France

Charlotte Durif

Charlotte Durif profile - Photo © Sam Bié
  • 18 August 1990
  • Bourgogne (Frankreich)
  • Vorbereitungsstudium auf die Ingenieurschule (höhere Mathematik und Spezialbereiche der Mathematik), Ingenieurschule ENSMM (Mechanik und Mikrotechnik)
  • Studentin
  • 2000

Sich mit Ausdauer einsetzen
"Ich habe wie selbstverständlich mit meinem Vater und meinem Bruder im Hochgebirge angefangen, Mehrseillängenrouten zu klettern und auf Gletschern zu übernachten. Schon in sehr jungen Jahren war mein Umfeld geprägt von der Natur, von Wanderungen, Ski und Klettersteige. Als ich das erste Mal in der Halle geklettert bin, habe ich meine Leidenschaft fürs technische Klettern entdeckt. An meinen Kletterspots begegne ich unkomplizierten Menschen, die oftmals am Rande des Systems stehen. Ihre Art zu leben färbt mehr und mehr auf meinen Kletterstil ab. Ihre Authentizität und ihr Einfluss bewirken, dass ich mir meine Kletterziele bewusst aussuche. Ich weiß, warum ich klettere und wie ich klettere. Ich fühle mich in Harmonie mit der Art, wie ich meinen Sport betreibe, und mit dem inneren Frieden, den die Natur mir schenkt. Ich liebe kontinuierliche Mehrseillängenrouten, die einen langen Einsatz von mir verlangen. Sie geben mir Zeit, meine Kreativität zu verfeinern, um eine Passage nach der anderen zu bewältigen. Diese Herangehensweise, die sich bis zum Relais fortsetzt, hinterlässt emotionale Erinnerungen an die Atmosphäre und die Empfindungen der Bewegungen."

Geduld und Konzentration
"Die Natur ist schön und voller Überraschungen. Der Rhythmus und die Aufmerksamkeit, die notwendig sind, damit wir uns in der Natur wohl fühlen, werfen nicht nur Fragen technischer Art in mir auf. Wenn ich bei einer Skitour auf Gämsen, Steinböcke, Raubvögel, Murmeltiere oder gar Wölfe treffe, stellt sich mir die Frage meiner Legitimität an diesen Orten, so dass ich der Natur differenziert, bescheiden und respektvoll gegenüber trete. Beim Klettern genügt eine logische, natürliche, gewagte oder unwahrscheinliche Linie, um mich zu inspirieren und zu motivieren. Dann benötige ich Geduld, Konzentration sowie Klarsicht und Mut."
 
 
"Die Tarn-Schlucht in Frankreich hat mich alles gelehrt und mir die Motivation für das Ausdauerklettern gegeben. Jetzt gehört meine Aufmerksamkeit der Verdon-Schlucht. Diese Schlucht am linken Verdon-Ufer bietet eine enorme Vielseitigkeit. Die Zeit hat hier absurde geologische Formen geschaffen und die jeweiligen Routeneröffner sind klarsichtig genug, um nur die eindeutigsten Routen entsprechend einer logischen, natürlichen Linie zu erschließen. Außerhalb Frankreichs ist Kalymnos ein echtes Schmuckstück und auch Spanien hat angenehme Klettermomente zu bieten. Aber es gibt noch so viele andere bemerkenswerte Orte, dass ein Leben nicht ausreichen würde, um alle zu genießen. Ich bedaure jedes Mal, dass ich sie nicht stärker auf mich wirken lassen kann."
 
 
Ein Doppelleben
"Manchmal träume ich davon, mehr Zeit zum Klettern zu haben. Ich muss meine Zeit optimal einteilen. Ich muss mich organisieren, um meinen Erfahrungsschatz zu erweitern. Meine Kletterphasen auf optimalem Leistungsniveau sind in Bezug auf die Zahl der Routen, Häufigkeit und Vielseitigkeit. sehr intensiv. Das Erreichen symbolischer Ziele grenzt zuweilen an Arbeit. Ich liebe mein Doppelleben als Studentin und Kletterin, aber manchmal bedaure ich, dass ich nur für kurze Zeiträume über eine maximale Performance verfüge. Ich würde gerne einen Schritt weiter gehen und meine Aktivität durchgehend ausüben. Die Bereicherung, die mein Studium meinem Leben gibt, ist für mich notwendig. Also gehe ich "on sight" vorwärts und vielleicht fügen sich meine Wünsche eines Tages anders zusammen."
 
