France

Xavier De Le Rue

Xavier De Le Rue - photo © Xavier De Le Rue
  • 1 Juli 1979
  • Saint Lary (französische Pyrenäen)
  • Industriekaufmann
  • Berufssportler
  • 2008

Ich schätze mich glücklich, dass ich die Weiterentwicklung meines Sports miterleben darf
"Lange Zeit war ich mehr für meine Leistungen und Titel im Snowboard Cross bekannt, aber seit einigen Jahren kann ich mich meiner wahren Leidenschaft, dem Snowboard Freeride widmen. Ich bin viel auf Reise für verschiedene Filme. Außerdem verbringe ich viel Zeit in Wettkampfgebieten wie z.B. in der Freeride World Tour. Schon als Kind habe ich es geliebt, am Rande de Pisten durch den Pulverschnee zu brettern. Meine weitere Entwicklung war eine natürliche Folge meiner Liebe zum Sport. Es ist meine ganz persönliche Art, alles zu geben, die Berge zu genießen, zu reisen und meinen Horizont zu erweitern. Und es ist mein Beruf. Ich führe ein recht angenehmes Leben. Ich habe großes Glück und sollte mir das öfters mal ins Gedächtnis rufen. Ich liebe Pulverschnee, aber ich mag keine Lawinen. Eine etwas vereinfachte Darstellung, die meine Problematik jedoch gut umschreibt. Das Schwierigste für mich ist, den Schnee und die Bedingungen einzuschätzen. Es ist nie hundertprozentig. Du musst trotz aller Euphorie einen kühlen Kopf behalten. Schnee ist von Natur aus instabil, unvorhersehbar, überraschend. Manchmal setzt er sich in Bewegung und du nicht warum. Und manchmal bewegt er sich nicht und du weißt auch nicht warum. Die Leute von Petzl halten mich für einen Spezialisten, einen Experten für Lawinen, aber der Schnee wird niemals eine exakte Wissenschaft sein. Ich gehe nicht davon aus, dass eine Lawine ausgelöst werden könnte, sondern dass sie ausgelöst wird. Das Wenige, was ich zu diesem Thema weiß, habe ich durch jahrelange Beobachtungen und Gespräche mit den Leuten vom Pistendienst und jenen, die täglich Sprengstoff legen, sowie durch stundenlange Diskussionen mit erfahrenen Bergführern gelernt."

Vielseitigkeit
"Neben meinem Beruf, meiner Arbeit, den Dreharbeiten und der Öffentlichkeitsarbeit übe ich gerne kostenlos Aktivitäten wie Sportklettern und Bergsteigen aus. Ich liebe den Kontakt mit dem Fels und bin gerne in den Bergen. Es ist ein einzigartiger Moment für mich, nur zum Vergnügen, auch wenn es mir später beim Snowboarden viel hilft. Ich liebe das Surfen auf dem Meer, es ist ein gesunder Sport, das pure Gleitvergnügen unter den Füßen. Meines Erachtens gibt es keine idiotischere und gefährlichere Aktivität als das Downhill-Biken, aber es macht verdammt viel Spaß, idiotisch zu sein. Das ist ein gutes Thema, um über mein Bewusstsein zu sprechen. Es kommt immer darauf an, wie du den Sport betreibst... Ich drücke nie auf die Bremsen, ich habe keine Lust zu bremsen, keine Lust, die Dinge nur halb zu tun. Das erfordert eine größtmögliche Beherrschung der Aktivität. Um ein so großes Risiko einzugehen, musst du alle Eventualitäten einplanen, körperlich in Höchstform sein, großen Scharfblick hinsichtlich der Wahl der Strecke besitzen und verinnerlicht haben, was improvisieren im Notfall bedeutet."
 
