Sweden

Said Belhaj

Said Belhaj - photo © collection Said Belhaj
  • 18 Juni 1981
  • Göteborg (Schweden)
  • Professioneller Kletterer und Musiker
  • 2005

Klettern um zu leben
«Für die Kletterer des Petzl-Teams ist das Klettern mehr als nur die Begeisterung für den Sport, es ist ihr Leben. Wir üben unsere Aktivität täglich aus und bekommen nie genug davon. Es ist ein Leben, das nie ein Ende hat, auch wenn es nicht immer zum Leben reicht. Dieser Sport verbindet uns mit dem Leben und der Natur. Immer im Freien zu sein und zu klettern bringt uns den Tieren näher. Reisen, Menschen begegnen, teilen, was es gestern noch nicht gab, all dies hat einen unschätzbaren Wert. Ich habe das Klettern im Alter von zehn Jahren entdeckt, als ich noch auf die Bäume kletterte. Seither klettere ich immer auf die eine oder andere Weise. Ich war zehn Jahre in der schwedischen Nationalmannschaft und habe an Wettkämpfen in der ganzen Welt teilgenommen. Da ich es vorziehe, im Freien am Fels zu klettern, fällt mir das Klettern in der Halle schwer. Heute praktiziere ich alle Spielarten des Freikletterns: Bouldern, Sportklettern, Wettkampfklettern, Bigwall-Klettern.»

Wettkampf und Paradox
«Als aktives Mitglied der schwedischen Nationalmannschaft ist mir bewusst geworden, dass es einen hohen Einsatz erfordert, um innerhalb eines eingeschweißten Teams eine positive Energie zu entwickeln. Ich bin sehr gesellig und die Menschen um mich herum sind mir wirklich wichtig. Ich kann nicht zu einem Wettkampf gehen, nur um zu gewinnen und alles andere vergessen. Bei einem guten Wettkampf entwickelt sich eine positive Dynamik zwischen den Teilnehmern, Veranstaltern und Zuschauern. Das Ziel eines Wettkampfs ist normalerweise, den anderen zu schlagen und als Sieger aus dem Wettkampf hervorzugehen. Da ich eine starke Achtung für die anderen empfinde, ihnen dabei helfe, besser zu werden oder sogar an meiner Stelle zu gewinnen, stehe ich vor einem gewissen Widerspruch.»
 
 
Freiklettern und On-Sight-Klettern
«In der Regel habe ich ein gutes Gefühl, wenn ich on-sight an der Grenze meiner Möglichkeiten klettere. In den abgelegensten Regionen unseres Planeten am Fels zu klettern, macht meine Aktivität noch interessanter. Der erfolgreichen Bezwingung einer erarbeiteten Route ziehe ich die On-Sight-Begehung einer Route vor, da ich mich hier hundertprozentig auf die augenblickliche Bewegung und die Schwierigkeit des Kletterns konzentrieren kann. Was mir beim On-Sight-Klettern besonders gefällt, ist die Entdeckung, die Erkundung. Du bist gezwungen zu improvisieren. Du entdeckst, was geschehen wird in dem Moment, da du es tust, so als wärst du Schauspieler und Zuschauer gleichzeitig.»
 
 
Die spirituelle Dimension
«Klettern ist für mich vor allen Dingen eine Möglichkeit, mit unterschiedlichen Menschen zusammen zu kommen und an Orte zu reisen, die ich sonst wahrscheinlich nie kennen gelernt hätte. Außerdem liebe ich den stimulierenden Aspekt dieses Sport und die damit verbundenen Herausforderungen. Was die spirituelle Dimension angeht, so führt mich eine Art dynamische Meditation in verschiedene Regionen meines Geistes. Mein Leben wird durch den mentalen Ansatz des Klettersports, der Musik und der Träume inspiriert. Mein tägliches Ziel ist ein gesundes Leben mit allem, was einen Bezug zum Klettern hat. Wenn ich nicht klettere, tue ich gern etwas, das mein Leben bereichert. Mir gefällt die Idee, dass mehrere Lebensformen möglich sind und nicht nur die, die dem Klischee der westlichen Gesellschaft entsprechen. Ich tue viele Dinge ganz einfach deshalb, weil ich nicht rund um die Uhr klettern kann. Ich mache gerne Musik, laufe, fahre Fahrrad oder schwimme und manchmal mache ich auch alles gleichzeitig. Außer liebe ich Tanzen, Qigong, Meditation, Fotografie und gute Bücher. Mein wichtigster Mentor ist mein musikalischer Meister, Christer Bothén, ein außergewöhnlicher Musiker, der fast siebzig Jahre alt ist und immer für seine Liebe zur Musik gelebt hat.»
 
 
Ständig unterwegs
«Als Kletterer fühle ich mich fast allen Felsen der Welt verbunden. Am liebsten klettere ich jedoch in Katalonien (Spanien). Die Erfahrungen, die mir diese Region bietet, sind einzigartig. Ich habe viele Freunde in Katalonien. Ich kann allein reisen und vor Ort zufällig einen Freund zum Klettern treffen.
Ich klettere auch gerne in Marokko. Hier liebe ich neben dem Klettern auch die improvisierten Musikabende und das gute Essen.»
 
 
Meine Devise
«Es ist nie zu spät.»
 

picto rss Andere Informationen

Filme, videos
- Move on up
- Kjuge på Kjuge
- Slap it, Grab it, Pull it down
- Swedish Meatballs
- 50 year later – climbing in the Crimea (50 Jahre später, Klettern auf der Halbinsel Krim)
- Catching Reality
- Crackoholic
 
 
Website
www.said-belhaj.com
www.flickr.com/photos/saidbelhaj

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