Espana

Josune Bereziartu

Josune Bereziartu - photo © Rikar Otegui
  • 19 Januar 1972
  • Baskenland (Spanien)
  • halbprofessionelle Sportlerin
  • 2002

Ein Leben in Verbundenheit mit der Natur und das Streben nach dem Wahren
"Meine Klettertouren sind Teile meines Lebens, die ich intensiv ausleben will. Der Versuch, eine Route zu klettern, ist bereits der Anfang des zurückzulegenden Weges. Nur hin und wieder stehen am Ende des Weges Anerkennung und Sieg. Der Erfolg ist wichtig, aber noch wichtiger ist es, sich des Weges bewusst zu sein, der dich dahin geführt hat. Ich bin hartnäckig. Ich setze mich mit aller Kraft für meine Ziele ein. Wenn ich letztendlich das Ziel nicht erreiche, ist es nicht so schlimm, ich habe zumindest alles getan, um es zu versuchen. Ich liebe meinen Sport. Ich lebe gerne intensiv."

Die Natur voll auskosten
"Ich habe das Klettern zufällig durch eine Sendung im spanischen Fernsehen entdeckt. Es wurden zwei Frauen beim Klettern in der Verdon-Schlucht gezeigt. Es hat mich fasziniert. Ich war überrascht. Ich wollte diesen neuen Sport sofort ausprobieren. Es war wie eine offene Tür zu etwas, das für mich noch nicht existierte. Ich liebe kontrastreiche Landschaften. Ich lebe in San Sebastian, im Baskenland zwischen Ozean und Gebirge. Es ist ein wunderbarer Ort in einer natürlichen Umgebung. Wir haben nicht nur Kletterspots sondern auch das Meer. Aus den gleichen Gründen liebe ich auch Japan und seine Kultur. Ich lese immer wieder gerne "Das Meer der Fruchtbarkeit" von Yujio Mishima. Wenn ich nicht klettern würde, wäre ich auf dem Meer…"
 
 
Versuchen, versuchen und nochmals versuchen
"Das bedeutet, seine eigenen Grenzen immer weiter zu verschieben. Ich kann nicht nein sagen. Ich bin für alles Erdenkliche aufgeschlossen. Der Klettersport und die Berge haben mich gelehrt, geduldig zu sein. Ich will weiterhin meine eigenen Grenzen austesten. Es ist nicht witzig, keine Grenzen zu haben. Diese Grenzen sind es, die ich beim Klettern genieße. Nebenbei bemerkt, wenn ich eine 9a-Route bewältige, habe ich das Gefühl, effizient zu leben."
 
 
Eine Anekdote von Josune
"Vor einigen Jahren bin ich im Winter in den Riglos, einem seltsamen Kletterspot im Norden Spaniens, geklettert. Das Auto hatte eine Panne. Wir sind dann zu einem uns bekannten Automechaniker gegangen. Dieser hat uns einen Wagen geliehen. Es war schon spät, als wir an der Felswand ankamen und der Tag war kurz. Wir haben die Autoschlüssel mit Schnürbändern am Gurt befestigt. Bei der sechsten Seillänge war es dunkel. Die beiden letzten Längen waren eine echte Odyssee. Jeder gefundene Sicherungspunkt wurde zu einem wahren Rettungsanker. Auf dem Gipfel angekommen haben wir für den Abstieg die Schuhe angezogen. Wir haben uns mehrmals verirrt. Schließlich sind wir mit besorgter Miene beim Auto angekommen. Die Autoschlüssel? Wo sind die Autoschlüssel? Sie müssten am Fuße der Wand sein, oder? Wir können das Auto nicht aufschließen. Entschlossen machen wir uns am Fuße der Wand auf die Suche. Aber es sind keine Schlüssel zu finden. Die Schlüssel konnten also nur auf dem Gipfel der Visera sein. Ziemlich müde sind wir dann über den Pfad auf den Gipfel gestiegen und als wir dort ankamen, lagen die Schlüssel da, genau an der Stelle, an der wir die Schuhe angezogen hatten. Um drei Uhr morgens haben wir uns auf den Rückweg gemacht."
 

picto plus Bedeutende Leistungen

Sportklettern
- Araotz (Spanien) "Honky Mix" (8c+) 2000
- Andonno (Italien) "Noia" (8c+) 2001
- Saint-Loup (Schweiz) "Bain de Sang" (9a) 2002
- Baltoza (Spanien) "Na Nai" (8c+) 2003
- Saint-Loup (Schweiz) "Bimbaluna" (9a/+) 2005
- "La Travesia De Arroita" (9a)

Bergsteigen
- Grandes Jorasses (Mont-Blanc-Massiv, Frankreich) "Eperon Walker"
- Grand Pilier d’Angle (Mont-Blanc-Massiv, Frankreich) "Cecchinel-Nomine"

Buch
HATZ PUNTAK2003, "wurde veröffentlicht kurz bevor ich meine erste 9A-Route geklettert bin".

picto rss Andere Informationen

Website
www.josunebereziartu.com

picto photo Photos

Josune Bereziartu sends "Bain de Sang" 9a - photo © Rikar Otegui