 
Alaska
"Die Qualitäten von Alaska habe ich erst in diesem Jahr schätzen gelernt. Ich reise bereits seit mehreren Jahre nach Alaska. Die Heliskiing-Stationen mit ihrer Hektik und dem übercoolen Gehabe der Leute sagen mir nichts. In diesem Jahr aber habe ich zwei Wochen lang 80 km von den ersten Stationen, fernab jeglicher Zivilisation mein Lager aufgeschlagen und endlich das Besondere am Schnee von Alaska entdeckt. Alaska ist ein wahres Paradies für Spins. Den Rest könnte ihr euch selber ausmalen, wir konnten nicht genug bekommen. Zur Erklärung für alle nicht Eingeweihten, Alaska ist für seine Freeride-Küstenzonen bekannt, die unendliche Massen an Schnee bieten, und zwar nicht irgendeinen Schnee. Es ist ein Pulverschnee mit hohem Feuchtigkeitsgehalt, der sogar an den steilsten Hängen haftet. Er tendiert dazu, die berühmten "Spins" zu formen, bei denen es sich um eine Art vertikaler Schrammen handelt, zwischen denen ständig Schnee fließt und die abgesehen von der spielerischen Seite des Freeride ein klares Zeichen für Stabilität sind, was nach Schneestürmen mit drei Meter hohen Schneeansammlungen und Wind nicht zu verachten ist. Im Großen und Ganzen ermöglicht es dir, bei Bedingungen zu riden, die bei uns unvorstellbar sind. Die Zeit da oben, fernab von dem ganzen Trubel (Helikopter-Unternehmen, Freerider, die über ihre Sessions sprechen, Leute, die ein wenig Abenteuer in Alaska schnuppern wollen, bevor sie wieder nach New York zurückkehren) hat mir gut getan und dazu beigetragen, dass ich letztendlich Gefallen an dem Ort gefunden habe. Natürlich bist du zu Fuß nach mehreren Nächten im Zelt und dem Aufstehen um zwei Uhr morgens, um den Aufstieg zu bewältigen, nicht so effizient wie mit dem Hubschrauber (fernab von jeglicher Zivilisation, im Notfall auf dich selbst gestellt), wo du deine Leistung im Laufe des Tages steigern und nach und nach immer schwierigere Hänge riden kannst."
 
 
Eine neue Dimension
"Aber die Stresskomponente fällt weg und das ist wirklich angenehm. Nach einer langen Reise und der Zeitumstellung hat es mir gut getan, allein, ohne PC und ohne Telefon in meinem Zelt zu liegen, zu schlafen und nachzudenken. Bislang war ich kein Fan von Alaska, aber jetzt haben sich die Dinge geändert, es ist, als hätte sich eine neue Dimension aufgetan: kein Helikopter und Abstand zur Tourismusindustrie. Ich möchte vom Leben profitieren. Jeder Sport ist ein Mittel, um das Leben auszukosten. Die Berge in ihrer unverfälschten Schlichtheit ermöglichen dir, Abstand zu gewissen Oberflächlichkeiten des Lebens zu gewinnen und sich wieder auf das Wesentliche zu besinnen. Aber das muss jeder mit sich selbst ausmachen. Für Leute, die ständig in den Medien gehandelt werden und die laufend in den Snowboard-Gebieten unterwegs sind, ist es ein gutes Mittel, um die Füße wieder auf den Boden zu bekommen."
 
 
Eine gewisse Art Ski zu fahren oder zu surfen
"Wenn ich vor einer Wand oder auf dem Gipfel stehe, kommt die Inspiration von alleine. Es gibt immer eine Linie, die sich von anderen differenziert, die mich anzieht und die ich fühle. Das kommt von innen. Du musst nur einen guten technischen Background haben, einen kühlen Kopf bewahren und die Lust dazu verspüren. Du brauchst einen starken Charakter, ein bisschen Weisheit, Liebe zum Risiko und zu zu den Bergen."
 
 
Erfahrung dient der Fantasie
"Erfahrung ist mein Mehrwert für alles, was ich leiste, zumindest hoffe ich das. Wenn ich mir eine Abfahrt ausgesucht habe und gestartet bin, halte ich nicht an, ich mache weiter, bis ich unten bin. Ich denke, das Wichtigste ist, sich in die Aktion, in die Aktivität hineinversetzen zu können. Der Rest folgt automatisch: eine möglichst genaue Analyse, mentale Stärke, Urteilungsvermögen, Kontrolle sowie das Gleichgewicht zwischen Emotion und rationaler Beherrschung. Dies alles ist nur möglich, wenn du im Vorfeld Schritt für Schritt und Jahr um Jahr eine enorme, langfristig angelegte Arbeit leistest. Und manchmal reicht schon ein Lächeln, um einen Tag perfekt zu machen. Du musst daran glauben..."
 
 
 
Eine Anekdote von Xavier

picto plus Bedeutende Leistungen

Wettkampf
- Teilnahme an den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin und 2010 in Vancouver
- Weltmeister im Freeride 2008, 2009, 2010
- Weltmeister im Snowboardcross 2001, 2002, 2003, 2007
- Gewählt zum Freerider des Jahres 2010 beim Riders Pole Award (USA)

picto rss Andere Informationen

Filme
- Relentless/lives of the artists 2009, 2010. www.relentlesenergy.com
- Standard films black winter 2009
- Standard films the storming 2010
 
 
Deeper TGR production
www.timelinemission.com
 
 
Website
- www.xavierdelerue.com
- timelinemissions.com
- facebook.com/timelinefilm
- facebook.com/xvdelerue