der Verletzten oder um sie bis zur nächstgelegenen Straße zu transportieren. Auf Kalymnos und den meisten anderen griechischen Inseln gibt es keinen Rettungshubschrauber für den Einsatz bei Bergunfällen. Die Petzl-Stiftung hat sich bereit erklärt, die freiwilligen Rettungskräfte in der Seilrettung auszubilden.

 

Claude Idoux,  freiwilliger Rettungshelfer auf Kalymnos

© Fondation Petzl/S. Lozach'meur

 
„Ich bin sehr froh, dass die Einwohner endlich ein Rettungsteam aufgestellt haben! In den vergangenen Jahren war ich oftmals alleine“, erklärt der Franzose Claude Idoux, der seit 7 Jahren auf der Insel lebt und zu den ehrenamtlichen Rettungshelfern zählt. Er hat bereits an 17 Rettungseinsätzen teilgenommen, teilweise unter wirklich schwierigen Bedingungen: „Bei einigen Einsätzen hatten wir nicht einmal eine Rettungstrage. Mit dem von den Besitzern der  Glaros Bar im Ort Massouri gesammelten Geld konnten wir uns schließlich eine Trage anschaffen. Dank der Unterstützung durch die Firma Petzl und ihre Stiftung verfügen wir mittlerweile über die notwendige Ausrüstung und ein Team, das eine Seilrettung durchführen kann!“
 

 

Ein qualifiziertes Rettungsteam

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Eine erste technische Ausbildung wurde bereits ohne spezifische Ausrüstung durchgeführt. Dieser erste Ausbildungsschritt war darauf ausgerichtet, die Handlungsfähigkeit der Rettungskräfte in jeder Situation und bei allen Bedingungen zu gewährleisten. Basierend auf den erworbenen Grundkenntnissen haben die sechs Freiwilligen vom 17. bis zum 21. September 2013 ihre Ausbildung in der Seilrettung fortgesetzt. Die Firma Petzl hat ebenfalls ihren Beitrag geleistet und die Ausrüstung zu ermäßigten Preisen angeboten. Die Ausbilder von Lyon Equipment, Petzl Distributor in England und Spezialist für technische Ausbildung, haben jedem von ihnen ein Seilrettungszertifikat ausgestellt:
„Die ehrenamtlichen Rettungshelfer sind voller Enthusiasmus und setzen sich dafür ein, ein Rettungsteam für die Insel aufzustellen“,  erklären die Ausbilder Bill Batson und Marc Davies, die mit dem Ergebnis sehr zufrieden sind. „Während der Ausbildung haben sie ein hohes Kompetenzniveau bewiesen. Nach der technischen Prüfung freuen wir uns verkünden zu können, dass alle Teilnehmer des Kurses jetzt über ausreichende Kenntnisse und technische Fähigkeiten verfügen, um ein sichere Seilrettung auf Kalymnos durchführen zu können. Wir sind glücklich darüber, zum Aufbau des nun einsatzbereiten Rettungsteams von Kalymnos beigetragen zu haben.“ 

© Fondation Petzl/S. Lozach'meur

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