France

Sam Beaugey

Sam Beaugey - Photo © Collection S.Beaugey
  • 3 Juni 1971
  • Chamonix
  • ENSA (Nationale Schule für Ski und Alpinismus in Chamonix)
  • Bergführer
  • 2000

Ich bin in den Bergen aufgewachsen und habe dort das Leben entdeckt
"Mein Vater war Bergführer und hat mich in seine Bergwelt eingeführt. Diese Aktivität gibt meinem Leben auch weiterhin einen Sinn. Ich möchte dem Abstieg wie dem Aufstieg einen neuen Wert geben. Den Sinn meiner Aktivität sehe ich darin, etwas zu erobern, das keinen Nutzen bringt, und dieses Abenteuer im Respekt vor der Natur, mit einem Lächeln und viel Freude mit anderen zu teilen. Der wichtigste Wert, den ich mit meinen Seilschaftskameraden teile, ist der Einsatz. Ich möchte zeigen, dass Alpinismus sich nicht auf eine einzige Disziplin beschränkt, sondern aus einer Fülle von Bewegungen besteht und dass es immer wieder neue zu entdecken gibt. Die Freude am Fliegen nach einem wunderbaren Aufstieg ist für mich lebenswichtig geworden. Das größte Problem sind die Unfälle beim Landen mit vielerlei Verletzungen."

Fest verankert im Familien- und Freundeskreis
"Ich habe eine enge Beziehung zu meiner Umgebung und ganz besonders zu meinen Eltern, denen ich es verdanke, dass ich bis ans Ende der Welt reisen kann. Meinen Jugendfreunden steht ich besonders nahe, zumindest denen, die mich am meisten inspirieren: Jérôme Ruby, weil er eben Jérôme ist, Dean Potter wegen seiner Träume, die er in die Praxis umsetzt, mein Bruder, weil er meinem Leben nahe steht, Erwan Le Lann und Manu Pellissier, weil es nicht so viele echte Bergkameraden gibt. Meine Inspiration bekomme ich von all den anderen Kletterern. Ich habe große Achtung vor den ehemaligen Kletterern. Sie beflügeln mein Fantasie. Ich bewundere sie. Durch sie habe ich gelernt, Geduld zu haben. Auch bin ich dankbar für die Arbeit aller Kletterer, die insbesondere durch ihren Erfindungsgeist in Bezug auf die Produkte zur Weiterentwicklung des Alpinismus beigetragen haben. Ich stelle mir vor, wie die Pioniere der Höhlenforschung nach einer gelungenen Expedition an ihren Lampen gebastelt haben und ich weiß, dass wir es den Vätern unseres Sports verdanken, dass wir etwas hatten, von dem wir träumen konnten und noch heute träumen können."
 
 
Im Entwicklungsprozess
"Jeder weiß, dass ich an der Weiterentwicklung des Alpinismus mitwirke, aber ich bin mir der unendlich vielen Möglichkeiten bewusst, die mir teils durch das Internet mit seinem unerschöpflichen Informations- und Austauschangebot in Bezug auf Spots, Wände, Berichte und Wettervorhersagen zur Verfügung stehen. Die gesamte Alpenkette beispielsweise ist noch immer ein beliebtes Spielfeld für die Kinder, die wir sind. Wir können nicht mehr von Erkundung eines Terrains sprechen, aber wir können weiterhin neue Techniken und Kompetenzen entdecken. Ich betrachte Alpinismus nicht als Aktivität sondern als die Summe aller Dinge, die du in den Bergen machen kannst. Das Wort "aller" steht für unterschiedliche Aktivitäten mit dem gleichen Anteil an Einsatz, Optimismus und guter Laune. Umso besser, wenn ich zur Entwicklung neuer, seriöser Produkte im Umfeld eines nicht seriösen Sports beitragen kann. Dieser Sport ist nicht seriös, da er keinen wirklichen Nutzen hat. Er ist jedoch eine der besten Schulen zum Erlernen von Disziplin.
 
 
Als ob der Planet Erde mein Garten sei
"Ich glaube nicht, dass ich überspannt bin sondern eher, dass für alles empfänglich bin und so die Erde als meinen Garten und fantastisches Spielfeld betrachten kann. Meine Lieblingsorte auf dieser Erde sind die Polarregionen und Kanada. Mein verrücktester Traum ist, mit einem Weltraumschiff zu reisen und mir einen Sprung von 20.000 m an einer Felswand auf dem Mars zu gönnen. Eine andere Idee mit einem direkten Bezug zu meiner Aktivität wäre, in drei Jahren von der Antarktis über Amerika zum Nordpol und dann über Asien und Afrika wieder zurück zur Antarktis zu reisen."
 
 
Kommunikation
"Mit der Firma Lineprod organisiere ich Veranstaltungen, Firmenseminare und Konferenzen. Wir sind Partner der Vereinigungen, die es Kindern ermöglichen, in die Berge zu reisen, wie z.B. der Verein "Raid Choucas", der eine kostenlose Bergrallye für Kinder aus Frankreich und der Schweiz organisiert. Während unserer Expedition in die Antarktis im Jahr 2010 hatten wir über unsere Satellitentelefone direkten Kontakt mit den schweizerischen und französischen Schulen in Valorcine und Maurienne."
 
 
Meine Devise
"Sprich dein Wort und zerbrich."
 
 
Eine Anekdote von Sam
"Ich hatte schon immer eine besondere Beziehung zu Bären. Ich habe noch nie einen blauen Bären gesehen, dafür aber einen Eisbären direkt neben unserem Zelt. Er nimmt ein Bad, trocknet sich, setzt sich auf sein Hinterteil und betrachtet uns spöttisch. Ein anderes Mal im Westen Kanadas die Spuren eines Grizzlybären, den ich nicht gesehen habe, dessen Begegnung ich jedoch bei jedem Schritt fürchtete, während ich mitten im Winter, ohne Wasser sechs Stunden durch den Wald lief, um einer Lawine auszuweichen, die mir den Weg versperrte."

picto plus Bedeutende Leistungen

Alpinismus
- Grandes Jorasses (Mont-Blanc-Massiv, Frankreich) "Linceul" (erste Abfahrt mit Skiern) 1995
- Kwangde shar  (Nepal) "Extra bleu ciel" (Erstbegehung) 1995
- Trango Pulpit (Pakistan) “Azazel” (Erstbegehung + Wingsuit-Sprung) 2005
- Baffin Islands (Kanada) “Fous ta cagoule” (Erstbegehung + Wingsuit-Sprung) 2006
- Holstind und Holtanna (Antarktis) (erste Base-Jumps) 2010

picto rss Andere Informationen

Filme
- Azazel 2005 Petzl Video
- Québec givré 2005 Produktion Sevendoc
- Baffin, l’île aux enfants 2006 Produktion Sevendoc
- Holtanna, l’aventure Antarctique 2010. www.lineprod.ch
 
 
Website
www.lineprod.ch

picto photo Photos

picto video Videos

Video playlist featuring Sam Beaugey :

 

 
Big wall aid climbing in Baffin Island :

 

 
Holtanna Antartica project preparation :