 
Biwaks
"Biwaks sind ganz besondere Momente. Momente, in denen das Imaginäre entsteht und auf mich wirkt. Als kleines Mädchen habe ich im Alter von sechs Jahren die Nacht damit verbracht, dem Wind zu lauschen, der an unserem Iglu-Zelt rüttelte und habe auf das geringste Geräusch von herabstürzenden Steinen gelauert. Zwei weitere Biwaks in der Felswand haben einen starken Eindruck bei mir hinterlassen. In der Nacht meines zwölften Geburtstags habe ich in einem Biwak in “Happy-birthday” auf dem Croix des têtes im Maurienne-Tal die Große Bärin verfolgt. Ich habe mich darauf eingestellt, häufig aufzuwachen, um ihre Bewegungen im Auge zu behalten. Ein anderer Biwak in Sardinien während der Arbeitsphase in der “Hotel-Supramonte” war eine Aufforderung zum Nichtstun in diesem in luftiger Höhe gelegenen Hotel mit der unübersehbaren Nische in der neunten Seillänge."

picto plus Bedeutende Leistungen

Wettkampf
- Fünfmalige Weltmeisterin (Kategorie Hoffnung)
- Europameisterin 2006 (Schwierigkeitsklettern, Kategorie Senioren)
- Siegerin der französischen Meisterschaft (Schwierigkeitsklettern) 2010
- Französische Meisterin (Schwierigkeitsklettern) 2010
- Siegerin des Weltcups (Schwierigkeitsklettern) 2010 in Chamonix
 
Sportklettern
- Pic Saint Loup (Languedoc, Frankreich) "Roi du pétrole" (8c) 2010
- Verdon (Frankreich) "Tom et je ris" (8b+)
- Verdon (Frankreich) "Ramirole" (8b)

picto rss Andere Informationen

Website
www.chadurif.fr

picto photo Photos

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Charlotte Durif - Photo Sam Bié

picto featured Charlotte und der Petzl-Team

"Für mich ist der Erfolg kein Ziel, sondern ein Mittel, um die Grenze des Machbaren zu verschieben. In jedem Erfolg steckt ein Fünkchen Mut und Erfahrung, das den Blick verändert. Meine Devise lautet, Schwierigkeit ist, was man sich darunter vorstellt. Als weibliches Wesen fällt es mir schwer, und ich brauche Zeit und Praxiserfahrung, um mich damit auseinander zu setzen. Da es sich lohnt, sich auf diese Schwierigkeit einzulassen, will ich mit dem Petzl-Team ein wenig Beharrlichkeit, Neugier, Kühnheit und mit der Erfahrung ein bisschen mehr Einfachheit und Bescheidenheit teilen. Petzl verdanke ich, dass ich bereits in sehr jungen Jahren mit älteren Sportlern der internationalen Szene konfrontiert wurde. Ich habe im Alter von zehn Jahren angefangen, an Wettkämpfen teilzunehmen. Sie haben mich gelehrt, mir mögliche Schwierigkeiten auszumalen. Durch die Kletterer des Teams habe ich die Möglichkeit gefunden, mich in die Vielfalt der Aktivitäten einzureihen. Petzl fungiert als Vermittler unwahrscheinlicher Begegnungen und ist zuweilen Zeuge echter Leidenschaften. Ich danke der Firma Petzl, dass sie nie etwas verlangt, nicht darauf dringt, das Maximum zu geben und zu keiner Zeit auf Erfolg oder Performance pocht. Das inspiriert mich dazu, die Grenzen dessen, was mir möglich erscheint mit meinen Mitteln zu verschieben."